Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat Forderungen nach einem Hilfspaket für die deutsche Autoindustrie nach US-Vorbild zurückgewiesen. "Unsere Autokonzerne haben gegenüber den amerikanischen (...) einen technologischen Vorsprung, den man auch mit 40 Milliarden Dollar nicht ausgleichen kann", sagte Glos der "Bild am Sonntag". Trotz einbrechender Autoverkäufe sei kein Rettungsschirm für die deutsche Autobranche nötig. "Die deutschen Autofirmen sind stark genug, um diese Krise auch ohne Milliardenhilfen vom deutschen Steuerzahler durchzustehen", sagte Glos. BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner sprach sich unterdessen für einen staatlichen Rettungsschirm für angeschlagene Automobilzulieferer aus. "In einer so schwierigen Krisensituation muss der Staat einspringen", sagte Eichiner dem Nachrichtenmagazin "Focus". Es gebe Anzeichen, dass sich die Lage einiger Zulieferer verschärfe. Die Autohersteller seien damit überfordert, die Blockade des Kapitalmarktes zu überwinden und Mittel zur Verfügung zu stellen. "Wir können das nicht alleine stemmen", sagte Eichiner, der erst vergangene Woche das Finanzressort bei BMW übernahm. Für Glos hat die Kreditwirtschaft eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Krise. "Die Geschäftsbanken müssen dringend ihr Verhalten ändern. Im Moment misstrauen die Banken sich ja nicht nur gegenseitig, sondern auch noch ihren Kunden", sagte der Minister. "Die Banken haben eine dienende Funktion und bilden den Blutkreislauf der Realwirtschaft. Wenn der Kreislauf nicht funktioniert, dann kann auch der Patient nicht gesund werden."
Staatshilfen: Glos erteilt Forderungen Absage
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat angesichts der Milliardenhilfen für US-Autobauer ähnliche Maßnahmen für deutsche Hersteller ausgeschlossen. Einige Autobauer hatten sich zuvor für stärkere staatliche Eingriffe ausgesprochen.
M. Miethke