Staatshilfen: Glos erteilt Forderungen Absage

08.12.2008 11:12 Uhr
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos erteilte Forderungen nach Staatshilfen für Autobauer nach US-Vorbild eine Absage.
© Foto: Axel Schmidt/ddp

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat angesichts der Milliardenhilfen für US-Autobauer ähnliche Maßnahmen für deutsche Hersteller ausgeschlossen. Einige Autobauer hatten sich zuvor für stärkere staatliche Eingriffe ausgesprochen.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat Forderungen nach einem Hilfspaket für die deutsche Autoindustrie nach US-Vorbild zurückgewiesen. "Unsere Autokonzerne haben gegenüber den amerikanischen (...) einen technologischen Vorsprung, den man auch mit 40 Milliarden Dollar nicht ausgleichen kann", sagte Glos der "Bild am Sonntag". Trotz einbrechender Autoverkäufe sei kein Rettungsschirm für die deutsche Autobranche nötig. "Die deutschen Autofirmen sind stark genug, um diese Krise auch ohne Milliardenhilfen vom deutschen Steuerzahler durchzustehen", sagte Glos. BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner sprach sich unterdessen für einen staatlichen Rettungsschirm für angeschlagene Automobilzulieferer aus. "In einer so schwierigen Krisensituation muss der Staat einspringen", sagte Eichiner dem Nachrichtenmagazin "Focus". Es gebe Anzeichen, dass sich die Lage einiger Zulieferer verschärfe. Die Autohersteller seien damit überfordert, die Blockade des Kapitalmarktes zu überwinden und Mittel zur Verfügung zu stellen. "Wir können das nicht alleine stemmen", sagte Eichiner, der erst vergangene Woche das Finanzressort bei BMW übernahm. Für Glos hat die Kreditwirtschaft eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Krise. "Die Geschäftsbanken müssen dringend ihr Verhalten ändern. Im Moment misstrauen die Banken sich ja nicht nur gegenseitig, sondern auch noch ihren Kunden", sagte der Minister. "Die Banken haben eine dienende Funktion und bilden den Blutkreislauf der Realwirtschaft. Wenn der Kreislauf nicht funktioniert, dann kann auch der Patient nicht gesund werden."

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KOMMENTARE

M. Miethke

09.12.2008 - 08:28 Uhr

Wenn ich lese, dass BMW an den Absatzzielen von 2007 festhält (Rekordjahr von BMW), dann wird immer klarer, dass die Geschäftsführungen der Automobilwerke, die nach staatlicher Hilfe rufen versagt haben. Es herrschte bisher die Maxime, immer ein Auto mehr zu Produzieren als der Markt aufnehmen kann. Der handel solls richten. Es sollte aber immer 1 Auto zuwenig produziert werden. Der Druck auf die Händler wurde und wird immer weiter verschärft diese zu vielen Autos zu vermarkten. Wenn das nicht mehr hilft, dann gibt man Sonderzinzen, Abverkaufs- und Vorführwagenprämien usw.. das Produkt wird veramscht und wird in den Augen des Käufers immer weniger wertgeschätzt (vom heiligen Blechle -Emotion- zum reinen Gebrauchsgegenstand -nur noch Funktion-). Wenn ein Hersteller staatliche Hilfe benötigt, dann muß die Geschäftsführung dieser Unternehmen die Verantwortung übernehmen dh. ausgetauscht werden. Ich habe noch von keiner Betriebsführung / Geschäftsführern / Vorständen eine Entschuldigung oder ein eingestehen eines Fehlers gehört. Es sollte nicht vergessen werden, wie Banken Kredite vergeben. Wenn man Kredit möchte, dann müssen Sicherheiten gegeben werden und Bonität wird vorausgesetzt. Offensichtlich ist bei den Herstellern das eine oder andere oder gar beides nicht vorhanden. Ergo kein Kredit. Wie bei jedem anderen auch. Es herrschte und herrscht immer noch die Denke, was besonderes zu sein, denn die Fehler dieser Herren, sollen jetzt wieder andere ausbaden -bezahlen. Und die Zulieferer? Was für Verträge wurden da unterschrieben ? Einfach ausgedrückt, wenn ein Hersteller 1 Mio. Teile bestellt die in einem bestimmten Zeitrahmen geliefert werden sollen, dann hat er diese auch abzunehmen und auch zu bezahlen. Wenn der Hersteller das nicht kann, dann ist er wie jeder andere Betrieb nicht mehr solvent dh. insolvent. Wenn ich das Szenario jetzt auf einen Familienbetrieb übertrage... warum soll ein Automobilhersteller eine Sonderstellung erhalten. Aber die Subvensionsmaschine läuft. Da dies international in allen Ländern gemacht wird, kann sich die Bundesregierung da nicht abkoppeln. Und die Herren Automobilhersteller werden weitermachen wie bisher nach dem Motto ..mehr - Produzieren,..mehr - Druck auf den Handel, ..mehr, mehr , mehr.


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