Überlebenskampf: GM-Chef Wagoner muss weichen

30.03.2009 10:25 Uhr
Rick Wagoner übernahm 2000 das Steuer bei GM - nun muss er auf Drängen der US-Regierung seinen Hut nehmen.
© Foto: GM

Der Konzernchef tritt auf Drängen des Weißen Hauses zurück, um den Weg frei für die geforderten weiteren Staatshilfen zu machen. Nachfolger soll sein bisheriger Vize Fritz Henderson werden.

Der Chef des von der Pleite bedrohten US-Autobauers General Motors, Rick Wagoner, gibt auf Drängen des Weißen Hauses sein Amt ab. Wie US-Medien am Sonntagabend (Ortszeit) übereinstimmend unter Berufung auf Konzern- und Regierungsvertreter berichteten, macht Wagoner mit dem Rücktritt den Weg frei für die vom Opel-Mutterkonzern geforderten weiteren Milliardenhilfen der US-Regierung. "Er hat zugestimmt und wird es machen", zitierte die "Washington Post" einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter. Nachfolger soll den Berichten zufolge bis auf weiteres der bisherige Konzernvize und frühere Europa-Chef Fritz Henderson werden. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, wurde Wagoner bereits am Freitag von Steven Rattner, dem Chefberater des von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Arbeitsstabes zur Rettung der Autoindustrie, um den Rücktritt gebeten. Rattner habe die Bitte in einem persönlichen Gespräch mit Wagoner im Finanzministerium vorgetragen. Anschließend sei er mit Henderson zu einem Vier-Augen- Gespräch zusammengetroffen. Der 56-jährige Wagoner hatte im Jahr 2000 das Steuer bei General Motors (GM) übernommen. In den vergangenen vier Jahren häufte der einst weltgrößte Autobauer Verluste von insgesamt mehr als 80 Milliarden Dollar an. Eine offizielle Stellungnahme des Konzerns gab es zunächst nicht. Über einen Rücktritt Wagoners war immer wieder spekuliert worden. Der Konzernchef selbst hatte entsprechende Forderungen etwa von Aktionären aber immer wieder zurückgewiesen. Der 50-jährige Henderson galt bei vielen bereits als ausgemachter Nachfolger. Als Chief Operating Officer war er seit einem Jahr für das laufende Geschäft zuständig. Als früherer Chef der Europa-Tochter kennt er auch die Lage bei Opel bestens.

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

wallibelli

30.03.2009 - 09:48 Uhr

Wagoner war kein "Car-Guy". Wie heisst es doch:"Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken". Wagoner war ein Zahlen und Finanzmensch, ein Controller, der Null-Ahnung von Autos und Automärkten hatte. Seine einzige Antwort auf die sich abzeichnenden Veränderungen der letzten Jahre war Kosten drücken. Perspektiven für und Investitionen in zukunftsfähige Fahrzeuge gingen ihm völlig ab. Er war der falsche Mann zur falschen Zeit am falschen Platz. Ob die Entscheidung seiner Absetzung den Konzern rettet, wage ich dennoch zu bezweifeln. Eine Hoffnung bleibt: Scheinbar sitzen fähige Leute in Obamas Autorat. Sie haben schnell erkannt,wo der Hund in diesem Moloch begraben liegt.


JP

30.03.2009 - 10:25 Uhr

Na endlich - das ist schon heute die beste Nachricht der Woche!!


hans müller

30.03.2009 - 19:00 Uhr

Endlich weg!!!! Dieser Finanzmensch ohne Ahnung von emotionalen Autos. Bei Daimler hat die Welt-AG nicht funktioniert aber die Amis dachten Sie wissen ja alles besser. Wagoner hat ALLEN Marken nur geschadet. Den Vectra C und Antara haben wir diesem Menschen zu verdanken ebenfalls den immer weiter sinkenden MA. Toller Manager!!!! Aber es sind immer noch einige von der Sorte bei GM....


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.