Freitag, 25.05.2012
24.11.2009
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Sanierung

GM hat Opel-Überbrückungskredit zurückgezahlt

Opel liegt wieder ganz in der Hand des Mutterkonzerns General Motors. Die Amerikaner zahlten am Dienstag den deutschen Überbrückungskredit für die Tochter komplett zurück. GM sicherte gleichzeitig den Standorten Bochum und Kaiserslautern eine Zukunft zu. Sie dürften aber vor einem deutlichen Stellenabbau stehen. Über Details des Sanierungsplans für Opel will GM die europäischen Arbeitnehmervertreter an diesem Mittwoch informieren. Die Rückzahlung der letzten Kreditrate von 400 Millionen Euro wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekanntgegeben. "Der deutsche Steuerzahler hat bis zum jetzigen Zeitpunkt keinen Cent an Opel verloren", betonte Merkel. Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie Opel nach der Brückenfinanzierung lieber in den Händen von Magna gesehen hätte. Mit der Zahlung kann die Opel-Treuhand aufgelöst werden, bei der 65 Prozent der Firmenanteile für einen möglichen Käufer geparkt worden waren. Insgesamt belief sich der Kreditrahmen auf 1,5 Milliarden Euro. Unter Berufung auf Regierungs- und Konzernkreise berichtete die "Süddeutsche Zeitung", dass Opel in der Spitze 1,2 Milliarden Euro in Anspruch genommen habe. Dafür seien 28 Millionen Euro an Zinsen fällig geworden, hieß es in den Kreisen. Umfang des Stellenabbaus noch verhandelbar Der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrates, Klaus Franz, hält rasche Stellenstreichungen für unrealistisch: "Das sind Planzahlen, die noch verhandelt werden müssen." Franz fordert, dass die Arbeitsplätze "so sozialverträglich wie möglich" angebaut werden, etwa durch Altersteilzeitverträge. Das sichere dem Unternehmen auch Liquidität, weil für Abfindungen Kredite aufgenommen und Zinsen bezahlt werden müssten. Nach den bisher bekannten Plänen will der US-Konzern die Fixkosten in Europa um 30 Prozent und die Kapazität um 20 bis 25 Prozent reduzieren. Nach Angaben von GM Europe-Chef Reilly sollen innerhalb eines Jahres 9.000 bis 10.000 der rund 50.000 Stellen in Europa abgebaut werden.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Charmeoffensive" von Reilly

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

24. November 2009 23:36
E.Kühlwetter (wallibelli) meint:
Sofern Magna tatsächlich nur Platzhalter war, was ich nicht ausschließe, haben sich die Herren Wolf und/oder Stronach gegen Auftragsverluste doch hoffentlich bei GM abgesichert? Schließlich bedeutet der Verlust des lukrativen Porsche-Produktionsauftrag's für 130.000-160.000 Cayman-und Boxster-Modelle über sechs Jahre ein ziemlich großes Mia.-Loch in der Magna-Kasse. Nun ist der Katzenjammer in Österreich groß, da der vermeintliche Initiator des Auftragsentzugs auch noch Landsmann ist. Wer F. Piech kennt, weiß, dass allein schon die Absicht gegen seine Interessen zu handeln, als Bumerang zurückkommt.


24. November 2009 14:57
K. Schuler meint:
Bundeskanzlerin Merkel bestätigt, dass Opel ohne den Brückenkredit, und ich füge an dieser Stelle dazu, ohne den beschleunigten Auftragseingang aus der Umweltprämie, heute Geschichte wäre. Um so mehr ist jetzt Betriebsrat Franz gefordert, seinen Kollegen zu erklären, dass kurzfristig 10.000 Jobs betriebsbedingt entfallen. Opel kann sich nicht erlauben, bei jedem produzierten Fahrzeug Geld drauf zu legen. Seit 2004 haben die Mitarbeiter genug finanzielle Kompromisse gemacht, dass weiß auch der Betriebsrat. Mit dem Wegfall von zusätzlichen 10.500 Mitarbeitern, die bis 2013 in Rente gehen, hat Opel Europa im Jahre 2013 dann ca. 30.000 Mitarbeiter. Bei einem angenommenen Ausstoß von 1,5 Mio Fahrzeuge kann Opel/Vauxhall wirtschaftlich arbeiten und eine vernünftige Rendite erzielen. Die Sanierung also aus eigener Kraft ohne Staatshilfe bewältigen, wie übrigens andere Autohersteller auch, das sollte das vornehmste Ziel sein.

Noch eine Schlußbemerkung: Magnas Aufgabe als größter Lieferant des GM-Konzerns in diesen fast 365 Tage andauernden Monopolyspiel ist es gewesen, den "Platzhalter" für GM während der US-Insolvenz zu spielen.

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