Montag, 06.09.2010
20.10.2009
EU-Vorbehalte
Beim stockenden Opel-Verkauf spielt die bisherige Konzernmutter General Motors erneut auf Zeit.

GM lässt Opelaner zappeln

Die Hängepartie für 55.000 Opel-Mitarbeiter in Europa geht in eine neue Runde: Beim stockenden Opel-Verkauf spielt die bisherige Konzernmutter General Motors (GM) erneut auf Zeit. Nach dpa-Informationen hat der US-Autokonzern die von der EU-Kommission verlangte Erklärung noch nicht nach Brüssel geschickt. Das Unternehmen soll klarstellen, dass der Zuschlag für den Autozulieferer Magna ohne politischen Druck zustande kam. Nur so können Bedenken der EU-Wettbewerbshüter, die den Kauf und die damit verbundenen Staatshilfen von 4,5 Milliarden Euro genehmigen müssen, aus dem Weg geräumt werden. GM geht nach Angaben aus Verhandlungskreisen jedoch davon aus, dass "die Bundesregierung die Sache mit der Kommission klärt". Die GM-Stellungnahme gilt als Voraussetzung für die Unterzeichnung des Kaufvertrages mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer. Der Termin dafür war mehrfach verschoben worden und soll nun in dieser Woche noch zustande kommen. Das strebt GM dem Vernehmen nach an. Auch die EU-Kommission und die Opel-Treuhand rechnen damit. Ob der avisierte morgige Mittwoch eingehalten wird, ist nach Angaben aus Unternehmenskreisen offen. Denn GM und Magna haben auch die zweite Voraussetzung dafür noch nicht geschaffen: Die seit Wochen dauernden Verhandlungen mit den Arbeitnehmern über deren Beitrag zur Opel-Sanierung sind bislang ohne Ergebnis geblieben. Die Belegschaft soll an "New Opel" zehn Prozent halten, Magna und die russische Sberbank sollen zu jeweils 27,5 Prozent beteiligt sein, GM will 35 Prozent behalten. Die Mitarbeiter sollen im Gegenzug auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld verzichten und so bis 2014 jährlich 265 Millionen Euro einsparen. Dafür verlangen die Arbeitnehmer mehr Mitspracherechte bei Unternehmensentscheidungen (wir berichteten). Spanische Opelaner machen mobil Derweil machen spanische Gewerkschaften zum Protest gegen den Opel-Verkauf an Magna mobil. Wie die Gewerkschaft CCOO mitteilte, beschloss der Betriebsrat des Opel-Werks in Figueruelas bei Saragossa, die 7.500 Arbeiter für den 28. und 30. Oktober sowie den 3. und 5. November zum Streik aufzurufen. Damit wollen die Gewerkschaften Zugeständnisse von Magna erreichen. Magna will nach Medienberichten in Spanien mehr als 1.300 Arbeitsplätze abbauen und Kapazitäten nach Eisenach verlagern.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: GM will sich mit Magna einigen – Beratungen in Detroit

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

22. Oktober 2009 16:09
uwe peithner meint:
@ Thomas Meier:
Ich denke es wird zu keiner Übernahme bzw. keinem Kauf durch Magna kommen. Meine Befürchtung ist das GM nun doch nicht verkaufen wird und die EU-Bedenken als Kaufhinderungsgrund vorschiebt. Dann bleibt über kurz oder lang nur noch ein Weg für Opel. Und GM wird dann mit Sicherheit mehr als nur 10.000 Leute auf die Strasse setzen.

Mir wäre es am liebsten wenn ein Verkauf von Opel OHNE staatliche Hilfen über die bühne ginge und es eine rein deutsche Lösung gäbe. Mein Wunschpartner für Opel ist im Schwäbischem zuhause. Auch wenn der Hersteller selbst zur Zeit Probleme hat, würde ich mir einen Mercedes-Opel Konzern wünschen.

Aber das Leben ist kein Wunschkonzert.


22. Oktober 2009 14:03
Thomas Meier meint:
@Uwe Peithner: Mit sicherheit auch hier. Wenn einer unterstützt wird, dann wollen alle etwas. Oder anders herum: Allgemeine Stützen (wie auch unsere Prämie) nutzen allen Beteiligten etwas. Darüber streiten kann man natürlich trotzdem.
Was sonst in Frankreich passiert, ist deren Sache. Bei Opel geht es aber um deutsche Steuergelder, insofern ist dies für uns hier entscheidender. Und wenn ein Investor ein Unternehmen nur mit Staatszuschüssen übernehmen will, ist dies schon Zeichen genug. Ein zukunftsfähiges und attraktives Unternehmen findet auch Investoren ohne diese "extra" Mittel der Allgemeinheit.


22. Oktober 2009 12:31
uwe peithner meint:
@ Thomas Meier:
Wo beginnt denn die Wettbewerbsverzerrung? Bei der Gewährung von 10 Mrd. für eine Herstellerbank mit der Folge dadurch günstigere Leasing- bzw. Finanzierungsraten anbieten zu können? Oder bei der Millardenschweren Unterstützung durch die französische Regierung zur Stützung der heimischen Autoindustrie?

Zitat:
Rupprecht kritisierte in diesem Zusammenhang die Staatshilfen für die Aareal Bank im Volumen von 4,5 Milliarden Euro. Dieser Fall komme bei der nächsten Sitzung des SoFFin-Kontrollgremiums am 6. März auf den Tisch. Der Aareal Bank gehe es nach eigenen Angaben hervorragend. Sie wolle ihr Eigenkapital stärken und greife auf den Rettungsfonds zurück, weil es dort gerade am günstigsten sei. Das widerspricht dem Gesetz. Aus dem gleichen Grund hatte Rupprecht bereits die Vergabe von Hilfen an die VW Bank angegriffen. Hier drohten Wettbewerbsverzerrungen. Er kündigte schärfere Kontrollen an.

Quelle:
http://www.focus.de/finanzen/news/banken-soffin-banken-rettungsfonds-bisher-mit-gewinn_aid_376069.html

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