Dienstag, 07.02.2012
12.01.2010
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Verhandlungen

GM lehnt alle Angebote für Saab ab

Der US-Autokonzern General Motors (GM) hat alle bisher vorliegenden Angebote für die schwedische Tochter Saab als unzureichend zurückgewiesen. "Keines der Angebote ist überzeugend, aber die Tür ist noch nicht geschlossen", sagte GM-Konzern-Chef Ed Whitacre am Montag auf der Autoshow in Detroit. Saab werde wie angekündigt abgewickelt. Das Aus der Kultmarke rückt damit immer näher. Dessen ungeachtet hat der Autobauer am Montag die Produktion nach vierwöchiger Werksschließung in den Weihnachtsferien wieder aufgenommen (wir berichteten). Der US-Konzern hatte vergangene Woche die Beratungsgesellschaft Alix Partner federführend mit der Abwicklung von Saab beauftragt. Der Prozess werde einige Monate dauern, hieß es. Whitacre hatte sich wiederholt skeptisch gezeigt, dass die drei Interessenten das nötige Geld für die Sanierung Saabs auftreiben könnten. Die schwedische Nachrichtenagentur TT zitierte Whitacre am Montag, keines der Offerten sei finanziell stark genug: "Gebt uns 450 Millionen Dollar und die Situation ändert sich." Unternehmenskreisen zufolge ist GM aber nicht nur in finanzieller Hinsicht mit den Angeboten zufrieden. Zudem biete keines von ihnen ein überzeugendes Konzept für die Fortführung der Kultmarke ohne die Unterstützung von GM. Das lehne der US-Konzern ab. Bei der derzeit vorangetriebenen Schließung der schwedischen Tochter könnten zumindest ein Sozialplan erstellt und die Zulieferer bezahlt werden. Bei einem missglückten Neustart unter dem Dach eines Investors fielen diese Möglichkeiten weg. Das werde GM vermeiden. Zu den Bietern gehört der niederländische Sportwagen-Hersteller Spyker, der schon seit Wochen mit GM über Saab verhandelt. In letzter Minute tauchten zwei neue Interessenten auf: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone schloss sich mit der Luxemburger Investment-Firma Genii Capital zusammen. Und der ehemalige MAN-Chef Hakan Samuelsson scharrte mehrere schwedische Investoren um sich. Saab schreibt in seiner 20 Jahre langen Geschichte als GM-Tochter fast durchgängig Verluste und rutschte im vergangenen Jahr wie die Mutter in die Insolvenz. (dpa)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

13. Januar 2010 12:07
Karl Schuler meint:
Peter Burg hat recht: Logos auf Opelprodukte und als Nobelmarke anpreisen. Das geht eben nicht. Die Verkaufszahlen bestätigen, dass der relevante Markt das genauso gesehen hat. Im Übrigen wundert es mich, dass weder Volkswagen noch Mercedes oder BMW an den schwedischen Fabriken trotz eigener Überkapazitäten Interesse bekunden. Konsequent deutsche,vorhandene Technikmodule und Komponenten, dazu schwedisches Karosserie- und Innovationsdesign - fertig ist der "Apple".


12. Januar 2010 21:09
J.Wichert meint:
Einen Sinn ergibt GM's Verhalten nicht. Was könnte man mit der 'Marke' Saab alles anstellen (siehe Apple)! GM ramponiert sein und Opels Imagein nicht unbeträchtlichem Maße. Aus Saab-Kunden und -Fans Opel-Kunden zu machen, wird ein unwahrscheinlicher Versuch sein (auf diese kann man aber anscheinend verzichten).
Wahrscheinlich muss man auch annehmen, dass der Insignia eher das Derivat vom 9-5 ist als umgekehrt -zumindest was innovative Ingenieursleistungen angeht.


12. Januar 2010 18:16
Peter Burg meint:
Saab ist eben doch auf dem Holzweg gewesen. Beliebige Vectra/Insignia mit neuen Logos zu versehen und 10.000 EUR teurer anzubieten als den echten Opel, war nun einmal nicht der Weisheit letzter Ratschluss. Premium geht anders.

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