General Motors (GM) rast mit einem weiteren Minus von sechs Milliarden Dollar immer tiefer in die Krise. Der erneute Riesenverlust im ersten Quartal ist bereits der achte in Folge. Seit Anfang 2005 hat der größte US-Autobauers damit ein Minus von insgesamt 88 Milliarden Dollar eingefahren. GM stehe am "Scheideweg", sagte Konzernchef Fritz Henderson am Donnerstag in Detroit (Michigan). Vor einem Jahr lag das Quartalsminus erst bei rund 3,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz halbierte sich fast auf 22,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt aber noch schlechtere Zahlen befürchtet. Allein im zur Disposition stehenden Europageschäft mit der Hauptmarke Opel fiel vor Steuern ein Verlust von zwei Milliarden Dollar an – nach einem kleinen Gewinn von 100 Millionen im Jahr davor. Der Umsatz stürzte hier so stark wie im Gesamtkonzern auf 5,3 Milliarden Dollar ab. Der Marktanteil von GM Europa mit den Marken Opel, Vauxhall und Saab sank im Jahresvergleich von 9,6 auf 8,9 Prozent. Das Produktionsvolumen brach um 46 Prozent ein. Der Opel-Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz beschuldigte den Mutterkonzern, erneut einen Teil seiner Verluste in Europa abgeladen zu haben. Von den zwei Milliarden Dollar wurden allein mehr als 800 Millionen als Belastungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung von Saab verbucht. "Eigene Bilanz aufpoliert" Franz kritisierte am Donnerstag im "Handelsblatt", dass GM neben den Saab-Kosten auch noch weltweite Entwicklungsaufwendungen nachträglich mit 400 Millionen Dollar sowie Währungsverluste mit weiteren 400 Millionen Dollar bei der Europa-Tochter geltend gemacht habe. "GM poliert so die eigene Bilanz auf Kosten von Opel und GM Europa auf", so der Betriebsratschef. GM Europe hatte bereits im Vorquartal ein Vorsteuerminus von 1,9 Milliarden Dollar und damit in ähnlicher Größenordnung berichtet.
Quartal I: GM verliert sechs Milliarden Dollar
Der US-Autokonzern musste den achten Quartalsverlust in Folge hinnehmen. Die Europa-Sparte trug zwei Milliarden Dollar zu dem dicken Minus bei. Das brachte Opel-Gesamtbetriebsratschef Franz auf die Palme.