Freitag, 25.05.2012
02.12.2009
Share |
Brüderle

GM will Milliarden-Staatshilfen

General Motors (GM) will für die Sanierung von Opel in Europa rund 2,7 Milliarden Euro an Staatshilfen. Das sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Mittwoch in Berlin. Aus eigener Kraft wolle GM 600 Millionen Euro stemmen, den Rest der geplanten Gesamtkosten von 3,3 Milliarden Euro sollten die europäischen Steuerzahler beisteuern. GM hatte zuvor der Bundesregierung neue Pläne zur Sanierung von Opel präsentiert. "Das vorgelegte Papier ist kein Antrag auf staatliche Mittel und kann auch keine Grundlage für eine Prüfung sein. Zu keiner der für die Zukunft von Opel wichtigen Fragen wird in dem Papier eine Antwort gegeben", kritisierte Brüderle. Keine Antwort gebe das Papier auf die Frage nach der künftigen Aufstellung von Opel/Vauxhall im GM-Konzern, sagte der Minister. Man erfahre nicht, wie viel eigenen Gestaltungsspielraum Opel zum Beispiel bei der Modellentwicklung haben solle. Auch Aussagen dazu, welche Rolle Opel bei zukunftsträchtigen Technologien, etwa im Bereich der Elektromobilität spielen solle, fehlten. Berlin kritisiert, dass es bei GM offenbar keine Idee für ein Abschottungskonzept gibt, das den Abfluss europäischer Steuergelder in die USA verhindert. "Das Papier von GM bestätigt ebenso wie der Rücktritt von GM-Chef Henderson, dass es bei GM keine klare Linie gibt", sagte Brüderle. Reilly in Opel-Aufsichtsrat berufen Opel-Interimschef Nick Reilly ist in den Aufsichtsrat der Adam Opel GmbH berufen worden. Reilly werde vom 1. Dezember an die Anteilseigner in dem Gremium vertreten, teilte Opel am Mittwoch in Rüsselsheim mit. Über die Besetzung des Chefpostens werde der Aufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung abstimmen. Der bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrates, Carl-Peter Forster, war nach dem geplatzten Opel-Verkauf zum indischen Autohersteller Tata gewechselt. Zugleich wird auch der Vizepräsident und Finanzdirektor der GM-Finanzsparte Corporate Finance, Walter Borst, neu in den Aufsichtsrat kommen. Borst hat bereits einige Jahre als Finanzchef bei Opel gearbeitet. Beide ersetzen nach Opel-Angaben Forster sowie Bob Lutz, der sein Amt auf eigenen Wunsch niedergelegt habe. (dpa)

 
 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

03. Dezember 2009 08:49
Thomas Lindner meint:
Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist schon erstaunlich wie wenig über vernünftige Konzepte gesprochen wird. Herr Wirtschaftsminister Rainer Brüderle wird sicher mangelnder Fachkompetenz zum Automobilbau wenig sagen können. Fakt ist doch aber, dass Opel in der momentanen Situation nicht umhin kommt "schlanker " zu werden, um den weiter sinkenden Automobilbedarf nicht mit einer hoffungslosen Überkapazität gegenüber zu stehen. Der vernünftige Abbau von Überkapazitäten dürfte unausweichlich sein. Dafür kann aber nicht der Steuerzahler mit Zahlungen nach "GM Globel Player" bluten. Wieso soll auch eine Restrukturierung ( dies ist ein anders Wort für Abbau von Arbeitsplätzen ) zig Milliarden Subventionen am GM nach sich ziehen? Diese Geld MUSS die die Wiedereingliederung der freigestellten Menschen investiert werden. ( …und nicht in GM Aktien )

Für jeden, der eins und eins zusammenzählen kann, dürfte erkennbar sein, dass durch verschiedene europäische Maßnahmen der Automobilmarkt "gewaltsam" gesättigt wurde. Aktien kaufen bekanntlich auch keine Autos und kristallisieren sich in den letzten Jahren nur als Geldverschlingungseinrichtung und Arbeitsplatzvernichter heraus.

Die Bürgen vom "vereinten Europa" werden durch verschiedene hochgradige Fehlentscheidungen und vor lauter "Subventionen" bald nur noch dafür arbeiten müssen um den "Obrigkeiten und Lobbyisten" gerecht zu werden. Dies grenzt an moderne Sklaverei. Der Absatz überschüssiger Kapazitäten wird damit aber auch nicht möglich sein. Daraus folgt:

Der Verwaltungsratschef Ed Whitacre, ein Vertrauter des US-Präsidenten Barack Obama, der nun die Geschicke in die Hand nehmen soll/wird, dürfte doch nur daran Interesse haben, wie er den Schaden – zur Freude der eigenen Aktien - im eigenen Land mit Milliarden Hilfen vom deutschen und / oder europäischen Steuerzahlen so gering wie möglich halten kann. Vielleicht sollte Herr Brüderle Gesicht zeigen und seinem US Kollegen sagen, der deutsche Steuerzahler hat auf Grund der durch die USA verursachten Krisen leider auch kein Geld mehr und tausende von Arbeitslose mehr können keine Subventionen in Milliardenhöhe erwirtschaften. Ich gehe davon aus, dass Herr Brüdele bekannt ist wo die finanziellen Mittel herkommen – oder Herr Brüderle?!?

Schöne Grüße an alle Leser, ein schönes Weihnachtsfest und Zufriedenheit im neuen Jahr. T. Lindner


03. Dezember 2009 08:34
Hans Sachs meint:
Ich hoffe nur, dass ein derart chaotisch arbeitendes Unternehmen wie GM - Opel und Chevrolet DTL mit eingeschlossen - nicht noch deutsche Steuergelder in den Rachen geworfen bekommt. Spätestens das wäre sonst Grund genug, bei der nächsten Wahl diejenigen wieder abzuwählen, die jetzt gerade in der Hoffnung gewählt wurden, dass so etwas nicht passiert!

2 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 2)
1

"HB ohne Filter" vom 18. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute mit den Themen: BMW-Rekorde, Fiat-Kontraste und Die Autohaus-Zukunft: Personal! MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

Professionelles Teile- und Zubehörmanagement im Autohaus

Erfahren Sie, wie Sie Ihr Teile- und Zubehörlager ertragreich managen! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr