Nach den Zugeständnissen der Arbeitnehmer will die Opel-Mutter General Motors (GM) die Schließung eines Werkes in Europa vermeiden. Das Entgegenkommen des europäischen Arbeitnehmerforums bereits vor der Verhandlungsrunde am nächsten Dienstag sei ein "sehr positives Signal", verlautete am Freitag aus GM-Konzernkreisen. "Der Betriebsrat hat verstanden, dass die Werke wettbewerbsfähiger werden müssen", hieß es. Eine Werksschließung sei nur der letzte Ausweg, zuvor würden alle anderen Optionen geprüft. Zusätzliche Absatzchancen für Opel-Modelle sieht GM in den USA, wo Verbraucher verstärkt auf kleine, spritsparende Autos setzen. Der Export des Kleinwagens Corsa sowie der neuen Generation des Mittelklassemodells Vectra werde dem Vernehmen nach geprüft (wir berichteten). Eine Entscheidung solle in den kommenden Monaten fallen, hieß es aus der Konzernzentrale. Ein Konzernsprecher lehnte am Freitag eine Stellungnahme dazu ab. Die Belegschaft von Opel und anderer GM-Töchter in Europa hatten Zugeständnisse bei Arbeitszeiten oder künftigen Gehaltsrunden angeboten, um eine drohende Werksschließung zu verhindern. Auf diese Weise könnten nach ihren Berechnungen rund 290 Mio. Euro eingespart werden. GM will nach Informationen aus Unternehmenskreisen die Kosten für die Astra-Produktion allerdings um mindestens 450 Mio. Euro drücken. Grund dafür seien der harte Wettbewerb und die steigende Produktivität. Derzeit laufen Gespräche darüber, an welchen Standorten in Europa die neue Generation des Astra von 2010 an gebaut wird. Darum bewerben sich fünf Werke mit 17.000 Mitarbeitern, darunter Bochum. "Eine Entscheidung wird erst zum Jahresende fallen", sagte ein Sprecher in Zürich. "Image der Marke schützen" GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster hatte eine Werksschließung als "die extreme Lösung" bezeichnet. Konzernintern hieß es am Freitag: "Wir müssen das Image der Marke schützen." Nachdem Opel 2006 nach sieben Jahren wieder den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft habe, dürfe man diesen Erfolg nicht aufs Spiel setzen. Seit 2005 hatte GM im lange defizitären Europageschäft 12.000 Stellen abgebaut. Damit werden jedes Jahr 500 Mio. Euro eingespart. (dpa)
GM will Werksschließung in Europa vermeiden
Konzernkreise: Zugeständnisse des Betriebsrats ein "sehr positives Signal" / Entscheidung über US-Corsa rückt näher