Opel-Einstieg: Guttenberg spricht mit Magna

28.04.2009 10:17 Uhr
Unter wessen Flagge fährt Opel künftig?
© Foto: Alexander Heimann/dpp

Laut Bundeswirtschaftsminister hat der kanadisch-österreichische Autozulieferer ein "erstes interessantes Grobkonzept" für eine Beteiligung an Opel vorgelegt. Dieses müsse nun mit Fakten und Zahlen unterfüttert werden.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat am Dienstagvormittag mit Vertretern des kanadisch-österreichischen Autozulieferers Magna über eine Beteiligung an Opel gesprochen. Das Unternehmen habe ein "erstes interessantes Grobkonzept" für einen Einstieg vorgelegt, sagte Guttenberg nach dem Treffen in Berlin. Jetzt gehe es darum, dieses Konzept mit Fakten und Zahlen zu unterlegen. Dies gelte auch für den italienischen Autobauer Fiat, der ebenfalls an Opel interessiert ist. Die Konzepte von Fiat und Magna seien jedoch so unterschiedlich, dass es nicht vorstellbar sei, dass sich beide Unternehmen gleichzeitig bei Opel engagierten, hieß es. Guttenberg kritisierte, dass immer noch keine belastbaren Zahlen vonseiten der Opel-Mutter GM und Opel auf dem Tisch lägen. Es sei natürlich ermüdend, wenn man Monate auf diese Fakten warten müsse. Ähnliche Erfahrungen machten jetzt auch mögliche Interessenten. Grundsätzlich spreche man mit allen ernsthaften Interessenten. Inzwischen hätten sich aber einige als Kandidaten herauskristallisiert. Magna gilt neben Fiat bislang als aussichtsreichster Interessent an dem deutschen Autohersteller (wir berichteten). Die Bundesregierung fordert von möglichen Investoren Garantien für Werke und Arbeitsplätze. Der amerikanische Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hatte zuletzt von mehr als sechs potenziellen Käufern gesprochen. Er will sich in den nächsten Wochen entscheiden. GM plant demzufolge keinen Komplettausstieg aus dem Europa-Geschäft, sondern andere Strukturen. Favoriten-Spekulationen schaden Opel Guttenberg bemängelte zudem, dass einige schon während der laufenden Verhandlungen einen Kandidaten favorisierten. Diese Spekulationen schadeten der Position von Opel. Man solle Opel nicht zum Wahlkampfthema machen, sagte der Minister. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nannte das Ergebnis des Gespräches "ausgesprochen erfreulich". "Jetzt haben wir eine ganze Reihe seriöser strategischer und Finanzinvestoren, die sich für Opel interessieren und damit einen Wettbewerb um die beste Lösung für das Unternehmen. Die Zukunftsfähigkeit Opels, der Erhalt von Arbeitsplätzen und der sorgsame Umgang mit den Geldern der Steuerzahler sind dabei die entscheidenden Kriterien", betonte Koch.

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KOMMENTARE

Woli

28.04.2009 - 15:46 Uhr

Es kann doch kein Investor ernsthaft eine Garantie für Standorte und Arbeitsplätze abgeben. Wir haben eine weltweite Überproduktion und es wird auch bei Opel kein Weg an einem Arbeitsplatzabbau vorbeigehen.Ich weiß gar nicht, was in den Köpfen von Politikern und Gewerkschaftlern vorgeht, wenn sie solchen Unfug von sich geben.


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