Donnerstag, 09.02.2012
03.03.2010
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Restwertstudie

GW-Geschäft wird zur Todesfalle

Auf Autohändler und -hersteller rollen in den kommenden beiden Jahren Restwertrisiken in Höhe von mehr als 1,6 Milliarden Euro zu. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Optimierung im GW-Management", die die Dekra beim Institut für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen in Auftrag gegeben hat. Die sich aus den Restwertrisiken ergebenden "Drohverluste" würden für viele Händler zur Existenzfrage, hieß es. Spektakuläre Insolvenzen im Autohandel ließen sich nur mit Unterstützung der Hersteller vermeiden. Nach Auffassung des wissenschaftlichen Leiters der Studie, Willi Diez, ist das bisherige Vermarktungsmodell für Gebrauchtwagen am Ende. Insbesondere beim Leasing von Premiumautos der oberen Mittelklasse und der Oberklasse müssten die Hersteller Verwertungsketten organisieren: Ein hochpreisigen Auto dürfe erst dann verleast werden, wenn klar sei, über welchen Kanal es anschließend vermarktet werden soll. Dies sei Aufgabe der Hersteller, da solche Verwertungsketten von Leasingfahrzeugen international organisiert werden müssten, so der Autoprofessor. Angesichts einer Standzeit von mehr als 110 Tagen im deutschen Fabrikatshandel bleibt eine Erhöhung des Umschlagfaktors laut Studie die wichtigste Herausforderung, um die finanziellen Belastungen aus dem Gebrauchtwagengeschäft zu reduzieren. Notwendig sei eine weitere Optimierung der GW-Prozesse von der Hereinnahme bis zum Verkauf. Im Vergleich mit anderen europäischen Märkten sind die Standzeiten der IFA-Analyse zufolge hierzulande teilweise mehr als doppelt so hoch. In Großbritannien lägen die durchschnittlichen Standzeiten etwa bei 45 Tagen und in den Niederlanden bei 75 Tagen. GW-Markt auf niedrigem Niveau Das IFA rechnet damit, dass der Gebrauchtwagenmarkt in diesem Jahr nach dem Auslaufen der Abwrackprämie in etwa das Niveau des Vorjahres erreichen wird. Gestützt werde der Gebrauchtwagenmarkt durch das derzeit niedrige Preisniveau: So seien die Preise dort im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent gesunken. Andererseits treffe die voraussichtlich steigende Arbeitslosigkeit potenzielle Käufer besonders stark. Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt war im Jahr 2009 zum vierten Mal in Folge gesunken auf nur noch 6,01 Millionen Besitzumschreibungen. Gegenüber dem Jahr 2008 bedeutete dies einen Rückgang um 1,6 Prozent (wir berichteten). (se)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

05. März 2010 12:07
Karl Schuler meint:
Hallo Herr Kühlwetter, ich bin ein begeisterter Leser Ihrer Kommentare. Dem Satz: "Tödlich für den Premiumstatus sind Preissenkungen." hätte ich vor dem Jahre 1990 ohne wenn und aber zugestimmt.

Aber was ist in diesen Zeiten "Premium"? Überall Erhältlichkeit? Hoher Preis? 6-Zylinder? Exklusive Stückzahl? Lange Lieferzeit? Lange Haltbarkeit? Hohe Servicekosten? Niedrige Leasingrate? Kilometer-leasing? Diese Frage muss letztendlich der Autokäufer für sich in seinem Kopf und Bauch beantworten...

Derzeit sehe ich einen Überlebenskampf der Automobilanbieter, die in der Tat zuviele Autos für zu wenige Kunden produzieren. Der Marktpreis liegt ja schon lange tief unter dem Listenpreis! In diesen Fall bin ich für ein transparentes Vorgehen der Hersteller. Die von mir vorsichtig geschätzten 4.100 Euro entsprächen einer Summe von 5% bis 15% Preissenkung im relevanten Segment. Gönnen wir unseren Top-Anbietern ihren Exporterfolg auf den Weltmärkten. Doch dieser wird auch über den Preis erzielt! Wir sind/waren Exportweltmeister, weil wir innovativ, gut und günstig sind! Mögen aber die einheimischen Hersteller den schwachen, deutschen Heimatmarkt nicht vernachlässigen und den Kunden ein Preis-Wert-Verhältnis anbieten, das stimmig ist! Der Export zeigt ja gerade, dass das geht...


04. März 2010 18:26
E.Kühlwetter (wallibelli) meint:
@ K.Schuler,
bei Premium gilt das Gesetz der Begehrlichkeit. W. Wiedeking hat es in dem Satz: "Man muss immer ein paar Autos weniger produzieren bzw.
anbieten als der Markt verlangt." ausgedrückt. Premiummodelle der Ober- und oberen Mittelklasse setzt man inzwischen in reichlicher Anzahl als Sponsoringinstrumente ein. (Sport, Prominenz, Kultur, Medien, Amtsträger, Staatsorgane, VIP's des öffentlichen Lebens). Daher ist das Angebot auf dem GW Markt größer als der Bedarf. Sofern nicht, wie Prof. Diez sagt, von Beginn an ein Aufkäufer feststeht.

Tödlich für den Premiumstatus sind Preissenkungen.Premium beinhaltet technische Innovationen auf exklusivem Niveau(Top-Down Strategie). Preisreduktonen suggerieren Innovationschwäche (Was weniger kostet,
muss weniger sein.)

Nicht zuletzt wird Premium als Vermögensgegenstand / Wertanlage popagiert. Davon kann unter den derzeitigen Umständen keine Rede mehr sein. Auch deshalb muss sich dringend etwas ändern. Wenn inzwischen der prozentuale Wertverlust eines Soda Superb Kombis niedriger ist, als der eines BMW 5er Combi oder A6 Avant, dann hat sich Premium allmählich überlebt.

Zum Schluß noch etwas zu ihrem Vorschlag. Warum hat man denn seit Anfang dieses Jahrtausend das Kilomterleasing ohne Restwertrisiko
propagiert? Um Kunden zu binden und die Umschlaggeschwindigkeit
zu erhöhen. Seitdem pendelte sich der Wechsel im Schnitt auf 3 Jahre ein. Verlagert man das Restwertriko wieder auf den Kunden, geht der Schuss nach hinten los. Woher sollen die vielen Firmen die Liquidität nehmen, um die Autos zu übernehmen? Zudem beträgt die Abschreibungsdauer inzwischen sechs Jahre und nicht mehr fünf wie damals. Eine Restwertrisikenverlagerung und Reduktion von Leasingsubventionen wird für Handel und Hersteller Folgen haben.
Als Verantwortlicher in unserer Firma habe ich das Fuhrpark-Budget(6 PKW) nicht erhöht, sondern wie in vielen anderen Klein- und Mittelbetrieben gesenkt. Durch folgende Maßnahmen:

1. Nutzungdauer von 3 ca.70.000 km auf 4 1/2 Jahre ca 100.000 km.
Senkt den Umschlag um 50 %
2. Keine 6 Zyl. mehr(ex mein nicht geleaster Saisonsportwagen).
Senkt Ertrag bzw. Marge
3. Strikte Auswahl der Modelle nach Total-Cost of Ownership per km.
Bevorzugt bestimmte Marken

Auch im Gewerbebereich werden die Kosten, wie bei den Privatkunden, mehr in den Focus rücken. Wenn die Raten höher liegen, lauten die Kundenoptionen: kleineres Modell, kleinere Motoren, weniger Christbaumschmuck, längere Nutzungdauer.


04. März 2010 17:56
S. Wolf meint:
Es zählt das alte Credo / Keine Restwertgarantien im Autohaus / wer dies macht und das machen wir seit 10 Jahren kommt durch jede Krise /
Schlimm ist nur, dass dem Kunden auf den Herstellernwebsiten immer noch Restwerte (Zielraten...) verkauft werden die nichts mehr mit der Realität zu tun haben

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