Mittwoch, 08.02.2012
20.02.2009
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Treuhandfonds

Händler will Saab retten

Der Saab-Handelspartner Mobilforum Dresden will mit weltweiter Hilfe den insolventen schwedischen Autobauer retten. Wie das Autohaus am Freitag mitteilte, wurde dafür der Verein "Rescue Saab e.V." gegründet und die Website www.rescue-saab.com (online ab 21. Februar) entworfen. Mit der Einzahlung einer Aufnahmegebühr von 50 bis 500 Euro kann laut Mobilforum-Geschäftsführer Tobias Kaboth jedermann Vereinsmitglied werden. Bei einem späteren Kauf des Unternehmens Saab werde jedes Vereinsmitglied Aktionär: Je nach Höhe der Einzahlung erhalte man Optionsscheine. Zur geplanten Abwicklung sagte Kaboth: "Alles wird notariell beglaubigt sowie treuhänderisch verwaltet. Rechtsanwalt Martin Adam (BSK Dresden) und Unternehmensberater Mathias Oldenburg stellen den rechtlichen Hintergrund. Sollte die Idee scheitern und die eingezahlte Summe für den Kauf nicht reichen, erhält ausnahmslos jeder sein Geld zurück." Obwohl die Idee "irrwitzig" klinge, seien bereits erste Zusprüche eingegangen. "Mehrfach haben bei uns Kunden angerufen und angeboten, Geld für Saab zu spenden. Daraus ist die Idee für den Verein entstanden", sagte Kaboth gegenüber AUTOHAUS Online. Man wolle dem Niedergang von Saab nicht tatenlos zusehen. Mit dem gesammelten Geld bei Saab einzusteigen sei durchaus realistisch. So könne der Verein einen zukünftigen Investor mit dem eingenommenen Geld oder mit dem Feedback der treuen Saab-Klientel unterstützen. "Warum sollte sich ein Investor nicht über Geld von den Kunden freuen?", so Kapoth. Der Verein will zusätzlich prominente Saab-Fahrer wie Stefan Raab, Bastian Pastewka, Bill Gates, Steven King oder Jay Leno um Unterstützung bitten. (se)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

23. Februar 2009 12:02
AlexDD meint:
Ich bin seid Jahren sehr zufriedener Kunde des Mobilforums in Dresden und kenne die Verantwortlichen persönlich. Die Idee von Herrn Kaboth und Kollegen mag sicher optimistisch sein. Ich bin aber sehr positiv überrascht, dass hier nicht nur gejammert und nach Staat geschrien wird, sondern sehr professionell und mit fortschrittlichen Mitteln der Kommunikation eine durchaus mögliche Lösung vorangetrieben wird.
Vielleicht ist "Rescue Saab" am Ende doch das Zünglein an der Waage, die seit Jahren überfällige Loslösung von Saab und auch Opel von GM zu bewerkstelligen, ohne dass vorher alles kaputt gemacht wird. Der europäischen Autoindustrie würde es jedenfalls gut tun.


23. Februar 2009 11:11
Oliver Koller meint:
Idealismus ist ja grundsätztlich etwas Gutes - jedoch sollte im Geschäftsleben Realismus die wichtigere Eigenschaft sein! Die Idee mit ein paar Spendengeldern ein Automobilwerk retten zu wollen, das Jahr für Jahr schon jetzt Verluste eingefahren hat, dessen Modelpalette viel zu klein ist, das aufgrund geringer Stückzahlen keine "Einkaufsmacht" hat etc., scheint aus dem gleichen Stoff gewirkt, wie die auch schon hier veröffentlichten Blütenträume Borgward wieder auferstehen zub lassen oder einen neuen Trabant zu bauen. Die Realität erscheint dabei vielleicht grausam für SAAB und seine Händler, aber wir wollen dabei auch nicht vergessen, daß es gerade SAAB war, der als einer der ersten Wahnsinnsstandarts verordnet hat und darüber eine ganze Reihe Händler verloren hat. Die damit einhergehenden Stückzahl-Verluste hat man bis heute nicht verkraftet. Und so heißt es für SAAB offenbar "in Schönheit sterben".


21. Februar 2009 20:14
Striker meint:
Ich kenne die handelnden Personen nicht, daher ist es schwer, das Ganze realistisch einzuschätzen. Ist es ehrenwert und ehrlich gemeint? Oder handelt es sich um einen PR-Gag?

Es ist noch nicht lange her, da haben drei große Opel-Händler im Kanzleramt mit ähnlichen Motiven vorgesprochen. Das war aus meiner Sicht ein PR-Gag, der nur leider nicht gezündet hat.

Menschlich kann ich das gut nachvollziehen, da wollen Händler einfach versuchen, ihre Existenz zu sichern. Allerdings hat eine Firma wie SAAB doch keine realistischen Überlebenschancen?! Das, was wir heute unter SAAB kennen, sind doch eigentlich nur Vectras bzw. Insignias, denen man ein anderes Belchkleid umgehängt hat. Und das noch nicht einmal gut. Nun könnte man einwenden, VW macht das auch so. Allerdings läuft es da Top-down, während GM das Bottoom-up versucht hat.

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