Das Kraftfahrzeuggewerbe Baden-Württemberg fordert von Autobauern und Leasinggesellschaften mehr Entgegenkommen bei den Restwerten. Das Verlustrisiko bei Leasing-Rückläufern sei eine Last, die den Automobilhandel derzeit ganz besonders drücke, erklärte Ludger Wendeler, Vizepräsident und Fachgruppenvorsitzender Kraftfahrzeughandel des Landesverbandes, am vergangenen Dienstag anlässlich des "Zweiten Branchentages" in Filderstadt. Der Handel dürfe "in dieser für ihn zunehmend existenzbedrohenden Situation nicht im Regen stehen gelassen werden".
Wendeler sieht auch Handlungsbedarf beim Kfz-Dauerthema "Dienstwagenbesteuerung". Er rief die Politik auf, die bisherige Pauschalversteuerung von 0,03 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu streichen sowie auf die Pendlerpauschale zu verzichten. "Dies dient der Steuervereinfachung und ist geeignet, das gewerbliche Neuwagengeschäft anzukurbeln."
Aktuelle Entwicklungen standen im Mittelpunkt des Händlertreffens, zu dem rund 80 Automobilunternehmer gekommen waren. Landesverbandspräsident Harry Brambach machte den Anwesenden die Notwendigkeit eines neuen Geschäftsmodells zwischen Händlern und Herstellern deutlich. Der Vertrieb von Neufahrzeugen sei in gesättigten Märkten in Schieflage geraten. An den Symptomen werde bereits seit Jahren laboriert, die Dynamik der Entwicklung, verstärkt durch die Wirtschaftskrise, erfordere jedoch ein konsequentes Kurieren der Ursachen. "Daher müssen die Risiken so verteilt sein, dass jede Seite – Handel und Hersteller – die Kosten trägt, die ihr originär zuzuordnen sind", so Brambach.
Weitere Vorträge drehten sich um die Eckpunkte der neuen Kfz-GVO sowie den Datenschutz im Kfz-Betrieb (u.a. Auswirkungen der Verbraucherkreditrichtlinie). (rp)
Rudi Schmitt
Dieter M. Hölzel
E.Kühlwetter (wallibelli)