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Harter Preiskampf macht Kfz-Gewerbe Sorgen
Das deutsche Kfz-Gewerbe sieht sich im Automobilservice durch zunehmende Herstellergeschenke an Kunden bedroht. Der Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftgewerbe (ZDK), Wilhelm Hülsdonk, warnte am Donnerstag davor, die beim Neuwagenverkauf inzwischen weit verbreitete "Rabattitis" zulasten der Werkstätten auf Serviceleistungen auszudehnen. Kostenlose Lockangebote seien ruinös. "Wer Werkstattleistungen verschenkt oder zu Ramschpreien verschleudert, legt die Axt an die wichtigste Ertragssäule des Betriebs", betonte er in Frankfurt. Qualität und Sicherheit hätten ihren Preis.
Von der am 14. September beginnenden Automechanika verspricht sich Hülsdonk wichtige Impulse für die Branche. Im Jahr nach der Umweltprämie sei das Kfz-Gewerbe nicht etwa ins Tal der Tränen abgestürzt, sondern vielmehr in die Normalität zurückgekehrt, sagte er. Im Vergleich zum "Normaljahr" 2008 sei die Zahl der Neuzulassungen (etwas über 1,9 Millionen) um 9,5 Prozent gesunken. Dieses Ergebnis liege innerhalb der Schwankungsbreite des ZDK. Hülsdonk erwartet, dass die vom Verband prognostizierte Marke von 2,7 bis 2,8 Millionen Neufahrzeugen in 2010 erreicht werden könne.
"Erfreulich" habe sich im bisherigen Jahresverlauf der Gebrauchtwagenmarkt entwickelt. Knapp 4,3 Millionen Besitzumschreibungen entsprächen einem Zuwachs von 4,1 Prozent. Stabil zeige sich auch das Geschäft mit Wartung und Reparatur. Laut Hülsdonk lag die Auslastungsquote der Werkstätten bis einschließlich Juli bei durchschnittlich 83 Prozent und damit auf gleichem Niveau wie im Vergleichszeitraum 2009.
"Service bleibt Renditeträger"
Die Kfz-Betriebe forderte der Vizepräsident auf, sich im Service breit aufzustellen. Das Werkstattgeschäft sei und bleibe ein sehr interessantes Geschäft, in dem sich Renditen erwirtschaften ließen. "Wer sich als Unternehmer auf diesem Gebiet für die Zukunft rüsten will, kommt an der Automechanika nicht vorbei", sagte Hülsdonk.
Der ZDK richtet in diesem Jahr in Frankfurt einen Fokus auf die Elektromobilität und deren Anforderungen an die Betriebe. Weitere Themen auf dem 700 Quadratmeter großen Messestand sind u.a. der Klimaservice, der Zugang für fabrikatsgebundene und Mehrmarken-Werkstätten zu allen Wartungs- und Reparaturinformationen sowie das "Autoglas Plus"-System.
Die Automechanika ist die größte Werkstatt- und Autoteilemesse der Welt. Zu der inzwischen 21. Veranstaltung werden vom kommenden Dienstag bis Sonntag rund 160.000 Besucher erwartet. Auf dem Messegelände präsentieren sich insgesamt 4.486 Firmen aus 76 Ländern. (rp/dpa)
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(Foto: ZDK)
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