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ZDK-Präsident Robert Rademacher
Rademacher
"Höchste Zeit für ein realistisches Preisniveau"
Renditeprobleme, sinkende Verkaufszahlen, Reibungsflächen mit Herstellern und Importeuren und hohe Rabatte - die Autohändler und -werkstätten starten mit wenig rosigen Aussichten ins neue Jahr. Die 3,8 Millionen Neuzulassungen 2009 seien eine "krasse Ausnahme", sagte ZDK-Präsident Robert Rademacher Ende des Jahres im Interview mit den ddp/Dow-Jones-Wirtschaftsnachrichten. Die drängendsten Probleme seien das Restwertrisiko bei Leasing-Rückläufern, die Neugestaltung der Systempartnerschaft zwischen Herstellern und Händlern sowie die neue Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung als Basis für Rechtssicherheit in Autohandel und Service, sagte Rademacher dem Dienst. Das Restwertrisiko bei Leasing-Rückläufern müsse, wie international üblich, auch in Deutschland von den Herstellern übernommen werden. Viel gewonnen wäre schon, so der ZDK-Präsident, wenn sich die für den deutschen Markt bestimmten Produktionsmengen an der realen Kundennachfrage orientierten. Rademacher befürchtet, dass die Zahl der Händler-Insolvenzen 2010 um etwa 20 Prozent ansteigen könnte. Die durchschnittliche Rendite eines Autohauses sei "aktuell unter einem Prozent". Skeptisch beurteilte der Verbandspräsident auch die künftige Rabattentwicklung. Nach der Prämien-Euphorie im vergangenen Jahr sei es höchste Zeit, die Kunden wieder an ein realistisches Preisniveau zu gewöhnen. Im Automobilvertrieb sei im Idealfall die Betriebsgröße ähnlich strukturiert wie in der katholische Kirche, so Rademacher weiter: Kathedralen in Metropolen, Kirchen in Städten und Kapellen auf dem Lande. Die Hersteller verhielten sich da höchst unterschiedlich. Die Kathedralen errichteten sie vielfach selbst. Kirchen und Kapellen hingegen, also alle übrigen Autohäuser, sollten von mittelständischen Unternehmern geführt werden. Hersteller, die das selbst versuchen, versenken viel Geld in eine suboptimale Vertriebsleistung, mahnte der ZDK-Präsident. (red/se)
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