Freitag, 25.05.2012
06.01.2010
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Rademacher

"Höchste Zeit für ein realistisches Preisniveau"

Renditeprobleme, sinkende Verkaufszahlen, Reibungsflächen mit Herstellern und Importeuren und hohe Rabatte - die Autohändler und -werkstätten starten mit wenig rosigen Aussichten ins neue Jahr. Die 3,8 Millionen Neuzulassungen 2009 seien eine "krasse Ausnahme", sagte ZDK-Präsident Robert Rademacher Ende des Jahres im Interview mit den ddp/Dow-Jones-Wirtschaftsnachrichten. Die drängendsten Probleme seien das Restwertrisiko bei Leasing-Rückläufern, die Neugestaltung der Systempartnerschaft zwischen Herstellern und Händlern sowie die neue Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung als Basis für Rechtssicherheit in Autohandel und Service, sagte Rademacher dem Dienst. Das Restwertrisiko bei Leasing-Rückläufern müsse, wie international üblich, auch in Deutschland von den Herstellern übernommen werden. Viel gewonnen wäre schon, so der ZDK-Präsident, wenn sich die für den deutschen Markt bestimmten Produktionsmengen an der realen Kundennachfrage orientierten. Rademacher befürchtet, dass die Zahl der Händler-Insolvenzen 2010 um etwa 20 Prozent ansteigen könnte. Die durchschnittliche Rendite eines Autohauses sei "aktuell unter einem Prozent". Skeptisch beurteilte der Verbandspräsident auch die künftige Rabattentwicklung. Nach der Prämien-Euphorie im vergangenen Jahr sei es höchste Zeit, die Kunden wieder an ein realistisches Preisniveau zu gewöhnen. Im Automobilvertrieb sei im Idealfall die Betriebsgröße ähnlich strukturiert wie in der katholische Kirche, so Rademacher weiter: Kathedralen in Metropolen, Kirchen in Städten und Kapellen auf dem Lande. Die Hersteller verhielten sich da höchst unterschiedlich. Die Kathedralen errichteten sie vielfach selbst. Kirchen und Kapellen hingegen, also alle übrigen Autohäuser, sollten von mittelständischen Unternehmern geführt werden. Hersteller, die das selbst versuchen, versenken viel Geld in eine suboptimale Vertriebsleistung, mahnte der ZDK-Präsident. (red/se)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

08. Januar 2010 09:21
Frank van der Velde meint:
Sehr geehrter Herr Ohain,

ich habe keinen Einwand betrieben, sondern eine Feststellung.
Aber das schlimme ist, Sie haben Recht. Es ist alles im Lot...
Wir warten jetzt nach dem Händlersterben und der damit verbundenen Marktbereinigung auf eine marktgerechte Preisstabilität, der Kunde ist sicherlich bereit,dann auch wieder mehr zu bezahlen.Eine wunderschöne Vorstellung,die mich persönlich motiviert nach 25 Jahren im Autohandelsgeschäft noch mal richtig Gas zu geben, natürlich mit Ihrem Vorschlag: Verkaufen über den Preis.


07. Januar 2010 17:43
Klaus Pütter meint:
Herrn Jäckel kann ich nur zustimmen.
Was im Hochpreis- und Luxuswagensegment abgeht, spottet jeder Beschreibung.
Da wird ein Q7 in Vollausstattung bei 35000 km p.a. und 36 Monaten mit
gerade 700 Euro angeboten.
Ein Phaeton mit über 100.000 Euro Listenpreis für gerade 600 Euro.
Der Porsche Panamera mit unter 1000 Euro.
Aber das ist wohl das Zeichen der Zeit, was sind das für Manager(Pfeifen), die, ob beim Hersteller oder beim Handel, das Sagen haben ?
Im Gegensatz zu Japan, wo z.B. der neue Jaguar XJ helle Begeisterung auslöst und alle Erwartungen übertrifft, und das noch ohne Preisnachlässe, tut sich das Auto, obwohl auch hier nur positive Resonanz vorherrscht, sehr schwer.


07. Januar 2010 11:42
Mathias Jäckel meint:
Lieber Herr Rademacher,

Ich vermisse bei vielen Beiträgen eine Komponente: Wie kann der "menschliche Verschleiß" bei vielen Mitarbeitern im Autohaus, den die zurückliegenden Jahre mit sich gebracht haben, auf ein normales, von Motivation getragenes Maß zurückgeführt werden ?
Denn eines ist doch völlig klar: An der Verkaufsfront wird doch letzlich über alles Wohl und Wehe im Betrieb entschieden, im Wagenhandel und in der Werkstatt laufen letzlich alle Drähte zusammen und es muß doch wieder mit Spaß an der Freude gearbeitet werden können, wir brauchen schlicht und ergreifend Jobs, die nicht krank machen.
Ein Fahrzeug muß heute dreimal verkauft werden, dem Kunden, der Geschäftsführung ("was, schon wieder minus?..."), und am Ende noch dem Finanzierungs-oder Leasingpartner, der das Ganze am Ende doch noch torpediert, weil Crefo und Scoring den hohen Schwellen der Kreditinstitute nicht mehr genügen.
Und wehe, wenn der Kunde bei doch zustandegekommenen Geschäften nicht auf Herstellernachfrage "sehr zufrieden" ist, dann wird dem Handel dafür auch noch die Marge gestutzt, es wird Zeit, daß solch einem Irrsinn der Riegel vorgeschoben wird ! Natürlich kann bei dem derzeitigen Handelsniveau im GW- Bereich kein Kunde sehr zufrieden sein, oder ?

Es grüßt freundlich

Mathias Jäckel

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