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Das vorläufige Aus der E10-Kraftstoffe könnte Neuwagen nach Expertenmeinung deutlich verteuern.
E10-Kraftstoffe
Höherer Biosprit-Anteil durch die EU-Hintertür?
Die soeben von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gestoppte Erhöhung des Biospritanteils im Benzin könnte nach einem Zeitungsbericht über die EU doch noch eingeführt werden. Der für Biosprit zuständige Berichterstatter des Wirtschafts- und Sozialausschusses des EU-Parlaments, Lutz Ribbe, wies in der "Frankfurter Rundschau" (Samstag) auf das Klimapaket der Europäischen Union vom Januar hin. Dieses sehe eine Verpflichtung der Länder zu einem Biokraftstoffanteil von zehn Prozent vor, die überwiegend über die Beimischung umgesetzt werden müsste. Ribbe forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, sich für einen Stopp der EU-Pläne einzusetzen. Gabriel hatte die Erhöhung des Anteils von Biosprit im Benzin von fünf auf zehn Prozent am Freitag gestoppt (wir berichteten). Ansonsten hätten rund 3,5 Millionen Besitzer älterer Autos vom nächsten Jahr an teures Super Plus tanken müssen, weil ihre Wagen das neue Biobenzin nicht vertragen. Die Notbremse hat erhebliche Folgen für die deutsche Klimaschutzpolitik. Die Bundesregierung muss ihr Klimaschutzpaket wieder aufschnüren und noch stärker auf Öko-Strom setzen. Das Scheitern der Biosprit-Pläne könnte nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer Neuwagen deutlich verteuern. "Wenn die Autoindustrie die gleiche CO2-Einsparung auf anderem Weg erreichen muss, dürften Neuwagen um durchschnittlich 2.000 Euro teurer werden", sagte er den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag). Bisher war Dudenhöffer von lediglich 1.000 Euro Mehrkosten durch die Brüsseler Klimapläne ausgegangen, schreibt das Blatt. Zinsverbilligtes Darlehen als Kaufanreiz Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Scheuer forderte, den Kauf klimaschonender Neuwagen mit zinsverbilligten Darlehen zu fördern. Nach dem Scheitern der Pläne zur Ausweitung der Biosprit-Beimischung müsse man "konstruktiv weiterdenken", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Der Altbestand an Fahrzeugen in Deutschland ist auf Rekordniveau. Das ist das größte Problem." Daher müsse man direkt bei der Entscheidung zum Autokauf ansetzen. Scheuer schlug eine Staffelung der Förderung nach Energieeffizienzklassen gemäß der EU-Vorgaben von 120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer vor, um zielgenaue Anreize zum Kauf von emissionsarmen Fahrzeugen zu schaffen. (dpa)
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