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Die IWH-Forscher gehen von zwei Millionen Autokäufern aus, die die Abwrackprämie in Anspruch nehmen.
Studie
Hohe Mitnahmeeffekte bei Abwrackprämie
Die Abwrackprämie für Altautos sorgt einer Studie zufolge für einen viel kleineren Nachfrageschub als bislang angenommen. Drei von vier Neuwagenkäufern hätten auch ohne den staatlichen Zuschuss von 2.500 Euro ein Fahrzeug erworben, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Der Mitnahmeeffekt sei mithin enorm, der Staatshaushalt werde erheblich belastet. Das Finanzministerium verteidigte die Abwrackprämie. Es gehe darum, dass die Menschen jetzt kauften und das Geld nicht erst später ausgeben. Die IWH-Forscher gehen von zwei Millionen Autokäufern aus, die die Abwrackprämie in Anspruch nehmen. Mit Hilfe etwa von Daten aus Zulassungsstatistiken und von Autohändlern erstellten sie ein Rechenmodell, um den Mitnahmeeffekt zu ermitteln. Demnach werden bestenfalls 500.000 Autos allein aufgrund der Abwrackprämie gekauft. Bei zwei Millionen subventionierten Käufern heißt das laut IWH: Um das Verhalten eines einzelnen Bürgers zu steuern, werden gleich drei weitere mitsubventioniert. Und: Für jeden Bürger, den allein die Abwrackprämie dazu bringt, sich dieses Jahr einen Neuwagen zuzulegen, wird der Steuerzahler mit 10.000 Euro belastet. Weil der Mitnahmeeffekt so groß ist, könne Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) nicht darauf hoffen, dass die Kosten der Abwrackprämie durch höhere Einnahmen etwa aus Einkommen- und Mehrwertsteuer ausgeglichen werden. Das IWH rechnet damit, dass der Staatshaushalt unter dem Strich mit 2,6 Milliarden Euro belastet wird. Allerdings räumte IWH-Präsident Ulrich Blum noch große Unsicherheiten zum jetzigen Zeitpunkt ein. "Es fällt ausgesprochen schwer, die wirtschaftlichen Effekte der Abwrackprämie genau zu beziffern", sagte er der Zeitung. "Konsum nach vorn ziehen" Ein Sprecher von Finanzminister Steinbrück verteidigte die Prämie. "Das sind gewollte Mitnahmeeffekte. Wir sind gehen nicht davon aus, dass sich jemand nur wegen der Abwrackprämie ein neues Auto kauft." Es gehe darum, dass derjenige, der ein neues Auto wolle, es jetzt kauft und das Geld nicht erst 2010 ausgibt. "Wir wollten einen Mitnahmeeffekt auslösen und damit den Konsum nach vorn ziehen", betonte der Sprecher. Nach dem Willen der IG Metall soll künftig auch der Kauf von größeren Wagen vom Staat gefördert werden. "Die Abwrackprämie hilft vor allem den Herstellern von Kleinwagen. Wir brauchen aber Impulse für alle Autobauer", sagte Jörg Hofmann, IG Metall-Bezirksleiter in Baden-Württemberg, in Stuttgart. So sei es sinnvoll, die Besteuerung beim Kauf von Werkswagen durch Beschäftigte von deutschen Autofirmen zu senken. Hofmann ist zuversichtlich, dass die große Koalition in Berlin hier bald etwas unternehmen wird. "Ich bin mir relativ sicher, dass wir etwas erreichen werden."
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Prämie drückt auf Einzelhandelsumsätze
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