Dienstag, 07.02.2012
03.06.2010
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Lohnerhöhung

Honda droht in China wieder Streik

Honda droht in China ein neuer Streik. Entgegen ersten Erwartungen konnte der Arbeitskonflikt in dem Getriebewerk im südchinesischen Foshan nicht beigelegt werden. Die Arbeitsniederlegung hatte die gesamte Autoproduktion von Honda in China lahmgelegt. Die Arbeiter, die am Mittwoch vorübergehend für drei Tage die Arbeit wieder aufgenommen haben, beharrten am Donnerstag auf ihrer Forderung nach einer Lohnerhöhung von 800 Yuan (95 Euro) monatlich. Darauf will Honda aber nicht eingehen und bietet nur 366 Yuan. "Das ist unser letztes Angebot", sagte eine Honda-Sprecherin in Peking.

In einem offenen Brief, den das Wirtschaftsmagazin "Caixing" zuvor veröffentlicht hatte, erklärten die Arbeiter jedoch, den Streik nach neuen Gesprächen am Freitag fortsetzen zu wollen, wenn die Antwort "nicht zufriedenstellend" sei. Außer der Lohnerhöhung um 800 Yuan forderten sie ferner, dass kein Streikender hinterher gefeuert werden dürfe. Die Arbeiter verdienen in dem Werk mit Überstunden rund 1.500 Yuan im Monat, berichtete ein Honda-Sprecher.

Scharfe Kritik übten die Arbeiter an den offiziellen Gewerkschaften, die sich für ein Streikende eingesetzt hatten. Sie verlangten eine Untersuchung eines Zwischenfalls am Montag, bei dem Gewerkschaftsvertreter sogar einige Streikende geschlagen hatten. Nach Presseberichten gab es dabei Verletzte. Die Streikenden mahnten alle Beschäftigten in dem Werk zur Solidarität. Die Arbeitgeber dürften keinen Keil in die Belegschaft treiben.

Auch teilten sie mit: "Wir streiken nicht nur für die 1.800 Beschäftigten, sondern sorgen uns um die Interessen aller Arbeiter im ganzen Land. Wir wollen ein gutes Beispiel dafür geben, wie ihre Rechte geschützt werden." Der Streik bei Honda ist das prominenteste Beispiel für eine wachsende Zahl von Arbeitskonflikten in China über höhere Löhne. Auch Hyundai musste kürzlich in einem Teilwerk in Peking deutlich höheren Bezügen zustimmen, um einen zweitägigen Streik zu beenden.

Tod nach 34-Stunden-Schichten

Nach einer Selbstmord-Serie in seinem südchinesischen Werk in Shenzhen hat auch der weltgrößte Elektronik-Hersteller Foxconn die Bezüge um 30 Prozent erhöht. Die Selbstmorde haben eine heftige Debatte über die Arbeitsbedingungen bei dem taiwanesischen Unternehmen ausgelöst. Chinesische und Hongkonger Zeitungen berichteten über den Tod eines weiteren Arbeiters des Werkes in Shenzhen, der am Freitag nach vielen Nachtschichten und Überstunden kollabiert und an Erschöpfung gestorben sei. Seine letzten beiden Schichten hätten mit Überstunden 34 Stunden und 13 Stunden gedauert. Foxconn wies den Vorwurf zurück, dass der Tod des 27-Jährigen mit seiner Arbeit in Zusammenhang stehe. (dpa)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

03. Juni 2010 17:47
Hans Sachs meint:
Bei allem Kapitalismus: Die Herren mit Nadelstreifenanzügen sollten sich was schämen! Selber Millionen abschaufeln und Prunktbauten hinstellen und andererseits Menschen absolut unwürdig behandeln und ausbeuten. Wo bleibt da die Politik? Das hat nichts mehr mit freier Marktwirtschaft zu tun - das stinkt gen Himmel!!!

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