IAA-Plagiatestreit: Mit oder ohne CEO und Nobel?

30.08.2007 18:57 Uhr
Chinesische "Selbstzensur": Kein CEO und Nobel auf der IAA?

Im Streit mit BMW und Daimler um vermeintliche Plagiate versucht der chinesische Hersteller Shuanghuan einer direkten Konfrontation auf der Messe aus dem Wege zu gehen. Gleichwohl hält der deutsche Importeur an seinen Ausstellungsplänen fest. Werden die umstrittenen Modelle also zu sehen sein?

Im Plagiatestreit mit BMW und Daimler versucht der chinesische Hersteller Shuanghuan einer direkten Konfrontation auf der bevorstehenden IAA aus dem Wege zu gehen. Gleichwohl ist derzeit offen, ob und in welcher Form der umstrittene Geländewagen CEO und der Kleinwagen Nobel auf der Automobilmesse gezeigt werden. Das chinesische Unternehmen selbst habe zwar nicht die Absicht gehabt, die beiden Automodelle, die im Mittelpunkt des Plagiatestreits stehen, in Frankfurt zu zeigen, sagte ein Sprecher des Unternehmens aus Shijiazhuang (Provinz Hebei) am Donnerstag. "Einige Autoverkäufer wollen unsere Fahrzeuge nach Frankfurt bringen, aber wir haben das nicht genehmigt", fügte er hinzu. Jedoch hegt die China Automobile Deutschland GmbH, die den hiesigen Import und Vertrieb der Fahrzeuge organisiert, weiterhin Messepläne. "Gehen Sie davon aus, dass die Autos auf der Messe oder in ihrem Umfeld zu sehen sein werden", sagte Geschäftsführer Karl Schlössl gegenüber AUTOHAUS Online. Seine Firma werde auf jeden Fall auf der IAA präsent sein, möglicherweise auch mit Modellen zweier chinesischer Hersteller, die hierzulande noch weithin unbekannt sein dürften: Jonway und Gonow. Details nannte er dazu nicht. "Wir sind ein friedliches Unternehmen und wir suchen das Gespräch mit BMW und mit Daimler", betonte er. Die Ähnlichkeiten der besagten, umstrittenen Modelle seien weitaus weniger ausgeprägt, als es die derzeitige Diskussion vermuten lasse. Abmahnung gegen italienischen Importeur Zu dem Vorwurf, dass BMW X5 und der Smart Fortwo kopiert worden seien, wollte sich der Sprecher von Shuanghuan in China nicht äußern. "Bei vielen Autos ist es so, dass sie im Zuge der Entwicklung einige fortschrittliche Dinge voneinander lernen", sagte er. Zugleich betonte der Sprecher: "Wir sind ein legales Unternehmen. Unsere Autos sind legale Produkte. Deswegen macht es keinen Sinn für uns, ausführlich auf die Vorwürfe einzugehen." Die Autos seien in Peking bei der Reform- und Entwicklungskommission, der obersten Wirtschaftsbehörde in China, registriert worden. Im Falle einer Präsentation des CEO auf der IAA hatte BMW angekündigt, Maßnahmen zu prüfen. Jetzt werde BMW das weitere Vorgehen der Chinesen erst einmal beobachten, sagte ein Unternehmenssprecher in München. "Die Sache scheint jetzt aufgeschoben zu sein, ob sie auch aufgehoben ist, weiß man nicht". Der weiß-blaue Autobauer geht bereits gegen den Vertrieb des Sportgeländewagens CEO in Italien mit einer Abmahnung gegen den verantwortlichen Importeur, die Firma Martin Motors, vor. Martin Motors wiederum beliefert auch die China Automobile Deutschland GmbH. (pg/dpa)

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