IAA: Volle Auftragsbücher für Zulieferer

13.09.2007 07:12 Uhr
Aufträge aus Schwellenländern für Bosch: Franz Fahrenbach.

Klimadebatte sorgt für Technologieschub / Autoboom in Asien und Osteuropa beflügelt Nachfrage

Sie stehen auf Automessen zwar oft im Schatten der Autobauer und ihrer spektakulären Modellpremieren. Doch viele Automobilzulieferer konnten auf der Automobilmesse IAA in Frankfurt eine bessere Bilanz ziehen als mancher ihrer Kunden. Denn der durch die Klimadebatte ausgelöste Technologieschub füllt ihre Auftragsbücher. Mehr noch: Der Autoboom in Asien und Osteuropa und die in weiten Teilen der Welt robuste Nutzfahrzeug- und Baumaschinenkonjunktur sorgen für einen weiteren Schub. Die weltgrößte Automobilmesse am Main ist die einzige, die die Zulieferbranche einigermaßen umfassend widerspiegelt. Fast die Hälfte der 1.081 Aussteller sind Zulieferer oder Dienstleister. Neue Aussteller sind aus Bulgarien, Dänemark, Kroatien, Malaysia, Mexiko, Südkorea und den USA zur IAA gekommen. Als zunehmend wichtiger Partner und Systemlieferant zeigt mancher Zulieferer dabei neues Selbstbewusstsein. ZF Friedrichshafen etwa will erstmals auch den Endverbraucher ansprechen und hat einen zweiten Stand auf dem Freigelände aufgebaut. "Wir wollen die Kommunikation über optionale Produkte nicht nur den Händlern überlassen", sagte ein Sprecher. Dass Hochtechnologie wie Hybridlösungen und vergleichsweise einfache Einspritzsysteme bei den Zulieferern für gute Geschäfte sorgen, ist kein Widerspruch. Alle Automärkte dieser Welt verlangen Lösungen zur Treibstoffreduzierung - wobei nicht nur der Klimaschutz der Grund ist, sondern der Wunsch, mit geringerem Treibstoffverbrauch das Autofahren erst erschwinglich zu machen. Exemplarisch zeigt sich dieser Spagat bei Bosch, dem weltgrößten Automobilzulieferer. Einerseits freut sich Bosch-Chef Franz Fehrenbach über erste Serienaufträge für Benzin- und Dieselhybrid-Systeme. Gleichzeitig sorgen Aufträge aus Schwellenländern wie Indien, in denen besonders preiswerte Autos entwickelt werden, für neue Aufträge: "2010 werden wir damit einen Umsatz von einer Milliarde Euro erzielen", sagte Fehrenbach in Frankfurt. Lesen Sie weiter: Welche Chancen sich Conti und Delphi ausrechnen.

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