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IG-Metaller zeigen sich mit Brüsseler VW-Werkern solidarisch
Volkswagen-Beschäftigte aus mehreren deutschen Standorten haben in Brüssel gegen massive Jobverluste im dortigen VW-Werk protestiert. Sie verstärkten am Samstag eine Demonstration, an der sich nach Gewerkschaftsangaben 25.000 Menschen beteiligten. Die Polizei zählte 15.000 Demonstranten. Der VW-Konzern will die Golf-Produktion aus Brüssel abziehen und das Modell künftig nur noch in Wolfsburg und Mosel bei Zwickau bauen. Davon sind in Brüssel 4.000 von rund 5.400 Arbeitsplätzen direkt betroffen. "Ich will solidarisch sein mit meinen belgischen Kollegen", sagte der Arbeiter Frank Rößler aus Wolfsburg. Von dort waren rund 50 Kollegen um Mitternacht nach Brüssel aufgebrochen. Sie führten ein Spruchband mit, auf dem es hieß: "Wir lassen uns nicht spalten." Andreas Huhn von der Vertrauenskörperleitung des VW-Werks in Kassel sagte: "Wir sind hier, um klar zu machen, dass dies kein nationales Problem ist zwischen deutschen und belgischen Kollegen." Ankündigungen des VW-Konzerns, in Brüssel solle von 2009 an der Audi-Kleinwagen A1 gebaut werden, beurteilten deutsche Demonstranten skeptisch: "Sicher ist etwas bei VW erst, wenn eine Unterschrift drunter ist und Investitionen getätigt werden", meinte der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Wolfsburg, Frank Patta. Den Umgang mit dem VW-Werk Brüssel bezeichnete Patta als "Globalisierung in Reinkultur: Menschen, Kollegen, Standorte werden gegeneinander ausgespielt." Darüber freue sich "nur einer: das Kapital". "Hier in Brüssel, wo auch die EU sitzt, wollen wir den neoliberalen Mainstream mal wieder umdrehen", erklärte Olaf Hatzenbieler vom VW-Standort Salzgitter. Er nehme an der Demonstration teil, "weil auch bei uns die Angst herrscht, dass andere Werke folgen, wenn die erste Hürde genommen ist und ein Werk schließt". Deutsche Demonstranten kamen auch aus Braunschweig, Köln, Frankfurt, Offenbach und Hanau. "Fabrik war wettbewerbsfähig" Sie betonten, der Tarifabschluss zwischen VW und IG Metall über längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn sei nicht die Ursache für den Jobverlust in Brüssel. "Man wird das Problem nur zusammen lösen können", meinte Andreas Huhn. Generalsekretär Guy Tordeur von der belgischen Gewerkschaft CSC betonte: "Diese Fabrik war produktiv und wettbewerbsfähig." Die "blinde Umstrukturierung" bei VW treffe Brüssel mit seiner hohen Arbeitslosigkeit hart. Viele Brüsseler VW-Beschäftigte gerieten nun in finanzielle Schwierigkeiten: "Sie werden ihre Kredite für Haus oder Wohnung nicht mehr abzahlen können", meinte der Versicherungsangestellte Juan Moreno. Er marschierte wie tausende belgische Beschäftigte "aus Solidarität" mit durch die Brüsseler Innenstadt. Auf Transparenten hieß es "VW geht uns alle an", "Opfer von Wolfsburg" oder – in deutscher Sprache – "Stoppt Standorthetze". Der Protestzug verlief friedlich. (dpa)
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