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Leser fragen – Herke antwortet
Ihr Zugang zur Finanzwelt
Unternehmensberater Martin-Dieter Herke, Autor des monatlichen AUTOHAUS-Zinsspiegels, ist wieder mit wertvollen Tipps rund um Banken, Kredite und Finanzierungen am Start. Die Themen der aktuellen Ausgabe von "Leser fragen – Herke antwortet": Liquiditätsverbesserung, Fortführungsprognose sowie Zinsaufschlag bei schlechterer Ratingeinstufung sowie Ratingskalen der Banken. Meine Hausbank hat mich aufgefordert den Fahrzeugbestand abzubauen, um die Liquidität zu verbessern. Da die Fahrzeuge jedoch überwiegend finanziert sind, sehe ich keine Liquiditätsverbesserung. Wie soll ich mich verhalten? Oftmals kennen die Hausbanken (Volksbanken, Sparkassen usw.) die Strukturen des Automobilgeschäfts nicht im Detail. Dies führt dazu, dass das, was im Allgemeinen richtig ist, dass Bestandsabbau zu Liquiditätsverbesserungen führt, im Kfz-Geschäft nicht unbedingt zutreffend sein muss. Belegen Sie Ihrer Bank – wie in Ihrem Fall –, dass die Fahrzeuge finanziert sind. Wenn Ihr Hersteller grundsätzlich alle Neu- und Vorführwagen über die herstellereigene Bank finanziert und Sie dort auch noch Gebrauchtwagen finanzieren, dann ist es in der Tat so, dass Sie die Gelder, die Ihnen durch Abverkäufe zufließen zur Rückzahlung der Fahrzeugfinanzierungen benötigen. Es können sogar Sondereffekte auftreten. Wenn die Herstellerbank die Fahrzeuge einschließlich Mehrwertsteuer finanziert hat, dann haben Sie beim Abbau von Bestand, da Sie keine Ersatzanschaffungen vornehmen und Vorsteuer geltend machen können, die Mehrwertsteuer an das Finanzamt abzuführen und in dieser Höhe sogar eine Liquiditätsbelastung. Oder, ein möglicher Effekt im GW-Geschäft: Die Fahrzeuge lassen sich nur zu herabgesetzten Preisen vermarkten, so dass die abzulösenden Finanzierungsbeträge höher sind und ebenfalls Liquiditätsbedarf durch so genannte Mindererlöse entsteht. Sprechen Sie diese Punkte bei Ihrer Hausbank offen an. Legen Sie der Bank einen Liquiditätsplan vor, der Ihren tatsächlichen Finanzbedarf abbildet. Auf dieser Basis können Sie dann mit der Bank über Ihren Finanzbedarf reden. Mein Rat: Gehen Sie erst dann zur Bank, wenn Sie eine exakte Vorstellung von Ihrem Finanzbedarf haben und belegen Sie, dass Ihr Autohaus den Kapitaldienst leisten kann. Mein Bankberater hat angedeutet, dass er wahrscheinlich eine Fortführungsprognose benötigt, falls ich noch zusätzliche Kredite brauche. Wie habe ich diese Forderung zu bewerten? Aus Sicht der Bank befindet sich Ihr Autohaus in einer kritischen Situation. Die Gründe dafür können beispielsweise in zu geringem Eigenkapital, Mangel an Liquidität oder einer unzureichenden Kapitaldienstfähigkeit liegen. Anhand einer positiven Fortführungsprognose lässt sich die Bank von einem externen Fachmann (Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater usw.) bestätigen, dass Ihr Autohaus zukunftsfähig ist. Nur wenn die Fortführungsprognose zu einem positiven Ergebnis kommt, ist die Bank zur weiteren Finanzierung bereit. Fällt die Fortführungsprognose negativ aus, wird sie die Kredite höchstwahrscheinlich kündigen, jedoch in keinem Fall zusätzliche Kredite zur Verfügung stellen. Die Anfertigung einer Fortführungsprognose ist äußerst umfänglich und muss eine Vielzahl von Punkten beachten, die vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) definiert sind.
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Zinsaufschlag bei schlechterer Ratingeinstufung
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