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Leser fragen – Herke antwortet
Ihr Zugang zur Finanzwelt
Unternehmensberater Martin-Dieter Herke, Autor des monatlichen AUTOHAUS-Zinsspiegels, ist wieder mit wertvollen Tipps rund um Banken, Kredite und Finanzierungen am Start. Das Thema der aktuellen Ausgabe von "Leser fragen – Herke antwortet": Schlechtere Ratingnote – was nun?
Frage: Mein Banker sagt mir, dass die Ratingnote meines Autohauses schlechter geworden sei und er deshalb keine günstigeren Konditionen abrechnen könne. Auf welche Punkte kommt es besonders an und wie kann ich sie beeinflussen?
Antwort: Sie haben mehrere Möglichkeiten Ihre Ratingnote positiv zu beeinflussen. Zunächst ist es für Sie wichtig zu wissen, in welchen Bereichen sich Ihre Ratingnote verschlechtert hat. Sind die Bilanzzahlen schlechter geworden oder beurteilt die Bank Ihre Unternehmensführung und die Zusammenarbeit mit ihr kritischer. Je nachdem können Sie den Hebel ansetzen. Sind die Bilanzzahlen schlechter geworden, hilft es oft schon, wenn Sie Maßnahmen zur Verringerung der Bilanzsumme ergreifen, da sich allein dadurch eine ganze Reihe von Kennzahlen verbessern.
Lassen Sie mich ein vereinfachtes Beispiel wählen: Nehmen wir an, Sie haben eine Bilanzsumme von fünf Millionen Euro. Wenn Sie jetzt Ihre Vorführwagen nicht mehr finanzieren und in Ihrer Bilanz ausweisen, sondern leasen, verringern Sie Ihre Bilanzsumme. Meist lassen sich Bestände abbauen und auch Forderungen durch ein strafferes Debitorenmanagement verringern. Ihre Bilanzsumme sinkt auf vier Millionen Euro. Neben der Eigenkapitalquote verbessern Sie im Regelfall noch folgende Kennzahlen:
- Gesamtkapitalrentabilität
- Schuldentilgungsdauer
- Grad der Kapitaldienstfähigkeit
- Debitorenziel
- Kreditorenziel
- Working Capital
- Zinsdeckungsquote etc.
Hat sich die Ratingnote im Bereich der Unternehmensführung oder wegen nicht optimaler Zusammenarbeit mit der Bank verändert, können Sie durch eine gezielte Finanzkommunikation Verbesserungen erreichen. Sprechen Sie mit Ihrer Bank und bieten Sie folgende Informationen an. Vereinbaren Sie, welche Unterlagen die Bank in welchem Rhythmus von Ihnen haben möchte – und Sie verbessern wieder Ihre Ratintgnote.
Finanzkommunikation / Unterlagen
- Unternehmensstammdaten
- Historie
- Geschäftsbereiche
- Organisation/Management
- Einzugsgebiet
- Marktpotenzial, Marktausschöpfung
- Angebotspalette
- Wettbewerbssituation
- Bilanzzahlen (drei Jahre im Überblick)
- Bilanzkennzahlen im Überblick
- Leistungswirtschaftliche Entwicklung im Überblick (Bestands- und Umsatzentwicklung nach Sparten; Standzeiten, Lagerdauer, Zahlungsziele)
- Aktuelle Leistungswirtschaftliche Eckdaten
- Aktuelle finanzwirtschaftliche Eckdaten (Kapitaldienstübersicht, Sicherheitenspiegel, Kapitalbedarfsermittlung, Kapitaldeckung)
- Unternehmensplanung (Umsatz, Kosten, Rentabilität, Liquidität, Bilanz)
- Zeitnahe Darstellung der Ist-Situation
- Aktueller Soll/Ist-Vergleich
- Ausblick
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