Freitag, 25.05.2012
17.12.2009
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Prognose

Importeure erwarteten massiven Markteinbruch

Die internationalen Autohersteller erwarten einen drastischen Marktrückgang im kommenden Jahr. Nach dem von der Abwrackprämie getriebenen Rekordjahr 2009 dürften 2010 fast eine Million Neuwagen weniger auf Deutschlands Straßen kommen, wie der Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Volker Lange, am Donnerstag in Frankfurt berichtete. 2010 sieht er das Marktvolumen bei 2,8 Millionen Fahrzeugen. "Bei sich stabilisierender Wirtschaftslage bei maximal 2,9 Millionen", sagte Lange. In diesem Jahr werde dagegen mit über 3,8 Millionen Wagen das beste Neuzulassungsergebnis seit 1992 erzielt. Gegenüber dem Vorjahr - dem schwächsten seit der Wiedervereinigung - betrage das Plus fast 25 Prozent. "Ich habe immer gesagt, dass das Niveau von 2009 kein Normalfall sein wird", betonte Lange. Er sehe den deutschen Markt mittelfristig bei maximal drei Millionen Fahrzeugen. "Das ist eine Obergrenze, auf die sich der Markt und der Handel einzurichten haben." Ähnlich hatte sich kürzlich auch der Präsident des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, geäußert. Die Importeure wie Peugeot oder Fiat sind besonders stark im Segment der Kleinwagen, die wegen ihres geringen Verbrauchs und der Klimadebatte derzeit gefragt sind. Da die Abwrackprämie vor allem von Käufern kleinerer Wagen genutzt wurde, stieg der Marktanteil der ausländischen Hersteller von 35 auf über 40 Prozent. Die Autobauer aus Italien, Frankreich, Japan oder Südkorea hatten neben dem europäischen Branchenprimus Volkswagen überproportional von der Abwrackprämie profitiert. Die ausländischen Hersteller rechnen künftig nicht mehr mit ähnlichen Zuwachsraten in Deutschland wie 2009. "Wenn wir im härtesten Markt Europas 33 bis 36 Prozent Marktanteil erreichen, sind wir sehr erfolgreich." Der VDIK vertritt 33 ausländische Automobil-Unternehmen in Deutschland, darunter auch vier Nutzfahrzeug-Produzenten. Zu den Mitgliedern gehören neben Fiat und Peugeot auch Renault, Volvo, Kia, Hyundai, Toyota, Honda oder Subaru.

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Einbruch beim Nutzfahrzeugmarkt

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

20. Dezember 2009 20:45
Walter Scheuermann meint:
Man muß kein Guru sein, sondern benötigt nur etwas ökonomischen Verstand um zu erkennen, daß es ganz einfach nur riesige Überkapazi-
täten, die die Automobilindustrie jetzt - als Folge der Finanzkrise -
zu bewältigen hat.
Fast jeder Autohersteller weltweit und die dazugehörige Zuliefererin-
dustrie und die gesamte in diesem Bereich liegende Produktionskette
kämpfen jetzt ums Überleben.
Doch die Marktgesetze, denen alle unterworfen sind, werden zu weiteren
Bereinigungen führen. GM, Chrysler, teilweise auch Ford, Opel und viele andere sowie deren Zulieferer usw. sind jetzt gezwungen, tätig
zu werden, um zu überleben. Dabei ist ganz offensichtlich, daß es für
einige z u s p ä t ist. Das Problem Opel ist noch lange nicht gelöst, Saab scheint verloren zu sein. Und was ist mit den sog. Premiumherstellern? Um nur die deutschen zu nennen: MB, BMW, Audi, Porsche: Die werden noch J a h r e brauchen, um wieder in ruhigere
Gewässer zu kommen. Wobei ich es nicht für gesichert halte, daß alle
auch wirklich überleben. Wenn der Markt nur 100 Autos braucht, aber
110 produziert werden, dann gibt es für den Hersteller dieser 10 Autos
ganz einfach keinen Platz mehr.
Porsche ist jetzt im Verbund von VW, was sehr viele Milliarden gekostet hat, nur um die Firma zu retten. Doch die jüngsten Zahlen
im 1. Geschäftsquartal (Juli-September meines Wissens), gerade veröf-
fentlich, lassen erschrecken: V i e r z i g Prozent Umsatzeinbruch!

Das alles funktioniert doch auf Dauer niemals.

Ich warte mit Schrecken auf die nächste Bankenkrise und die kommt,
ob man will oder nicht. Plus - noch viel schlimmer - die div. Staats-
pleiten. Begonnen hat der Prozess schon längst wie jeder weiß. Dazu
gehören Kalifornien, Island, Griechenland, Irland, fast auch schon
Italien und Spanien. Jüngst wohl auch Dubai. Viele andere werden fol-
gen, nämlich dann, wenn das Vertrauen zwischen den Staaten (auch innerhalb der EU) immer mehr schwindet. Wo sollen die Regierungen ihre
Gelder herbekommen und sei es nur zur Zinszahlung und Schulden-
tilgung, wenn niemand mehr die Staatsanleihen kaufen will? Die Steuern
brechen dramatisch ein - doch solange es halt irgendwie geht, ver-
teilt man Wahlgeschenke (z.B. Abwrackprämie - der größte volkswirt-
schaftlich denkbare Unsinn). Immerhin, man wurde (wieder)gewählt. Doch
wie lange hält das Ganze überhaupt?

Nach meiner Einschätzung wird sich in nicht zu ferner Zukunft der
Dollar und dann auch der Euro (oder auch umgekehrt) mit einem grossen
Knall verabschieden. Von den Nicht EU-Ländern rede ich gar nicht erst
und von Afrika und vielen anderen sozialen, wirtschaftlichen und
militärischen Brennpunkten ganz zu schweigen.


Jedem zu dieser gesamten Thematik Interessierten empfehle ich die
k r i t i s c h e Lektüre der Internetseite 'Schnittpunkt 2012' und
die dazugehörigen Links. Ich halte das Ganze nicht für Miesmacherei,
sondern für zum großen Teil für sehr realistische Einschätzungen.
Wohlgemerkt - mit kritischer Distanz. Im Kern aber stimmt das.

Dipl.oec.Walter Scheuermann

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