16.01.2013
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Indien
Gerichtsentscheidung
 

Der frühere Porsche-Importeur in Indien wehrt sich gerichtlich gegen den Wechsel im Vertrieb.

Haftbefehle gegen Porsche-Vorstände

Wegen Betrugs und Erpressung eines Vertriebspartners hat ein Gericht in Indien Haftbefehle gegen Porsche-Chef Matthias Müller und acht weitere Spitzenmanager des Unternehmens erlassen. Die Dokumente seien an das Innenministerium des Landes weitergereicht worden, sagte ein Mitarbeiter des indischen Bundeskriminalamts, der anonym bleiben wollte, am Mittwoch in Neu Delhi.

Der langjährige Porsche-Fahrzeugimporteur Precision Cars geht gerichtlich gegen Porsche vor, da der Sportwagenbauer im März vergangenen Jahres ohne vorherige Warnung den Vertriebspartner gewechselt haben soll. Durch Investitionen unter anderem in Ausstellungsräume für die Autos sei seinem Unternehmen ein Schaden von 25 Millionen Dollar entstanden, sagte der Chef von Precision Cars, Ashish Chordia, der Nachrichtenagentur dpa. "Wir wollen fair behandelt werden."

Da Porsche und Precision Cars sich in den vergangenen Monaten nicht auf Entschädigungszahlungen hätten einigen können, habe er vor Gericht gehen müssen, sagte Chordia weiter. Der Haftbefehl, dessen Kopie dpa vorliegt, umfasst zahlreiche Anschuldigungen, darunter Vertragsbruch, Erpressung, Betrug und Verschwörung. Ein Sprecher von Precision Cars erklärte, Porsche sei zufrieden gewesen, denn 2011 habe das Unternehmen monatlich 35 bis 40 Autos verkauft. Doch Ende April 2012 habe der Volkswagen-Konzern, zu dem Porsche mittlerweile gehört, den alleinigen Vertrieb übernommen.

Porsche Anwälte kümmern sich um den Fall

Die Haftbefehle wurden im November ausgestellt. Anwälte von Porsche hätten damals Kopien der Dokumente bekommen, so Chordia weiter. Ein Porsche-Sprecher in Stuttgart bestätigte, dass sich ihre Anwälte um den Fall kümmerten. Nach den Angaben aus dem indischen Bundeskriminalamt entscheide nach dem Gericht in Jaipur, wo sich der Firmensitz von Precision Cars befindet, das Innenministerium darüber, ob die Dokumente belastbar seien. Dann würden sie an das Außenministerium weitergereicht, die schließlich ein Auslieferungsersuchen an Deutschland schicken könnten. (dpa)

 
 
 
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