Frage der Woche: Ist das Hersteller-Ansinnen auf Staatskredite legitim?

25.05.2009 09:58 Uhr
© Foto: Porsche/BMW/Archiv/AHO-Montage

Der großen Mehrheit der Leser von AUTOHAUS Online fehlt das Verständnis für das Bestreben von Premium-Autobauern wie Porsche und BMW, staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen zu wollen.

Deutsche Premium-Hersteller haben in den vergangenen Jahren Milliardengewinne eingefahren. Wegen immenser Schulden (Porsche) und schwieriger Geldbeschaffung auf den Kapitalmärkten (BMW) prüfen sie derzeit Staatskredite bzw. Bürgschaften. AUTOHAUS Online wollte in der vergangenen Woche von seinen Lesern wissen, ob diese Gesuche legitim sind. Der großen User-Mehrheit fehlt jegliches Verständnis für das Ansinnen: 88 Prozent votierten, dass die Hersteller auch in der Krise auf milliardenschwere Hilfen des Bundes verzichten sollten. Dagegen ist für jeden zehnten Umfrage-Teilnehmer die Forderung nach Staatskrediten in Anbetracht der wirtschaftlichen Situation gerechtfertigt. Zwei Prozent entschieden sich für keine der beiden Optionen ("Weiß nicht"). Insgesamt wurden 2.041 Stimmen abgegeben. (AH) Was denken Sie: Sind die Hersteller-Pläne moralisch vertretbar? Führen sie zu Wettbewerbsverzerrung? Müsste etwa Porsche für die eigenen Management-Fehler bei der VW-Übernahme selbst aufkommen? Schicken Sie uns Ihren Kommentar! Sie finden die Funktion dazu wie immer unter diesem Artikel!

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KOMMENTARE

guido mazenauer

26.05.2009 - 12:03 Uhr

ich denke, es ist absolut unverständlichj, wenn Premiummarken wie Porsche oder BMW Staatskredite in Anspruch nehmen wollen und eben beim Staat um Geld betteln , beschämend. Werde mir in Zukunft mit Sicherheit keinen Wagen dieser beiden notleidenden" Marken mehr zulegen.


Peter Wachalski

26.05.2009 - 13:05 Uhr

Die Finanzkrise hat die Branchenkrise nur bis ins unerträgliche verstärkt.Die Branchenkrise besteht vor allem in der jahrelangen Überproduktion von Fahrzeugen, nicht marktgerechten Fahrzeugen und aus beiden resulierend nie gekannte Rabattschlachten mit kaum zu ertragenden Auswirkungen auf den Handel. Nur eine markterzwungene Bereinigung hilft da weiter. Staatshilfen führen direkt in die unseligen Symtome einer Staatswirtschaft und verstärken die Probleme eher. Wie z.B. kürzliche "Erfolgsmeldung VW" : neue Werke in Russland und China ! Für die wirklich zahlungsfähige Nachfrage werden weiterhin ein großer Teil der Fabriken gebraucht! Mehr ist von Übel.


Dieter Buschhorn

26.05.2009 - 14:28 Uhr

Ganz klares Nein. Wo sind die Milliardengewinne geblieben? Investiert in Prestige-Modelle die kein Mensch braucht und in riesige Bauvorhaben in Form neuer Werke im Ausland.Warum mit Staatsgeldern aushelfen,hier hilft nur der Abbau von Überkapazitäten.Wer unterstützt die Mittelstandsbetriebe die noch über Aufträge verfügen aber von den Banken keine Kredite erhalten? Gleiches Recht für Alle ist hier dringend erforderlich.


Norbert Bongart

26.05.2009 - 16:47 Uhr

Bevor überhaupt darüber nachgedacht wird, ob öffentliches Geld in Firmen wie Opel, Porsche, BMW usw. investiert werden sollte, müssten die Eigner und Aktionäre, die über Jahrzehnte die fetten Gewinne abkassiert haben, ihre privaten Schatullen ohne wenn und aber darstellen. Die Politik sollte das unmissverständlich klarstellen und man würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit live erleben können, dass es den Bossen möglich wäre ohne staatliche Geldspritzen ihre Unternehmen in geordnete Verhältnisse zu führen. Wenn nicht, dann eben Insolvenz mit Einbeziehung oben erwähnter Schaltullen.


Banker

26.05.2009 - 17:02 Uhr

Den Vorrednern kann ich mich nur anschließen! Denn alle KFZ-Hersteller waren auch mal Kleinstbetriebe nach denen kein Hahn gekräht hat. Nur die jetzige Größenordnung und Sorge um Arbeitsplätze rechtfertigt ein Eingreifen des Staates nicht. Und wie gesagt, in guten Zeiten nichts abgegeben, in schlechten Zeiten dann bitte auch ohne uns!


friedrich wiedemann

26.05.2009 - 21:12 Uhr

Profitmaximierung bei geringster Steuerlast, Investitionen in D nur, wenn erhebliche Staatszuschüsse geflossen sind (Leipzig - und dann Streikdrohungen), Aktionäre, die nur ihren persönlichen Profit sehen, Spekulanten die absahn(t)en und absahnen werden, Vosrstände, die sich persönlich bereichern, aber Mitarbeiter in die Wüste schicken, Politiker, die sich immer so darstellen, daß es für SIE SELBST das beste Licht abwirft, - und jetzt sollen ALLE blechen!? - Nein !!! Überkapazitäen müssen weg, so schlimm es für die MA ist.


Mr.T

27.05.2009 - 14:42 Uhr

Lasst doch die Manager zuerst zur Ader! Das sind doch die Steuermänner eines Bootes-oder hat jemals jemand den Heizern der Titanic einen Vorwurf gemacht ?!?!? Warum lässt man diese Pleitegeier nicht alle abstürzen...? Marktbereinigung. Natürliche Selektion! Ich wäre mit Sicherheit auch davon betroffen aber who cares! Stattdessen sollten die Investitionen lieber in Bildung, Familienpolitik und Kinderbetreuung fließen! Da haben alle was von! Auch die Kinderlosen!!! So könnte ich in Ruhe arbeiten gehen während meine Frau zu hause unser Kind hütet - oder auch gerne umgekehrt. Aber NÖ! Wir haben ja schon fast amerikanische Verhältnisse in denen ein Job lange nicht mehr reicht. Habe selbst auch eine 6,5 Tage-Woche mit fast 60Stunden. "Wenn Du das mit Dir machen lässt..." Nölen bestimmt wieder einige-aber wie siehts denn bei denen aus ;) Tochter sehe ich abends nur noch kurz, dann ist schon Schlafenszeit. Ich wäre wirklich gerne mehr zu hause. Und dann diese Märchen von der Elternzeit-welcher Autoverkäufer kann es sich leisten in dieser Leistungsgesellschaft mal eben eine Familienpause einzulegen (trifft im Übrigen nicht nur auf uns Autoverkäufer zu. Auch nicht nur auf Männe!). Subventioniert die Bürger und nehmt ihnen die Angst vor morgen. Kaufen werden diese Menschen dann von ganz alleine, das fördert den Absatz und auch den Ertrag, das bringt wieder Steuern ein, .......... Greetz, Mr.T


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