25.05.2009
Kreditarrangements: Viele Jaguar und Land Rover-Händler fühlen sich vom Importeur im Regen stehen gelassen.
Finanzierungsprobleme
Jaguar und Land Rover-Händler bangen um Existenz
von Karolina Ordyniec
Die Existenz mehrerer Jaguar und Land Rover-Vertragspartner steht möglicherweise auf dem Spiel. Wie AUTOHAUS Online aus Händlerkreisen erfuhr, soll die Situation in der Einkaufsfinanzierung momentan für große Unruhe in den Autohäusern sorgen. Grund dafür ist der für den 2. Juni 2009 geplante Wechsel in der Einkaufsfinanzierung von der Ford Credit auf die FGA-Bank.
Wie aus einer Mitteilung des Verbandes der Jaguar- und Land Rover-Vertragspartner bekannt wurde, kann es sein, dass die FGA-Bank den aktuellen Fahrzeugbestand nicht vollständig, möglicherweise sogar überhaupt nicht, übernehmen will. Das würde bedeuten, dass diese Fahrzeuge zum 31. Mai 2009 von der Ford Credit fällig gestellt und somit die Händlerkonten belasten würden. Für viele Betriebe hieße das: Zahlungsunfähigkeit. Über eine eventuelle Anschlussfinanzierung der bestehenden Kreditarrangements durch die Ford Credit wurde am Montag verhandelt. Über die Ergebnisse des Gesprächs schwiegen sich die Beteiligten zunächst aus. Eine Entscheidung soll in Kürze erfolgen.
Aus dem Schreiben geht weiter hervor, dass der Händlerverband nur beiläufig in den letzten Tagen davon erfahren hat, dass die Bestände im Handel grundsätzlich nicht von der FGA-Bank übernommen werden, sondern dass die Einkaufsfinanzierung erst für alle ab dem 2. Juni 2009 vom Importeur fakturierten Fahrzeuge gilt. Jaguar und Land Rover Deutschland will laut dem Anschreiben erst am 23. April 2009 davon erfahren haben.
Darüber hinaus soll bei der FGA-Bank im Gespräch gewesen sein, dass zumindest eine Übernahme der Bestände bei Neufahrzeugen, die jünger als 270 Tage und Vorführwagen jünger als 450 Tage vorgenommen werde. Auch diese teilweise Entlastung ist aber bislang noch nicht gesichert.
Volle Händler-Höfe
Viele Händler fühlen sich vom Importeur im Regen stehen gelassen. Sie werfen Jeffrey Scott, Geschäftsführer von Jaguar und Land Rover Deutschland, vor, eine mögliche Zahlungsunfähigkeit einer Vielzahl von Betrieben billigend in Kauf zu nehmen. Zusätzlich macht sich in der Händlerschaft Verwunderung darüber breit, dass einige Händler in den vergangenen Monaten vom Importeur dazu veranlasst wurden, Neuzukäufe in erheblichem Maße durchzuführen. Das soll dazu geführt haben, dass beim Importeur selbst so gut wie gar keine Land Rover-Fahrzeuge mehr verfügbar sind, diese aber nun auf den Höfen der Händler stehen — inklusive des Finanzierungsrisikos.
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(Foto: Jaguar/Land Rover/Pixelio.de/AHO-Montage)
27. Mai 2009 18:19
Insider meint:
Das Dilemma liegt darin begründet, dass auf Drängen von Ford Händler eingesetzt wurden,die vom Premium Geschäft keine Ahnung hatten.
Es wurden u.a. größenwahnsinnige Multidealer eingesetzt, wo, wie z.B. bei Kroymans, dort Geschäftsführer tätig waren, die zwar gern die Premium-Marken als Dienstwagen fuhren, sich aber nicht in dem Metier auskannten, geschweige denn die Modellreihen richtig kannten. Dazu Verkäufer, die nur auf Umsatz ohne Rücksicht auf Verluste getrimmt wurden, ohne das Feeling für diese wunderbare Kundschaft zu haben.
Darum werden heute bei den besten Modellen die Jaguar je hatte, nur
genauso viel Autos verkauft wie vor 10 - 20 Jahren.
Die gute alte Garde von Verkäufern, die auch Jaguar lebten, ist nur noch dünn gesät.
26. Mai 2009 18:04
Truk meint:
Ich hoffe das die Verantwortlichen bei der alten und bei der neuen Land Rover Bank weise und vorsichtig reagieren und nicht unnötig Händlerexistenzen aufs Spiel setzen.
Auf den Importeur braucht man zu dieser Stunde scheinbar nicht mehr zu hoffen, der hat die Katastrophe ausgelöst und ist scheinbar auch nicht in der Lage in solch schwierigen Zeiten das Händlernetz zu betreuen.
Scott sagte noch vor genau einem Jahr anlässlich einer Händlertagung "wir müssen uns von unprofitablen Händlern trennen"!!
Das er das so gemeint hat wie es jetzt läuft, muss man ihm ja fast Absicht unterstellen.
Hier sollten endlich (...) bevor noch mehr Schaden angerichtet wird. Es ist doch eh schon ein Desaster was die Händler teilweise mitmachen mussten, über BMW, FORD und nun TATA.
Ich erinnere an den Wechsel von BMW zu FORD im Jahr 2000 und der Zerschlagung der Marke sowie der endgültigen MG-Rover Pleite 2005.
Es hilft auch nicht teure Premium Paläste zu bauen in denen asessment geschulte Einheitsverkäufer Dienst tun und lediglich einstudierte Standardantworten parat haben. Der Kunde erwartet beim Händler Verbündete und keine Maschinen.
Tageszulassungen für JAGUAR? das gehört vom Hersteller verboten, schneller kann man keine Premium Marke ruinieren. Ich weis nicht was der Importeur sich bei solchen Aktionen denkt, wem will er was bitteschön beweisen? die Zahlen JAGUAR sind heute mit den besten Produkten die man je hatte auf dem Niveau wie Mitte der 90er.
Das bedeutet es gibt einfach nicht mehr Kunden für dieses Produkt in Deutschland und man sollte dies einfach mal akzeptieren.
Darüber Hinaus muss man sich doch fragen wie soll denn der Vertrieb in Zukunft für JAGUAR und Land Rover aussehen?
Setzt man bereits mit dieser unglücklichen Aktion darauf das lediglich die 25 stärksten überleben und sich den deutschen Kuchen teilen?
Das wird nicht funktionieren, ein Jaguar oder LR ist kein Ferrari, oder Porsche wo der Kunde so viel Leidenschaft mitbringt, das er auch Anfahrten von 200 und mehr km in Kauf nimmt. Wahrscheinlich müssen es mal wieder die kleinen richten die sich dieser MArke mit Ihren Familien und Mitarbeitern verschrieben haben und seit 20 Jahren unter dem Größenwahn des jeweiligen MD´s zu leiden haben.
26. Mai 2009 12:23
Malleus Maleficarum meint:
Genau , da wird wieder einseitig wie bei einer Hexenjagd auf die unschuldigen Hersteller eingeprügelt. Schließlich zwingt diese der Wettbewerb dazu ihre Automobile zu verschleudern und Leasingkonditionen bieten zu müssen, die jeglicher kaufmännischer Kalkulation entbehren.
Exakt --- der Kunde ist es, der des Teufels ist und all dies fordert ohne an die Folgen zu denken.---- Er allein bringt den Herstellern und Händlern durch sein zügelloses und lasterhaftes Handlen in Verderbnis.
----- "Kehret um so lang Ihr noch könnt sonst droht ewige Verdammnis und womöglich obendrein noch das Fegefeuer und eine Rede des Bundespräsidenten zur Lage der Nation."
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