Ziel Zulieferer: Karmann vor weiterem Jobabbau

18.09.2008 13:00 Uhr
Der Zulieferer Karmann muss schlimmstenfalls weitere 1725 Stellen abbauen
© Foto: ddp / Volker Hartmann

Der Osnabrücker Autobauer muss voraussichtlich weitere 1.725 Stellen streichen und hat Verhandlungen über einen Sozialplan aufgenommen. Erst vor einem Jahr hatte das Unternehmen einen Abbau in ähnlicher Größenordnung angekündigt.

Der angeschlagene Autobauer Karmann wird sich voraussichtlich komplett aus dem Fahrzeugbau zurückziehen und bis zu 1.725 weitere Stellen streichen. Aus diesem bisher wichtigsten und bekanntesten Geschäftsfeld werde man einen "geordneten Rückzug" einleiten, teilte das Osnabrücker Traditionsunternehmen am Donnerstag mit. Der Cabrio-Hersteller und Autozulieferer hatte bereits vor einem Jahr die Streichung von 1.770 Stellen angekündigt, schon zuvor hatte es mehrere Entlassungswellen in unterschiedlichen Geschäftsbereichen gegeben. Grund für die beiden jüngsten Personalabbau-Schübe sind die Schwierigkeiten, Folgeaufträge für die bislang in Osnabrück und Rheine gebauten Mercedes Benz CLK und Audi A4 Cabriolet zu bekommen. Spätestens im August kommenden Jahres läuft die Produktion des CLK in Osnabrück aus. Bereits im Frühjahr 2009 endet die Fertigung des Audi Cabrios in Rheine. Die Sozialplanverhandlungen begannen am Donnerstag. Karmann erwirtschaftete noch im Jahr 2007 weltweit einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Künftig werden nach Planungen des Unternehmens rund zwei Drittel des Umsatzes und der Belegschaft wegbrechen. Karmann plant den Angaben zufolge mit einem Umsatz von nur noch 500 Millionen Euro und einem Kern von 2.400 Mitarbeitern. Kampf um Folgeaufträge geht weiter Das Unternehmen werde sich aber weiter für Folgeaufträge einsetzen, hieß es. Gleichwohl müsse aus arbeitsrechtlichen Gründen bereits jetzt mit den Sozialplanverhandlungen begonnen werden, damit spätestens im Januar die Kündigungen ausgesprochen werden können. Sollte es einen Neuauftrag geben, sollen die Entlassungen zurückgenommen werden.

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