Donnerstag, 24.05.2012
17.06.2009
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Beteiligung

Katar erwartet Einigung mit Porsche in drei Wochen

Das Golfemirat Katar will innerhalb der nächsten drei Wochen über seinen möglichen Einstieg bei Porsche entscheiden. Der Ministerpräsident, Scheich Hamad bin Dschasim al-Thani, nannte am Dienstabend während eines Gesprächs mit katarischen Geschäftsleuten in der Hauptstadt Doha einen Zeitrahmen von "zwei bis drei Wochen". Bis dahin sollten alle Details und die Größenordnung der katarischen Beteiligung geklärt sein, fügte er hinzu. Katar sei generell daran interessiert ein "langfristiger Investor" zu sein. Nach einem Bericht der "Börsen-Zeitung" will der Porsche-Aufsichtsrat über einen solchen Einstieg innerhalb der nächsten vier Wochen grundsätzlich entscheiden. Ein Porsche-Sprecher wies den Bericht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa jedoch als "Spekulation" zurück. Er bestätigte lediglich Verhandlungen mit Katar. Bislang wurde in Medien berichtet, eine grundsätzliche Einigung könne schon im Juni erzielt werden. Mit einer Zustimmung des Aufsichtsrats wurde bisher Anfang Juli gerechnet. Den Weg für den Einstieg Katars könnte eine außerordentliche Hauptversammlung Anfang September frei machen. Das Golf-Emirat will dem Vernehmen nach ein Viertel der Stammaktien von Porsche übernehmen. Damit erhielte erstmals ein fremder Aktionär Mitspracherecht in dem Familienunternehmen. Bislang kontrolliert die Familie Porsche/Piëch alle Porsche-Stammaktien. Oettinger wirbt für KfW-Kredit Porsche hatte sich bei der geplanten Übernahme von Europas größtem Autobauer VW verhoben und kämpft mit einem riesigen Schuldenberg. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) warb bei der staatseigenen KfW-Bank für einen Kredit für den hoch verschuldeten Sportwagenbauer Porsche. "Ich glaube, dass das mögliche Darlehen für die KfW eine sehr annehmbare Lösung darstellen könnte", sagte Oettinger am Dienstag in Stuttgart. Der Kredit stelle für die KfW kein Risiko dar, weil Porsche als VW-Mehrheitseigner Stammkapital von Volkswagen als Sicherheit angeboten habe. Die Bedenken, dass Porsche durch die Übernahme von Europas größtem Autobauer VW selbst verschuldet in die Krise geraten sei und deshalb keinen Anspruch auf einen Kredit habe, hält Oettinger nicht für stichhaltig. Es gehe nicht um eine Rettungsbeihilfe wie bei Opel. "Es geht um ein Darlehen aus dem Deutschlandfonds, der eigentlich dafür geschaffen worden ist." Ein Engagement des Golfstaats sieht Oettinger grundsätzlich positiv. Ein dritter Gesellschafter sei "eine nachvollziehbare Lösung". Man sehe ja am Beispiel Daimler, dass mit Investoren aus diesem Raum wegen ihres nachhaltigen langfristigen Denkens gute Erfahrungen gemacht worden seien. Oettinger geht unterdessen nicht davon aus, dass Baden-Württemberg Porsche mit einer Landesbürgschaft unter die Arme greifen muss. "Die Frage stellt sich derzeit nicht." Das Land habe Porsche bereits über die Landesbank Baden-Württemberg mit einem Kredit geholfen. Auch Vize-Regierungschef Ulrich Goll (FDP) sagte: "Wir gehen in der Tat nicht davon aus, dass eine solche Situation eintritt."

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Porsche-Familie steht geschlossen hinter Gesprächen mit Investor

 
 
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