Rückzug: Kerkorian steigt bei Ford wieder aus

21.10.2008 05:40 Uhr
© Foto: Ford/Freefoto.com/AHO-Montage

Nur ein halbes Jahr nach dem Einstieg des Investors beim angeschlagenen US-Autobauer zieht sich dessen Holding Tracinda wieder zurück. Kerkorian will sich auf andere Branchen konzentrieren.

Ein halbes Jahr nach seinem aufsehenerregenden Einstieg beim US-Autobauer Ford bläst der streitbare Investor Kirk Kerkorian zum Rückzug. Der Multimilliardär will sich auf andere Branchen konzentrieren und seinen Anteil an dem notleidenden Hersteller von zuletzt mehr als sechs Prozent schrittweise abbauen. Wegen der zuletzt steilen Talfahrt der Ford-Aktie erlitt Kerkorian hohe Verluste. Kerkorian war zuletzt nach der Ford-Familie größter Anteilseigner des mit Milliardenverlusten kämpfenden US-Herstellers. Seine Holding Tracinda gab am Dienstag den Verkauf eines ersten kleinen Pakets von 7,3 Millionen Ford-Aktien zum Durchschnittspreis von 2,43 US-Dollar bekannt. Erst im Juni hatte Kerkorian noch Titel zum Preis von 8,50 Dollar nachgekauft. Die noch mehr als 133 Millionen übrigen Aktien will Tracinda je nach Marktlage schrittweise veräußern bis hin zu einem möglichen Komplettausstieg. Die Aktie notierte am Dienstag zum US-Handelsstart in New York mit 2,25 Dollar fast 3,5 Prozent unter Vortagesschluss. Als Grund für den Kurswechsel nannte Tracinda, dass man sich angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation auf andere Branchen wie Hotels und Kasinos sowie Öl und Gas konzentrieren wolle. Meinungsverschiedenheiten hinter den Kulissen Öffentlich hatte Kerkorian das Ford-Management stets gelobt und dessen Kurs als den richtigen Weg aus der schweren Krise bezeichnet. Hinter den Kulissen gab es aber auch Meinungsverschiedenheiten: So sprach sich der Großaktionär für den Verkauf der verlustreichen schwedischen Tochter Volvo aus, was Ford bisher offiziell ablehnt. Ford selbst wird laut Analysten in den nächsten Tagen ein neues hohes Minus bekanntgeben. Der 90-jährige Kerkorian hatte in den vergangenen Jahren bereits beim früheren DaimlerChrysler-Konzern und bei der Opel-Mutter General Motors für Aufsehen gesorgt. Zu seinem Imperium gehören zahlreiche Firmenbeteiligungen, unter anderem kontrolliert er mit MGM Mirage die zweitgrößte Spielkasino-Kette der Welt. Sein Vermögen machte er vor allem in der Glücksspiel-Metropole Las Vegas. (dpa)

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