Das Kfz-Gewerbe Bayern lehnt den Reformentwurf des Bundeswirtschaftsministerium zur Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) ab. Landesverbandspräsident Klaus Dieter Breitschwert forderte am Mittwoch in München, die Verordnungen klarer als geplant zu definieren, so dass deren Umsetzung ordnungsgemäß durchgeführt werden könne. "Wir arbeiten daran, dass nicht für jedes einzelne Fahrzeug umfangreiche europäische Richtlinien durchgearbeitet werden müssen", so Breitschwert. Mit der Änderung seien noch mehr Unklarheiten aufgetreten.
Breitschwert will sich nach eigenen Worten jetzt dafür einsetzen, dass die Verordnung etwa bezüglich der Energieeffizienzklassen nicht verändert wird. "Die bisherige Regelung ist vollkommen ausreichend."
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will mit dem neuen Kennzeichnungssystem Kunden in den Autohäusern die Wahl eines umweltfreundlichen Modells erleichtern und den Markt transparenter machen (wir berichteten). Nach den bisherigen Plänen sollen die Käufer künftig mittels einer Farbskala auf einen Blick Verbrauch, CO2-Emissionen und Energieeffizienz erkennen können. Auch sollen die Hinweisschilder und Aushänge Angaben zur Jahressteuer und zu den durchschnittlichen jährlichen Kosten für Kraftstoff oder Strom (Elektroautos) enthalten.
Breitschwert warnte vor einer neuen Kostenlawine für die Autohäuser: "Die Ausgestaltung der Verordnung war bisher weitgehend offen und auslegungsbedürftig, so dass den Kfz-Betrieben bislang extreme Kosten durch Rechtsverfolgung entstanden sind, ohne dass Klarheit über die konkrete Anwendung der Vorschriften besteht." In diesem Zusammenhang verwies der Landesinnungsmeister auf die neu entstandenen zusätzlichen Ausgaben für die Informationspflicht bei der Vermittlung von Verbraucherdarlehen sowie Versicherungsprodukten. In Kürze entstünden den Betrieben weitere Kosten bei der Reifenvermarktung.
Er wisse wohl, dass der nationale Gesetzgeber aufgrund der zugrunde liegenden Europäischen Richtlinie kaum Möglichkeiten habe, die Informationsvorschriften zu lockern, betonte Breitschwert. Der bayerische Branchenvertreter appellierte an die Entscheidungsträger auf europäischer Ebene, "über die Sinnhaftigkeit dieser überbordenden Informationsvielfalt nachzudenken".
Neue Verbrauchsbenotung in den USA
Ähnlich wie in Deutschland soll es künftig auch in den USA Noten für den Kraftstoffverbrauch geben. Die US-Umweltschutzbehörde EPA will die Kennzeichnung Mitte 2011 im Handel zur Pflicht machen. Die Noten von A+ bis D kennen die Amerikaner aus der Schule, "A+" entspricht dabei der deutschen "Eins Plus". Die Bestnote erhalten die jeweils sparsamsten Modelle ihrer Klasse. Bisher war lediglich eine Angabe zum Spritverbrauch Pflicht. Die US-Bürger sind nun dazu aufgerufen, die Kennzeichnung zu kommentieren. (rp/mid/hh)