Mittwoch, 08.02.2012
26.11.2009
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Bankengespräche

Kittner-Insolvenz abgewendet

Die Kittner-Gruppe muss vorerst nicht Insolvenz anmelden. Wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte, seien die Gespräche mit den Banken über die Zukunftsfähigkeit des Handelshauses "sehr konstruktiv" verlaufen. Eine Einigung sei hergestellt. Den Verhandlungsergebnissen müssten nun die Bankengremien noch formal zustimmen, hieß es. Eine endgültige Entscheidung wird bis Donnerstag Nachmittag erwartet. Das Sanierungskonzept, das nun umgesetzt werden soll, sieht laut Kittner-Geschäftsführer Wolfgang Mehte vor, die BMW-Standorte Bad Oldesloe und Eckernförde zu schließen. Auch einige VW-Autohäuser würden auf den Prüfstand kommen, sagte Mehte gegenüber den "Lübecker Nachrichten". Von den Mitarbeitern werde nun ebenfalls ein zusätzlicher Beitrag, etwa der weitere Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, erwartet, schrieb die Zeitung. Die IG Metall Lübeck wolle darüber nun verhandeln. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) sagte auf ddp-Anfrage: "Kittner hat damit eine Zukunft". Am Mittwoch war unter seiner Führung eine weitere Gesprächsrunde mit sämtlichen beteiligten Banken in Kiel angesetzt (wir berichteten). Dabei sollte die Restrukturierung der Autohausgruppe abschließend beraten und eine Insolvenz abgewendet werden. Bereits am Freitagabend hatte die Kittner-Geschäftsleitung mitgeteilt, Insolvenz anmelden zu wollen und so das Unternehmen wieder auf eine gesunde Basis zu stellen. Als möglicher Übernahme-Kandidat von Teilen der Handelsgruppe hat sich die Rendsburger Kath-Gruppe ins Spiel gebracht. IG Metall fordert "Verhandlungen auf Augenhöhe" "Die Proteste der Beschäftigten haben sich gelohnt. Durch den öffentlichen Druck konnte die Insolvenz in letzter Sekunde abgewendet werden", kommentierte Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste. Die Banken und Gesellschafter hätten mit dem Schicksal von 1.250 Beschäftigten gepokert, damit müsse jetzt Schluss sein, hieß es in einer Stellungnahme der Gewerkschaft. Die IG Metall Küste forderte die Geschäftsführung auf, die Arbeitnehmervertreter bei allen weiteren Entscheidungen frühzeitig mit einzubeziehen. "In einem zukunftsfähigen Unternehmen wie der Kittner-Gruppe müssen grundsätzlich die Tarifverträge des Kfz-Handwerks gelten. Über alles andere fordern wir Verhandlungen auf Augenhöhe. Ein Diktat der Banken werden wir auf jeden Fall nicht unterschreiben", kündigte Blankau an. (se)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

27. November 2009 17:25
Peter Meier meint:
Erstaunlich was möglich ist. Für die Mitarbeiter ist die vorläufige Rettung natürlich eine gute Nachricht. Aber was bedeutet das wirklich?
Die Politik wird erst aktiv, wenn ein Betrieb Groß ist oder große Managementfehler begangen hat, am besten beides zusammen. Wer es versucht hat für einen Betrieb mit 25 Mitarbeitern ein Darlehen bei seiner alten Hausbank zu bekommen weis wovon ich rede. Die vielgelobten KFW-Mittel sind unerreichbar, weil die Hausbanken schlichtweg keine Lust haben sich die Arbeit zu machen, weil nichts daran verdient wird. Für Betriebe die deitlich kleiner sind als kittner und Co. gibt es keine Lobby und keine Hilfen. Armes Deutschland.

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