18.05.2012
   
¬ Klassikwelt Bodensee
 
Nach Branchenschätzung nutzt nur jeder zehnte Oldtimer-Besitzer die Autos als Wertanlage.

Zahl der Oldtimer-Freaks wächst

"Dass hochpreisige Oldies etwa von Mercedes, Ferrari oder Porsche die stärksten Wertsteigerungen erzielen, gehört zu einer Legende", berichtet Götz Knoop, Vizepräsident des Bundesverbands für Clubs klassischer Fahrzeuge (DEUVET), während eines Branchengesprächs auf der Messe "Klassikwelt Bodensee 2012" in Friedrichshafen. Mit einem Wertzuwachs von 295 Prozent von 1999 bis 2010 liegt der Citroën CV auf Platz eins. Somit kletterte der Durchschnittspreis der "Ente" von 2.000 auf 7.900 Euro.

Den zweiten Platz in der Oldtimer-Wertsteigerungstabelle erreicht der Fiat 500 F. Er legte im gleichen Zeitraum von 2.300 auf 8.400 Euro zu, was eine Wertsteigerung von 265 Prozent bedeutet. Mit einer Zunahme um 194 Prozent belegt der eher unscheinbare Frontmoter-Porsche 924 den dritten Rang. Knoop leitet von den drei schwach motorisierten, eher unspektakulären Fahrzeugen – der 2CV verfügt lediglich über neun bis 29 PS, zirka einen halben Liter Hubraum und zwei Zylinder – ab, dass die echten Oldtimer-Freaks die Nachfrage bestimmen.

"Die Käufer, die sich einen Oldtimer als Kapitalanlage zulegen, interessierten sich nur für Modelle ab höherem fünfstelligem Bereich", bestätigt Mike Tetzlaff vom Verkaufshaus E. Thiesen. Inzwischen bestimmten 90 Prozent Enthusiasten und zehn Prozent Kapitalanleger die Szene, ergänzt der Repräsentant des älteste Oldtimer-Verkaufshaus in Deutschland. 

Hochpreismodelle: Ab in die Garage

Der Trend zeige weiter in Richtung Freaks, da die hochpreisigen Modelle zunehmend rarer werden – und auch teurer, was den Einstieg erschwert. Immer mehr Kapitalanleger würden ihre Fahrzeuge über Jahre hinweg einbunkern, dies mit der Gewissheit, dass ein Oldtimer noch nie an Wert verloren, sondern immer hinzugewonnen habe, so Tetzlaff. Hinzu komme, dass finanziell Gutbetuchte sich stärker für Youngtimer interessierten, also die künftigen Oldies. Sie kauften die unter 30-Jährigen und warteten mit dem Weiterverkauf bis diese deutlich über 30 Jahre alt sind. 

Für Martin Halder, Vorstand des Fahrzeugkulturforums Meilenwerk, spricht für die steigende Zahl der Oldtimer-Freaks auch die Fahrzeugbestandstabelle. Mehr als 360.000 Fahrzeuge sind über 30 Jahre alt. Allein die Zahl der Personenwagen mit H-Kennzeichen hat sich Ende 2011 auf über 231.000 erhöht, was bezogen auf die vergangenen zehn Jahre eine Verdoppelung darstellt. Der bisherige Verlauf in 2012 bestätigt den Trend. Bei der Anzahl der H-Nummernschilder steht der VW Käfer mit rund 26.000 Altmodellen mit großem Abstand auf Platz eins. Danach folgen mit etwa 6.800 Einheiten die Strich-Acht-Modelle von Mercedes. (mid/gz)

 

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