Opel: Koch rechnet mit Magna-Einstieg

09.06.2009 14:18 Uhr
Roland Koch glaubt fest an eine Einigung mit Magna.
© Foto: ddp/Torsten Silz

Nach Meinung des hessischen Ministerpräsidenten gibt es nicht den geringsten Grund, anzunehmen, dass es nicht zu einer Einigung kommt. Themen wie Lizenzgebühren oder Pensionslasten seien bekannt gewesen.

Opel und die hessische Landesregierung rechnen weiter fest mit einem Einstieg des Autozulieferers Magna bei dem Rüsselsheimer Autobauer. "Es gibt nicht den geringsten Grund, anzunehmen, dass es nicht zu einer Einigung kommt", sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) am Dienstag nach Gesprächen mit dem Opel-Betriebsrat und der Geschäftsführung in Rüsselsheim. Gleichzeitig warf Koch den Medien vor, mit Berichten über angebliche Opel-Altlasten in Milliardenhöhe die Zukunft des Unternehmens zu gefährden. Themen wie Lizenzgebühren oder Pensionslasten seien den Verhandlungspartnern schon vor dem Zuschlag für Magna bekanntgewesen. "Wir sind ja keine Deppen, die einfach in ein Problem hineinlaufen." Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sprach von "interessierten Kreisen", die gezielt Unwahrheiten verbreiten würden. Franz kritisierte Medienberichte über angebliche Probleme bei der Opel-Übernahme: "Das Thema Patente ist geklärt. Marktzugänge sind mehr oder weniger geklärt. Das Pensionsthema ist geklärt. Eigenkapital ist geklärt. Zugriff auf Technologien ist geklärt." So wussten die Verhandlungspartner laut Koch schon bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung zum Magna-Einstieg, dass sich die russische Sberbank eine spätere Übertragung von Opel-Anteilen an den Hersteller GAZ offen hält. Der russische Hersteller übernimmt zunächst keine Aktien, stellt aber sein Vertriebsnetz zur Verfügung. Koch machte klar, dass sich Magna die Stimmführerschaft im neuen Unternehmen gesichert hat. Magna werde Opel auch im Namen der Sberbank führen. Magna strebt eine 20-prozentige Beteiligung an Opel an, jeweils 35 Prozent sollen GM und die russische Sberbank halten. Zudem sitzt der russische Hersteller Gaz als industrieller Partner im Boot. Zehn Prozent würde die Opel-Belegschaft halten.

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KOMMENTARE

Horst Kuhlemann

09.06.2009 - 19:41 Uhr

Warum, sehr geehrter Herr Koch, warum reagieren Sie den Medien gegenüber (falls es stimmt?) so empfindlich? Ich meine, die interesierten Bürger und vor allen die Opel- MitarbeiterInnen sind ebenfalls "keine Deppen, die einfach irgendwo hieinlaufen" wollen. Alle wissen aber auch, dass Wahlkampfstimmung herrscht! Gutes Gelingen Horst Kuhlemann


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