Freitag, 25.05.2012
09.04.2009
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Aufstockung der Fördermittel

Kritik an Abwrackprämie hält an

Die Kritik an der Abwrackprämie und der Aufstockung der Fördersumme hält an. Der Vorsitzende der staatlichen Monopolkommission, Justus Haucap, warnte vor einem Verfall der Gebrauchtwagenpreise. "Durch die staatliche Förderung verlieren Millionen Gebrauchtwagen an Wert", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" am Donnerstag. Dies treffe deutsche Premiummarken wie Audi, Mercedes und BMW, weil sich die Nachfrage hin zu kleinen Neuwagen verschiebe. Die Monopolkommission gehört zu den wichtigsten Beratungsgremien der Bundesregierung. Haucap kritisierte die Abwrackprämie als "Geldverschwendung auf Kosten des Steuerzahlers". Die Förderung sei "ökonomisch unsinnig", weil damit vor allem die Produktion von Kleinwagen in Osteuropa angekurbelt und der Kauf von Neu- und Jahreswagen nur vorgezogen werde. Diese Nachfrage werde in Zukunft jedoch wieder entfallen. Am Gebrauchtwagenmarkt sind die Preise für ältere Modelle, für die die Förderung nicht gilt und die mehr als 2.500 Euro wert sind, dem Zeitungsbericht zufolge zuletzt deutlich gefallen. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer verlangte, die Prämie nachzubessern. Sie solle auch beim Erwerb von Jahreswagen gezahlt werden, wenn diese zuvor 14 Monate und nicht nur 12 Monate zugelassen waren, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Ramsauer begründete dies damit, dass viele Jahreswagen etwas länger als ein Jahr gefahren würden, ehe sie verkauft werden. Davon könnten vor allem Firmen wie Audi, BMW und Mercedes profitieren, die viele Jahreswagen im Angebot haben. Altautoverwerte gelangen an Kapazitätsgrenzen Nach einem Bericht des Berliner "Tagesspiegels" drohen bei der Beantragung und Auszahlung der Prämie neue Probleme. Es komme zu Engpässen bei der Ausstellung der erforderlichen Verwertungsnachweise. Die Altautoverwerter seien an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt. Andreas Habel vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) spreche von etwa 800.000 Autos, die in einem Jahr normalerweise demontiert werden. Das Umweltbundesamt gehe von etwa 500.000 Fahrzeugen aus, berichtet die Zeitung. Gottfried Höll vom Verwerterverband Arge Altauto sehe die Verwertungskapazitäten bei etwa 1,2 Millionen Autos. Allerdings seien schon im Februar mehr als 600.000 Altautos abgegeben worden. (dpa)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

11. April 2009 11:41
Kein Professor meint:
Endlich mal jemand, der weiß, von was er spricht. Gut gemacht Herr Haucap!


10. April 2009 19:56
F.Fehling meint:
alle Reden und was passiert ?
Es gibt viele Möglichkeiten,aber....?
Alle jammern und wo bleibt das Rezept ?
Wir lassen uns zu viel gefallen und wir handeln überhaupt nicht,siehe in den Nachbarstaaten.
Die Autowerter sollen doch bitte alle Autos nach Berlin fahren und dort vorm Regierungsgebäude parken.
Warum tut ihr euch das überhaupt an ihr lieben Autowerter,ihr holt die Autos ab,müsst sie fachmännisch zerlegen und wer bezahlt eure Arbeit.
Alle jammern und keiner kontert.
Handeln ist gefragt,oder...?


10. April 2009 11:21
Joachim Otting meint:
Ein Alternativvorschlag setzt bei der Dienstwagenbesteuerung an. Das eine Prozent wird ja am Listenpreis gemessen, der jedoch so gut wie nie bezahlt wird. Würde sich der Staat dort ab sofort mit einem Prozent des gezahlten Preises bescheiden, könnte das eine Nachfragewelle oberhalb des Kleinwagensegmentes auslösen.

Schließlich geht der Staat, soweit ich weiß, bei seinen Beschaffungsregeln ("Staatssekretärsauto darf max. X0.000 EURO kosten...") auch nicht vom Listenpreis aus, sondern vom gezahlten Preis. Wäre es anders, führen die Staatsdiener zwei bis drei Klassen kleiner.

Womit, außer mit staatlicher Steuergier, lässt sich diese Ungeleichbehandlung rechtfertigen?

Allerdings ließe sich diese Steuersenkung nicht durch Umsatzsteuermehreinnahmen gegenfinanzieren. Andererseits: Diese Maßnahme stützte wohl im Schwerpunkt heimische Unternehmen, ohne dass es von der EU zu beanstanden wäre.

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