Freitag, 25.05.2012
20.03.2009
Share |
Liquiditätsprobleme

Kroymans geht in die Insolvenz

Die niederländische Kroymans Corporation hat wegen Liquiditätsproblemen etlicher Tochterfirmen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte die Autohandelsgruppe am Freitag in Hilversum mit. Betroffen von der Zahlungsfähigkeit seien das Handels- und Importgeschäft mit den Firmen Kroymans Import Europe, Kroymans Retail Group und Kroymans Car Import. Keine Finanzprobleme habe dagegen die Kroymans Financial Services, sie sei ein gesundes Unternehmen und der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter, hieß es. Der Rückgang der Verkäufe auf dem internationalen Automobilmarkt sei "dramatisch". Die Zahl der Neuzulassungen sei allein in den Niederlanden im Februar um 31 Prozent zurückgegangen. Als Hauptgrund für den Insolvenzantrag wurde "ein gravierender Mangel an Liquidität" genannt. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, soll die deutsche Tochter mit Sitz in Meerbusch am Montag Insolvenzantrag stellen. Die Geschäftsführung von Kroymans Deutschland wollte dies gegenüber AUTOHAUS Online nicht kommentieren. Das Unternehmen habe sich mit seinen Banken trotz aller Bemühungen nicht auf die weitere Finanzierung verständigen können. "Es ist enttäuschend, dass uns nicht die Möglichkeit eingeräumt wurde, unseren Plan zur Wiederbelebung zu verwirklichen", erklärte Konzernchef Peter Cornelius. Daher sei keine andere Wahl als der Insolvenzantrag geblieben. Niederländischen Medienberichten zufolge waren zuletzt Verhandlungen zwischen Gesellschafter Fritz Kroymans und den Banken gescheitert. Die Institute hatten als Bedingung für zusätzliche Kredite ein stärkeres Engagement der Familie gefordert. Kroymans hatte Ende Januar dieses Jahres einen radikalen Kurswechsel angekündigt (wir berichteten). Angesichts der schwierigen Marktlage soll künftig der Fokus auf das Auto-Geschäft in den Niederlanden gelegt und die Retail-Unternehmen, die nicht mehr dem Kern von Kroymans zugerechnet werden, größtenteils "desinvestiert" werden. Durch die Liquiditätsprobleme sei die strategische Neuausrichtung der Unternehmensgruppe nun nicht mehr realisierbar, so Kroymans. Die Kroymans Corporation ist der nach eigenen Angaben zehntgrößte Autoimporteur und -verkäufer Europas. 2007 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr zählte das Imperium 120 Firmen. In Deutschland betreibt Kroymans 15 Autohäuser u.a. in Berlin, München und dem Ruhrgebiet. Dort werden 17 Marken – von Alfa Romeo bis Volvo – vertrieben. (rp/dpa)

 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

IHR KOMMENTAR

Ihr Kommentar:*
Ihr Name:* Ihre E-Mail:*
Liebe Leser,
aus Gründen der Fairness wird die AUTOHAUS Online-Redaktion nur noch Kommentare freischalten, die der Netiquette entsprechen und mit vollem Namen (keine Pseudonyme) gekennzeichnet sind.
* Bitte geben Sie hier die Lösung der links gezeigten Aufgabe an:
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

10. April 2009 10:44
Achsel Nässe meint:
@ Betroffener
Wer hat den mit der Rabattschleuderei angefangen? Es waren doch die Kroymans, die Pendragons und die Autowelt Berlin dieser Welt. Nehmen wir doch mal Jaguar als Beispiel. Es gab vor 23 Jahren 65 Händler, die verkauften zwar wenig Fahrzeuge, aber mit einer guten Marge und hatten damit ein gutes Auskommen. Dann kam Ford und die und grossen Ford Händler, es musste Stückzahlen gemacht werden, die gewährten Rabatte stiegen und die Margen sanken. Es wurde nur noch mit dem "JAHRESBONUS" gearbeitet. Es kam wie es kommen musste, die Rendite fiel in den Keller. Heute bezahlt man dafür den Preis und jammert sich einen ab, dass man vom Kunden ausgepresst werde. Den Kunden kann man da keinen Vorwurf machen, der nutzt nur seine Möglichkeiten. Nur Schade, dass am Ende immer die Mitarbeiter die Zeche zahlen müssen.


30. März 2009 17:05
Hans meint:
kein Wunder.....

dass dieser Laden Pleite ist! Die (...) Geschäftsleitung hat ohne Sachverstand viel Geld vernichtet.... Kundenorientierung durch Arroganz ersetzt... und die Mitarbeiter wie (...) behandelt! Glückwunsch Herr (...) ... und auf ins nächste Autohaus zum Ruinieren....


27. März 2009 11:25
alle meint:
Ihr habt alle .......

43 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 3)
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15

"HB ohne Filter" vom 25. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute u.a.: Diskussion zur "Meister-HU", Elektroauto, Rabattschleusen und Rolf Leuchtenberger MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

AUTOHAUS/asp-Servicekongress: Die Zukunft der Dialogannahme

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Dialogannahme gewinnbringend organisieren! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr