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Liquiditätsprobleme
Kroymans geht in die Insolvenz
Die niederländische Kroymans Corporation hat wegen Liquiditätsproblemen etlicher Tochterfirmen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte die Autohandelsgruppe am Freitag in Hilversum mit. Betroffen von der Zahlungsfähigkeit seien das Handels- und Importgeschäft mit den Firmen Kroymans Import Europe, Kroymans Retail Group und Kroymans Car Import. Keine Finanzprobleme habe dagegen die Kroymans Financial Services, sie sei ein gesundes Unternehmen und der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter, hieß es. Der Rückgang der Verkäufe auf dem internationalen Automobilmarkt sei "dramatisch". Die Zahl der Neuzulassungen sei allein in den Niederlanden im Februar um 31 Prozent zurückgegangen. Als Hauptgrund für den Insolvenzantrag wurde "ein gravierender Mangel an Liquidität" genannt. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, soll die deutsche Tochter mit Sitz in Meerbusch am Montag Insolvenzantrag stellen. Die Geschäftsführung von Kroymans Deutschland wollte dies gegenüber AUTOHAUS Online nicht kommentieren. Das Unternehmen habe sich mit seinen Banken trotz aller Bemühungen nicht auf die weitere Finanzierung verständigen können. "Es ist enttäuschend, dass uns nicht die Möglichkeit eingeräumt wurde, unseren Plan zur Wiederbelebung zu verwirklichen", erklärte Konzernchef Peter Cornelius. Daher sei keine andere Wahl als der Insolvenzantrag geblieben. Niederländischen Medienberichten zufolge waren zuletzt Verhandlungen zwischen Gesellschafter Fritz Kroymans und den Banken gescheitert. Die Institute hatten als Bedingung für zusätzliche Kredite ein stärkeres Engagement der Familie gefordert. Kroymans hatte Ende Januar dieses Jahres einen radikalen Kurswechsel angekündigt (wir berichteten). Angesichts der schwierigen Marktlage soll künftig der Fokus auf das Auto-Geschäft in den Niederlanden gelegt und die Retail-Unternehmen, die nicht mehr dem Kern von Kroymans zugerechnet werden, größtenteils "desinvestiert" werden. Durch die Liquiditätsprobleme sei die strategische Neuausrichtung der Unternehmensgruppe nun nicht mehr realisierbar, so Kroymans. Die Kroymans Corporation ist der nach eigenen Angaben zehntgrößte Autoimporteur und -verkäufer Europas. 2007 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr zählte das Imperium 120 Firmen. In Deutschland betreibt Kroymans 15 Autohäuser u.a. in Berlin, München und dem Ruhrgebiet. Dort werden 17 Marken – von Alfa Romeo bis Volvo – vertrieben. (rp/dpa)
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(Foto: Kroymans Corporation)
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