Freitag, 25.05.2012
28.01.2009
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Kurswechsel

Kroymans zieht sich aus Deutschland zurück

Die niederländische Kroymans Corporation will sich künftig auf das Auto-Geschäft in seinem Heimatmarkt konzentrieren und im Zuge dessen Deutschland den Rücken kehren. Wie die Handelsgruppe am Mittwoch in Hilversum mitteilte, werden die Retail-Unternehmen, die nicht mehr dem Kern von Kroymans zugerechnet werden, größtenteils "desinvestiert". Auch in Deutschland würden Gespräche mit Kauf-Interessenten geführt. Hierzulande will Kroymans aber "mehrere strategische Optionen sondieren". Erste Entscheidungen seien 2009/10 zu erwarten. Weitere Details waren vor Redaktionsschluss nicht bekannt. Angesichts der schwierigen Marktlage hatte Kroymans bereits im vergangenen Jahr alle Aktivitäten auf den Prüfstand gestellt. Nun sei das Unternehmen zu dem Schluss gekommen, dass die Fokussierung auf Import, Vertrieb, Vermarktung und Verkauf von Automobilen in den Niederlanden mittel- und langfristig die größte Zukunftsperspektive biete, hieß es. Als Folge der Kurskorrektur stellt die Gruppe auch den Europa-Import der GM-Marken Cadillac, Corvette und Hummer ein. Dieses Engagement werde "im beiderseitigen Einvernehmen mit General Motors allmählich und behutsam an den Hersteller übertragen". Der Wechsel werde voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres vollzogen. Noch Mitte Dezember 2008 hatte Kroymans gegenüber AUTOHAUS Online Gerüchte dementiert, wonach sich das Unternehmen von den GM-Marken verabschieden will. Finance-Bereich bleibt unangetastet Betroffen von der Neustrukturierung sind den Angaben zufolge auch die Logistik- und Ersatzteil-Firmen Sator, Lasaulec, Stertil, Stedall und Stokit, die künftig der Kroymans-Industrietochter "Citadel Enterprises" angegliedert werden. Der Geschäftsbereich "Leasing & Finance" soll dagegen seine unabhängigere strategische Positionierung beibehalten und weiter mit den Automotive- und Equipment-Unternehmen von Kroymans zusammenarbeiten. Die Kroymans Corporation ist 2001 mit der Übernahme der Firma A.R.M.-Stokvis entstanden. 2007 erwirtschaftete die Gruppe erstmals einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr zählte das Imperium 120 Firmen, darunter 50 Autohäuser. In Deutschland betreibt Kroymans 19 Autohäuser in Berlin, München und dem Ruhrgebiet. Dort werden 17 Marken – von Alfa Romeo bis Volvo – vertrieben. (rp)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

29. Januar 2009 09:23
Striker meint:
Da investiert Kroymanns über die letzten Jahre geradezu utopisch anmutende Summen in Deutschland, baut damit riesige Tempel und entscheidet dann mal ebenso, den Markt aufzugeben.

Was hat das mit Strategie, mit umsichtiger Unternehmensentwicklung, mit unternehmerischer Verantwortung zu tun?

Ohne jetzt gleich alle großen Gruppen unter Generalverdacht stellen zu wollen, sollten sich alle Hersteller und Importeure in diesem Land doch gut überlegen, mit welcher Art von Händlertypus sie denn langfristig den Markt gestalten wollen.

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