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Käuferschwund, Überkapazitäten, Liquiditätsenge: Die Autoindustrie steckt in ihrer tiefsten Krise.
Studie
Lange Durststrecke für Hersteller und Zulieferer
Die Autoindustrie wird für die derzeitige Krise eine längere Erholungszeit benötigen als bisher angenommen. Die Unternehmensberatung Alix Partners analysierte in ihrer Studie "Automotive Review 2009" die Lage von 275 Zulieferern, 45 Autobauern und 23 Lkw-Herstellern weltweit. Demnach ist die Branche von deutlichen Überkapazitäten und einem hohen Verschuldungsgrad betroffen. Sie müsse sich auf eine "lange Durststrecke" einstellen. Selbst unter günstigsten Bedingungen werde das Absatzniveau von 2007 kaum vor 2014 zu erreichen sein, hieß es. Nach Berechnungen der Experten ist die in den vergangenen zwei Jahren erwirtschaftete Liquidität der Autobranche nahezu aufgebraucht. Für 2010 sei ein negativer Cash Flow in Höhe von über 40 Milliarden zu erwarten. In diesem Jahr werde die Autobranche pro verkauftem Fahrzeug im Schnitt rund 1.800 Euro Verlust erwirtschaften. Die Erhebung offenbart auch deutliche Überkapazitäten. Laut Alix Partners ist die Produktion nur noch zu etwa zwei Drittel ausgelastet. Bei vielen Konzernen stehe Kurzarbeit auf dem Plan. Hinzu käme, dass sich das Käuferverhalten derzeit erheblich ändere. Die Sparquote steige, und es würden weniger und vor allem kleinere Fahrzeuge gekauft. In der Euro-Zone ist der Neuwagenabsatz seit 2007 (rund 16 Millionen Fahrzeuge) rückläufig. Besonders gefährdet seien die Zulieferer. Waren 2008 nach einer Alix-Prognose etwa 22 Prozent der europäischen Autozulieferer in Insolvenzgefahr, so könnte die Zahl – bei einem Rückgang der Wirtschaft um zehn bis 20 Prozent – in diesem auf 30 bis 50 Prozent steigen. Stichwort Liquiditätsmanagement Nach Einschätzung der Unternehmensberater ist eine umfassende Branchenkonsolidierung der einzige Ausweg aus der schwierigen Situation. Diese Marktbereinigung würden solche Unternehmen bestimmen, die bereits heute Liquiditätsmanagement betreiben. Insbesondere die Zulieferer müssten über Akquisition oder Fusionen aktiv werden. Nachholbedarf sehen die Verfasser der Studie bei den europäischen Lieferanten. Sie hätten große Potenziale, um zusätzliche Liquidität freisetzen zu können. (av/rp)
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(Foto: Philipp Guelland/ddp)
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