Daimler: Lastwagensparte weltweit mit Rückgang

23.01.2008 01:15 Uhr

Die Märkte in Nordamerika und Japan machten Daimler 2007 Kopfschmerzen. Hier musste man starke Absatzrückgänge verbuchen. Historische Absatzrekorde feiert der Hersteller dagegen in Europa und Lateinamerika.

Die Daimler-Lastwagensparte hat im vergangenen Jahr vor allem wegen der schwächelnden Märkte in Nordamerika und Japan einen Absatzrückgang verbucht. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Verkäufe weltweit um 9,4 Prozent auf 467.700 Fahrzeuge gesunken, sagte der Chef der Sparte Daimler Trucks, Andreas Renschler, am Mittwoch im rheinland-pfälzischen Wörth. In diesem Jahr sei aber wieder mit einem Absatzplus zu rechnen. "Der für uns äußerst wichtige Markt in der NAFTA-Region und der japanische Markt werden sich im laufenden Jahr erholen." In Europa und Lateinamerika gab es dagegen mit 159.900 (plus 12,5 Prozent) einen historischen Absatzrekord. "Die Lage in Europa dürfte anhaltend gut bleiben", sagte Renschler im größten Lastwagenwerk des Stuttgarter Konzerns in Wörth. In Nordamerika (NAFTA) brach der Absatz 2007 wegen einer Verschärfung der Abgasrichtlinien Anfang des Jahres um 36,5 Prozent auf 119.025 Einheiten ein. Das gleiche galt für den japanischen Markt, wo die Verkäufe um 24 Prozent auf 53.974 Fahrzeuge nachgaben. In beiden Ländern hatte die Verschärfung der Vorschriften zu vorgezogenen Käufen der Kunden im Jahr 2006 geführt. Auf den übrigen asiatischen Märkten war die Nachfrage allerdings gut, so dass Daimler hier mit der Marke Fuso insgesamt noch ein leichtes Absatzplus von 1,1 Prozent auf 188.719 Einheiten schaffte. Gut liefen die Geschäfte dagegen in Europa. Hier zog der Absatz um 6,8 Prozent auf 104.400 Fahrzeuge an. In Osteuropa lag das Absatzplus mit 25.900 verkauften Fahrzeugen sogar bei knapp 20 Prozent. Der Auftragseingang für Mercedes-Lastwagen stieg 2007 auf über 200.000 und wuchs damit um 34 Prozent. Die Hälfte der Aufträge ging für das Flaggschiff Actros ein, das in Wörth gebaut wird. 2008 sei mit einem weltweiten Wachstum des Lkw-Marktes um rund vier Prozent zu rechen, sagte Renschler. Davon wolle auch Daimler mit seinen fünf Lkw-Marken Mercedes, Fuso, Freightliner, Western Star und Sterling profitieren. In Wörth soll die Produktion in diesem Jahr ausgeweitet werden. Im vergangenen Jahr hatte die Kapazität bei 106.000 Einheiten gelegen. Auch der Bau eines Montagewerks in Russland wird ins Auge gefasst. Eine Entscheidung darüber werde voraussichtlich noch in diesem Jahr fallen, sagte Renschler. Die Produktion könnte dann in eineinhalb bis zwei Jahren anlaufen. Mit Blick auf das mit der Hero Group geplante Gemeinschaftsunternehmen in Indien sagte der Daimler-Vorstand, hier sollten künftig Fahrzeuge deutlich unter dem in Europa oder Nordamerika üblichen Preisniveau hergestellt werden. Entsprechende Abstriche müssten bei Motorisierung und Ausstattung gemacht werden. Ungeachtet dessen gälten für Indien nach einer Anlaufphase aber dieselben Renditemaßstäbe wie für den Rest des Nutzfahrzeuggeschäfts, betonte er. Daimler Trucks hat sich eine durchschnittliche EBIT- Rendite von sieben Prozent vorgenommen. (dpa)

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