Freitag, 25.05.2012
12.03.2009
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Gewinneinbruch

Leasinggeschäft verhagelt BMW-Bilanz

Die Finanz- und Absatzkrise hat BMW im vergangenen Jahr kräftig die Bilanz verhagelt. Während sich die Einbußen bei Umsatz und Absatz dank des guten Starts ins Jahr noch in Grenzen hielten, stürzte der Gewinn um 90 Prozent ab. Grund waren vor allem Rückstellungen für Leasingrückläufer, die derzeit bei weitem nicht den kalkulierten Restwert erzielen. Hinzu kamen Ausgaben für den Personalabbau im vergangenen Jahr. In Summe musste der Autobauer damit Belastungen von fast 2,5 Milliarden Euro stemmen. An der Börse wurden die Nachrichten schlecht aufgenommen. Die Aktie verlor zwischenzeitlich knapp sieben Prozent, erholte sich im Laufe des Tages aber etwas und stand am frühen Nachmittag gut drei Prozent im Minus bei 22,18 Euro. Wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte, brach das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr von 4,2 Milliarden auf 921 Millionen Euro ein. Das Vorsteuerergebnis verschlechterte sich von 3,87 Milliarden auf 351 Millionen Euro. Unterm Strich verdienten die Münchner nur noch 330 Millionen Euro nach 3,13 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Umsatz ging wie bereits mitgeteilt um fünf Prozent auf knapp 53,2 Milliarden Euro zurück. Auf der Ergebnisseite machten sich 2008 vor allem Sonderbelastungen bemerkbar. Allein die Risikovorsorge für die Restwerte bei den Gebrauchten und Kreditausfälle kostete BMW knapp zwei Milliarden Euro. Hinzu kamen Aufwendungen von rund 450 Millionen Euro für den Abbau einiger tausend Arbeitsplätze. Ende Dezember beschäftigte BMW weltweit rund 100.000 Mitarbeiter. Im Vorjahr waren es noch gut 107.000 gewesen. Die Aktionäre müssen sich nun auf eine deutlich kleinere Dividende einstellen. Geplant sind 30 Cent je Stammaktie und 32 Cent je Vorzugsaktie. Im Vorjahr waren es noch 1,06 beziehungsweise 1,08 Euro je Aktie.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: BMW hält sich mit Prognose bedeckt – Kein Interesse an Opel

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

13. März 2009 14:02
Striker meint:
Ich sag das nicht gerne, aber es geschieht ihnen Recht. Sie haben jahrelang Markt gekauft, der normalerweise nicht zu haben war. Sie haben künstlich Umsatz und Ertrag hochgetrieben und damit Markt sowie ihre Eigentümer getäuscht. Es handelt sich prinzipiell um das gleiche Prozedere, wie in der Finanzindustrie - es wurden Werte verkauft, die real gar nicht vorhanden waren.
Jetzt ist das Kartenhaus zusammengebrochen und das ist nun die Quittung für unseriöses und unlauteres Geschäftsgebaren.

Schaut man mal auf den VW Konzern, findet man eine andere, noch viel pietätlosere Variante dieser Praktiken. Im Gegensatz zu BMW konnten deren Vertriebspartner die Restwertrisiken nicht oder nur bedingt auf den Hersteller abwälzen. Das heißt, Volkswagen feiert sich und seine angeblichen Erfolge multimedial auf allen Kanälen. Die Vertriebspartner aber hatten keine andere Wahl, als die von der VW/Audi Leasing vorgegebenen und bereits damals viel zu hohen Restwerte zu übernehmen und damit selbst ins Risiko einzusteigen. Das Ergebnis kommt jetzt mehr und mehr zum Vorschein: Bei VW liegen diese etwa 10% zu hoch, bei Audi mehr als 15%. Die daraus resultierenden Drohverluste sind in den meisten Bilanzen nicht enthalten. Und der Hersteller sagt, das ginge ihn nichts an, schließlich hätte er niemanden gezwungen, solche Verträge zu unterschreiben.

Es ist ein Trauerspiel, was da auf uns zukommt. Sehenden Auges wird ein Großteil allein dieser Vertriebsorganisation unabhängig von der Händlergröße in den sicheren Ruin getrieben. Herr Winterkorn sonnt sich in glänzenden Zahlen und Herr Eichhorn meint, man brauche kein neues Geschäftsmodell, da ja noch vielel Betriebe gutes Geld verdienen. Eine solche Ignoranz, Arroganz und Eitelkeit muß man erst einmal aufbringen.


13. März 2009 08:05
Nick Nickel meint:
Darauf habe ich schon 3 Jahre gewartet. BMW hat bei den Leasing-Restwerten schon Jahrelang dermaßen über die Stränge geschlagen und das Geschäft dadurch gepusht. Ansonsten wären die guten Zahlen der letzten Jahre bei BMW nicht möglich gewesen. Das lag nicht an den Produkten. Das alles erweist sich jetzt als ein Wechsel auf die Zukunft und holt BMW jetzt ein. Und ich möchte hinzufügen: das ist gut so.


12. März 2009 23:55
mr. technik meint:
"Leasinggeschäft verhagelt BMW-Bilanz"
Das ist doch Hohn. Ohne diese unrealistischen Leasinggeschäfte hätte BMW nie und nimmer diese Absatz- und Umsatzzahlen erreicht. Hier zeigt sich sich doch die wahre Stärke einer Marke. Vor einem Jahr wurden die 1er BMW noch mit Restwerten, die 10-20% höher waren als die der direkten Mitbewerber, in den Markt gedrückt und jetzt wird gejammert.
Es ist wie immer im Leben: jeder kocht nur mit Wasser...

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