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Das BMW Megacity Vehicle wird auch optisch deutlich gemäßigter daherkommen als erwartet.
BMW Megacity Vehicle
Leichtbau-Stromer für die Großstadt
Von Stefan Grundhoff/mid
Viele hatten mit einer automobilen Revolution gerechnet. Doch das von BMW angekündigte Megacity Vehicle (MCV) ist weit gewöhnlicher als gedacht. Das Elektroauto für die urbane Umgebung kommt 2013 auf den Markt und wird ein Viersitzer mit vier Türen und einer Gesamtlänge von rund vier Metern sein. Wirklich innovativ ist jedoch der umfangreiche Einsatz von Leichtbaumaterial.
"Natürlich haben wir am Anfang unserer Planung mit einem kurzen Zweisitzer mit zwei Türen angefangen", leitet Peter Ratz, Projektleiter des BMW MCV ein, "doch alle unsere Umfragen auf den einzelnen Märkten haben ergeben, dass die Kunden einen Viersitzer mit vier Türen haben wollen." Eine Neuauflage vom City-Modell des jüngst verstorbenen Visionärs Nicolas Hayek, der auch die Marke Smart erfand, ist damit vom Tisch. Das BMW Megacity Vehicle wird auch optisch deutlich gemäßigter daherkommen als erwartet.
Im Unterschied zum Smart Fortwo gibt es nicht nur eine hochsteife Sicherheitszelle, sondern die gesamte Karosserie des BMW wird ein Käfig sein. Statt der üblichen Verwendung von Stahl wird das so genannte "Life-Modul" aus CFK (kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff) bestehen. Mit dem Rahmen aus Aluminium, der "Drive-Plattform", wird die Fahrgastzelle mit Schrauben und Klebstoff verbunden. In dieser Aluminium-Plattform sind unter anderem Module wie Motor, Getriebe, Fahrwerk, Achsen und der rund 250 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Flachakku untergebracht. "Der kohlenstofffaserverstärkte Kunststoff ist 30 Prozent leichter als Aluminium und 50 Prozent leichter als Stahl. Wir verstehen uns bei der Verwendung von CFK als Technologieführer", erläutert BMW-Entwickler Jochen Töpker. "Wir werden die ersten sein, die das in Großserie produzieren."
Ziel: Gewichtsnachteil ausgleichen
Dadurch, dass der Hauptteil des Fahrzeugs aus CFK besteht, soll der Gewichtsnachteil des Elektroantriebs gegenüber einem Verbrennungsmotor weitgehend ausgeglichen werden. "Insgesamt sparen wir so 100 Kilogramm", ergänzt Töpker. Angesichts des großen Aufwands erscheinen 100 Kilogramm weniger als bei einem gewöhnlichen Metallbau als nicht viel. In dieser Größenordnung specken andere Hersteller ihre neuen Modelle ohne die Verwendung des teuren CFK ab. Das Serienmodell des BMW MCV dürfte letztlich zwischen 1,1 Tonnen und 1,2 Tonnen wiegen. Das sind immerhin 350 Kilogramm weniger als der aktuelle Erprobungsträger des Mini E.
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Elektroantrieb in Reinform oder mit Reichweitenverlängerer
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(Foto: BMW/mid)
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