Quartal II: Leoni bleibt in roten Zahlen

11.08.2009 10:52 Uhr
Leoni verfehlte im zweiten Quartal bei allen Kennzahlen die Schätzungen der Analysten.
© Foto: Leoni

Der Kabel- und Bordnetzspezialist hat wegen der gedrosselten Autoproduktion auch im zweiten Quartal Verluste geschrieben. Gegensteuern wollen die Nürnberger mit einem weiteren Stellenabbau.

Der Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni hat wegen der stark gedrosselten Autoproduktion auch im zweiten Quartal rote Zahlen geschrieben. Allerdings fiel der Verlust mit 38,5 Millionen Euro geringer aus als zum Jahresauftakt, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr verdiente Leoni noch 26 Millionen Euro. Der Umsatz sank im Zeitraum von April bis Juni von 820 Millionen auf 530,3 Millionen Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal bedeutete dies aber eine Verbesserung um acht Prozent. Vor Zinsen und Steuern fiel ein Verlust von 31 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 37,4 Millionen im Vorjahr. Im ersten Halbjahr brach der Umsatz um 35,7 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro ein. Der Verlust summierte sich in den ersten sechs Monaten unter dem Strich auf 88,2 Millionen Euro. Gegensteuern will Leoni mit einem weiteren Stellenabbau. Zwar zeigten sich in der Autoindustrie sowie in einigen anderen Sparten erste Belebungstendenzen, sagte Vorstandschef Klaus Probst. "Aber wir werden weiter an unserem Kostensenkungsprogramm arbeiten und weiteren Personalabbau umsetzen müssen." Mehrere 100 Stellen sollten im zweiten Halbjahr in Hochlohnländern wie Deutschland oder Frankreich wegfallen. Außerdem werde an fast allen Standorten im In- und Ausland kurzgearbeitet. Mehr Personal in Billiglohnländern Die Zahl der Mitarbeiter sank zum Stichtag 30. Juni um 7.762 auf 45.522 Beschäftigte; im Inland verringerte sie sich um 217 auf 3.967 Beschäftigte. Insgesamt sollten in Deutschland etwa 430 Stellen gestrichen werden, sagte Probst. Dagegen werde in Billiglohnländern wie der Ukraine schon wieder Personal eingestellt.

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