Freitag, 25.05.2012
12.02.2010
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Geldnot

MAG flüchtet in die Insolvenz

Die Autohausgruppe MAG Metz GmbH, die bundesweit zentral als MAG Autowelt auftritt, hat am Mittwoch beim Amtsgericht Bielefeld Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Stefan Meyer in Lübbecke bestellt. Betroffen davon ist auch die in Ostwestfalen-Lippe tätige Tochtergesellschaft Corsmann. Geschäftsführer der MAG Metz GmbH, Reiner Metz, gab am Freitag in einer Erklärung gegenüber AUTOHAUS Online an, dass die "durch die jahrelange Strategie erreichte Umsatzgröße mit Einsetzen der Banken- und Wirtschaftskrise nicht mehr aufrecht zu erhalten war". In einer geordneten Insolvenz sehe das Unternehmen nun die "beste Möglichkeit, die MAG auf eine solide Basis zu stellen und für die Zukunft neu auszurichten". Für die rund 1.200 Mitarbeiter an den 57 Unternehmen an 24 Standorten ergeben sich laut Metz momentan keine Einschränkungen. "Löhne und Gehälter werden weiterhin gezahlt, der Geschäftsbetrieb läuft im gewohnten Rahmen weiter", sagte der Geschäftsführer. Sanierungsgespräche würden derzeit auf Hochtouren laufen. Zu dem Inhalt der Gespräche wollte sich Metz allerdings noch nicht äußern, betonte aber, man sei guter Dinge sei, dass es für die Unternehmensgruppe weitergehen werde. Sanierung als Ziel Insolvenzverwalter Meyer bekräftigte das Ziel einer "dauerhaften und nachhaltigen Fortführungslösung". Bereits unmittelbar nach Verfahrenseinleitung habe er Verhandlungen mit Autoherstellern, Kreditgebern und Lieferanten aufgenommen, von denen "sehr positive Signale" gekommen seien. "Mögliche Sanierungschancen kann ich in einem so frühen Stadium des Verfahrens aber noch nicht abschließend beurteilen", sagte Meyer. Zum Portfolio der Autohauskette mit Hauptsitz in Berlin gehört neben Opel die gesamte Palette von General Motors. Darüber hinaus werden an einigen Standorten die Marken Alfa Romeo, Volkswagen und Honda angeboten. Der Jahresumsatz des Unternehmens lag zuletzt bei rund 400 Millionen Euro und 20.000 Fahrzeuge pro Jahr. (ok/rp)

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

16. Februar 2010 16:13
Frank Thomas meint:
Über die Google-Suche bin ich auf die Insolvenz meines Opelhändlers aufmerksam geworden. Seit vielen Jahren bin ich in Bonn Kunde, auch bereits bei dem Vorgänger Georg von Opel.

Die Schadenfreude meiner Vorredner kann ich aus Kundensicht nicht ganz nachvollziehen. Ich wurde dort immer sehr freundlich, zuvorkommend und kompetent bedient (ohne das mir ein Fahrzeug geschenkt wurde).

Von der Größe der MAG wußte ich bislang garnichts. Stetiges und zu schnelles Wachstum verbirgt natürlich so manche Gefahr, wenn es nicht ausreichend finanziell abgesichert ist. Das lernt man bereits in der Grundschule.

Den Mitarbeitern wünsche ich die notwendige Stärke in der schweren Zeit der Insolvenz.

Alles wird gut!


15. Februar 2010 16:59
Claus Trilling meint:
Wenn das Geschäftsmodell einer Handelsgruppe nur daraus besteht, Konkurrenten, die nicht übernommen werden wollen, "platt" zu machen, so ist das in meinen Augen zu kurz gesprungen.

Als unser Unternehmen nicht in den Schoß der MAG Gruppe wollte und wir ein Insolvenzplanverfahren angestrengt haben, wurde in der bereits angesprochenen Bundesstadt aber genau dieses Ziel ausgegeben. Größe ist nicht alles. Am Ende entscheidet der Kunde, wo er sein Geld ausgibt.

Die Dinosaurier sind ja auch nicht ausgestorben, weil sie zu klein waren...


15. Februar 2010 11:06
Matthiasurft meint:
Ein Auto-Prof. publiziert seit langen die Möglichkeit maximaler Nachlässe die durch den Käufer zu erzielen sind. Daran hat sich die MAG gehalten, auch in diesem Unternehmen wurden über viele Jahre Autos verschenkt, anstatt diese mit Ertrag zu verkaufen. Dazu kommen die vielen kleinen Fehlentscheidungen die sich zum Grossen und Ganzen - der INSOLVENZ - summieren. Beispiel: Über viele Jahre durften die Verkäufer sich Ihre Vorführwagen selbst zusammenstellen. Also fuhr ein Verkäufer schon mal einen Zafira OPC Vollausstattung oder ähnliche Lichterbäume. (Hier wurde mit Zustimmung der GF Geld vernichtet!) Mal etwas zum Schmunzeln: MAG Autowelt.de aufrufen und den Standort Franke anklicken, Dann Filiale. Was sehen wir hier: vier GF , ein "Autohausleiter", auf einen Verkäufer.
Wie mein Vorredner so treffend feststellte in jeder Filiale der MAG sitzt ein kleiner Fürst. So lange wie diese nicht verschwinden wird aus der "geordneten" Insolvenz mit einer neuen Perspektive ähnlich wie bei Kroymans in Berlin nichts werden.

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