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Von wegen Wonnemonat: Die deutschen Autokäufer streikten im Mai.
KBA
Mai-Tristesse auf deutschem Automarkt
Der deutsche Automarkt ist im Mai noch stärker unter die Räder gekommen als in den Monaten zuvor. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Donnerstag in Flensburg mitteilte, wurde das durch die Umweltprämie ausgelöste Zulassungshoch aus dem Vorjahr mit 249.708 neuen Pkw um 35,1 Prozent verfehlt. Auch die Registrierungen vom Mai 2008 wurden bei weitem nicht erreicht (minus 9,3 Prozent). In den ersten fünf Monaten dieses Jahres kamen nur 1.179.532 Autos neu auf Deutschlands Straßen – ein Defizit von über 450.000 Einheiten gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Nach dem Auslaufen des NW-Förderprogramms wenden sich die Autokäufer wieder verstärkt Gebrauchtwagen zu. Das KBA zählte im vergangenen Monat 540.891 Pkw-Halterwechsel, ein Zuwachs um 15,8 Prozent. Fast 95 Prozent der Pkw seien in privatem Besitz, hieß es. Der Anteil der jungen Gebrauchten lag bei 12,5 Prozent. Seit Jahresbeginn wurden 2.570.339 Second-Hand-Autos umgeschrieben (minus zwei Prozent).
Im Neuwagenbereich ging das Mini- und Kleinwagen-Segment gegenüber den erhöhten Vorjahreszahlen um über die Hälfte zurück. In der Oberen Mittelklasse gab es den Statistikern zufolge einen Anstieg der Neuzulassungen um neun Prozent. Dies sei vor allem der hohen Anmeldequote der Mercedes E-Klasse geschuldet. Die Geländewagen lagen mit plus 1,7 Prozent leicht über dem Mai 2008. Auch bei den Wohnmobilen ging es aufwärts (plus 4,2 Prozent). 44,1 Prozent der neuen Pkw gingen auf das Konto von Privatkunden.
Dank der E-Klasse behauptete sich Mercedes-Benz gegen den Trend und steigerte seine Neuzulassungen um sechs Prozent. Erzrivale BMW büßte dagegen 14,9 Prozent ein, Audi 8,5 Prozent. Herbe Verluste mussten zudem die deutschen "Volumen"-Hersteller Opel (minus 51,5 Prozent), Ford (minus 45,9 Prozent) und VW (minus 34,1 Prozent) hinnehmen.
Alfa und Lancia auf steiler Talfahrt
Bei den Importmarken verbuchte Alfa Romeo mit minus 65,6 Prozent den größten prozentualen Rückgang. Kaum besser lief es für Toyota, Chevrolet, Peugeot und Renaul/Dacia, die jeweils über 50 Prozent weniger Neuwagen verkauften als vor einem Jahr. In Szene konnten sich dagegen Nischenfabrikate wie die Schwestermarken Land Rover (plus 42,3 Prozent) und Jaguar (plus 26,2 Prozent) sowie das US-Trio Chrysler/Dodge/Jeep (plus 24,8 Prozent) setzen .Interessant: Die italienische Marke Lancia, auf die Chrysler und Dodge künftig verschmolzen werden sollen, fuhr im Mai laut Behörde das schlechteste Ergebnis ein. 133 Neuzulassungen bedeuteten ein dickes Minus von 61,3 Prozent. (rp)
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(Foto: Archiv/AHO-Montage)
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