Freitag, 25.05.2012
03.05.2010
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Aftersales

Markenwerkstätten verschenken Umsätze

Deutsche Markenhändler haben im renditeträchtigen Werkstattgeschäft noch Luft nach oben. Nach einer Studie des Nürnberger Marktforschungsunternehmens Puls im Auftrag der Deutschen Post sinkt der Anteil von Autofahrern, die bevorzugt einen Fabrikatsservice in Anspruch nehmen, bei über neun Jahre alten Fahrzeugen auf unter 18 Prozent. 61 Prozent der Kunden von Markenwerkstätten geben zudem an, allein aufgrund der Garantie bzw. der verwendeten Originalteile in die Markenwerkstatt zu gehen.

"Es gelingt Herstellern und Händlern kaum, Kunden von der Fachkompetenz oder der Zuverlässigkeit in Vertragswerkstätten durchgeführter Reparaturen zu überzeugen", erklärte Puls-Chef Konrad Weßner. Markenwerkstätten hätten "enorme Image-Defizite" im Vergleich zu freien Betrieben oder Werkstattketten. Nach Ansicht von nur 31 Prozent der Befragten werden Reparaturen im Fabrikatshandel qualitativ besser und zuverlässiger erledigt. Zudem schätzen lediglich 18 Prozent dort das Preis-/ Leistungsverhältnis als besser ein.

Nachholbedarf herrscht auch bei der Kundenansprache: Laut Untersuchung haben 44 Prozent der Kunden in den letzten drei Monaten keine Werbung von ihrer Werkstatt wahrgenommen. Große Aufmerksamkeit erreicht hingegen persönlich adressierte Werbung – 28 Prozent der Befragten erinnern sich an derartige Briefe. Regelmäßige Kundeninformation wollen die Autofahrer per E-Mail oder Brief ( 40 bzw. 29 Prozent) erhalten. An Werbeformen wie etwa Wertcheckheften für treue Kunden sind 56 Prozent interessiert.

Gezielte Kommunikation erforderlich

"Die Erhebung zeigt deutlich, dass gerade im Bereich After Sales noch viel Umsatzpotential liegt, das über gezielte Kommunikationsmaßnahmen, wie z.B. Kundenbindungsprogramme oder Serviceverträge von Herstellern und Händlern gehoben werden kann", so Kai Böttcher, Autoexperte bei der Deutschen Post. Kunden würden sich von ihrer Werkstatt vor allem Informationen und Angebote zu Fahrzeug- und Mobilitätsgarantien, Verschleißteilen, Glasreparaturen, Klimaanlagen sowie Hauptuntersuchungen wünschen.

Puls befragte für die Untersuchung 1.008 Werkstattkunden, die einen Autokauf planen oder kürzlich ein Auto erworben haben. Die Studie "After Sales Perspektiven 2010: Trends, Marktpotenziale für Markenwerkstätten und After Sales-Kommunikation" kann bei Deutsche Post DHL unter Tel. 0228/18296266 bestellt werden. (rp)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

14. Mai 2010 15:48
Andreas Mathias Bull meint:
Für jeden Markenhändler wird es zu einer Überlebensaufgabe werden den Kunden wieder an sein Haus zu binden. Über Jahre wurde hier Potential verschenkt. Tausende von Euros werden investiert um Neukunden zu gewinnen. Hier helfen die Hersteller und Importeure bereitwillig, nur der Kunde der vor drei Jahren einen Neuwagen erworben hat bleibt weg. Garantie und Kulanzhoffnungen gibt es nicht mehr, also geht es auch in der freien Meisterwerkstatt. Jeder Händler sollte einmal eine kleine Rechenaufgabe durchführen. 1. Wie viele Menschen wohnen in meinem Einzugsgebiet? 2. Davon rund die Hälfte nennt ein Auto sein eigen! 3. Jetzt den Marktanteil der eigenen Marke nehmen und auf die Zahl aus zweitens umlegen! 4. Jetzt einfach überprüfen wie viele Inspektionen werden im eigenen Werkstattbereich durchgeführt? DAS sind die treuen Kunden! Wenn man nun nicht weiß wie man seine Kunden hält dann empfiehlt sich immer der Fachmann.


04. Mai 2010 20:03
Karl-Heinz Scherer meint:
Weshalb haben Automobilhändler Vorbehalte gegen eigene Kundenbindungsmaßnahmen? Oft sind bereits Grundlagen im Betrieb vorhanden. Passend vorbereitet und umgesetzt gehört's! Dafür bedarf es der gezielten Bedarfsermittlung bei den Kunden und der aktiven Gewinnung neuer Potenziale. Also - 'Dosiert Gas geben'. Wie das funktioniert: Praxis-Experten fragen und sich helfen lassen!

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