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Kommentare (1) 16. November 2012

HB ohne Filter vom 16. November 2012

Prof. Hannes Brachat

Heute mit den Themen: Optimistische Marktbandbreiten 2013, Fiat und Lancia – ein Dauerbrenner, Wochensplitter.

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12. November – Montag

Optimistische Marktbandbreiten 2013


Auf dem AUTOHAUS Planungskongress in Bad Nauheim gaben heute der Chef von BDW Automotive in Leverkusen, Detlef Borscheid, und Schwacke-Chef Michael Bergmann fundierte Einsicht in die Fahrzeug-Zulassungswelt für 2013. Im Neufahrzeugbereich prognostizieren sie 3,15 Millionen Einheiten, für die Besitzumschreibungen 6, 8 Millionen. Das wären 50.000 Neuwageneinheiten mehr als 2012 und 50.000 Gebrauchtwageneinheiten weniger als 2012.

Prognose Pkw-Zulassungen

Prognose der Neuwagenzulassungen

 

Borscheid begründete seine positive Erwartung vor allem mit der Entwicklung der verfügbaren Einkommen. Da schimmern Wahlgeschenke zur anstehenden Bundestagswahl im September 2013 durch. Auch das Bruttoinlandsprodukt sieht er mit 1,0 Prozent etwas freundlicher als der Sachverständigenrat. Nachstehende Tabelle zeigt den Höchststand der Arbeitslosenzahl im Jahre 2005 in Höhe von 4,86 Millionen Arbeitslosen. Das sind heute nahezu zwei Millionen weniger. Darin liegt auch der Grund für die sprudelnden Steuereinnahmen. Das Zinsniveau bleibt niedrig, der Inflationsrate mit 2,1 Prozent in manierlichem Feld. Sogar die Kraftstoffpreise sollen sich in 2013 stabil halten. 2013 werden 105 neue Modelle eingeführt werden. Diese und die IAA werden für Schub sorgen. Im Gebrauchtwagensektor erwarten wir das "Meer" der Fahrzeugrückläufer aus dem legendären Abwrackprämienjahr 2009.

Was für den Gesamtmarkt einen guten Eindruck hinterlässt, wird sich aber für die einzelnen Marken unterschiedlich darstellen. Und keiner weiß, wie sich letztlich die Euro-Dauerkrise neben anderen Querschlägern breit machen wird. Oder reagiert der normale Bürger darauf mit Gewöhnungsfieber und tauben Ohren?

BDW Automotive Rahmenbedingungen 2013

 

14. November – Mittwoch

Fiat und Lancia – ein Dauerbrenner!


Wer das Markenverständnis des Firmengründers Vincenzo Lancia vor sich sieht, muss zur Kenntnis nehmen, dass es Fiat seit der Lancia-Übernahme 1969 bis heute nicht gelungen ist, die Marke wirkungsvoll zu etablieren. Auch Top-Sanierer Sergio Marchionne verbeißt sich seit seinem Amtsantritt 2004 daran. Und die Zukunft soll Chrysler bzw. in Europa New Lancia heißen? Vor zwei Jahren verabschiedete sich die Marke Chrysler aus Europa und New Lancia soll es seither als neues Markenlabel richten. Bis Ende Oktober 2012 wurden in Deutschland sage und schreibe 2.600 Lancia zugelassen. Und das ist sicher eine "geschönte" Zahl. Davon kann weder ein Händler leben, noch ein Hersteller eine Vertriebsorganisation aufrecht erhalten. Wer die Zulassungen von Fiat, Lancia und Alfa in Europa für 2012 sichtet, stellt für alle drei Marken einen deutlichen Einbruch fest:

Neuwagenzulassungen

Fiat-Zulassungszahlen

 

Fiat wird in Europa 2012 zwischen 600 und 700 Millionen Euro Verlust schreiben. Das kann der guten Chrysler-Entwicklung wegen auf dem amerikanischen Markt aufgefangen werden – aber auf Dauer kann das nicht die Lösung sein. Toyota nimmt ab 2013 seine Kleinwagenmarke Daihatsu vom europäischen Markt. Wann wird Fiat mit "New Lancia" folgen?

 

16. November – Freitag

Wochensplitter


Toyota 2012 größter Automobilhersteller?
Insider sehen für 2012 Toyota als größten Automobilhersteller der Welt. Bis Ende September hat Toyota 7,4 Millionen Fahrzeuge verkauft, GM 6,95 und Volkswagen 6,85. Offensichtlich haben die Japaner die Naturkatastrophe wie die größte und wieder aktuelle Rückrufaktion schneller als erwartet bewerkstelligt. Toyota ist allerdings vom europäischen Einbruch mit einem Marktanteil von gut vier Prozent weniger betroffen. Und die 200.000 fehlenden Einheiten auf dem chinesischen Markt werden über den positiven US-Markt egalisiert. 2013 könnten sich die Karten allerdings anders zusammensetzen.

Kommt GMAC zurück? Unter Ally ist die früher bekannte GMAC einzuordnen. Also, die GM-Herstellerbank. An ihr ist heute GM noch mit rund zehn Prozent beteiligt. Es wird sich in Kürze entscheiden, ob GM maßgebliche Teile seiner einstigen Finanztochter zurückholt. Wer die respektablen Gewinne der Finanztöchter – VW-Bank, BMW-Bank etc. – registriert, muss feststellen, dass GM derzeit ein gewichtiges Bein für aktive Marktgestaltung fehlt. Es sei nochmals die US-Marktentwicklung aufgerufen. 2008 wurden dort noch 17 Millionen Fahrzeuge verkauft. Das brach mit der Finanzblase auf zehn Millionen ein und wird 2012 wieder bei 14 Millionen ankommen. Eine erfreuliche Marktentwicklung.

Hyundai und Spritverbrauch. Hyundai kommt in Amerika ins Gerede. Offensichtlich wurde der Benzinverbrauch diverser Modelle von Hyundai und Kia zu positiv angegeben. Betroffen sind davon gut eine Million Fahrzeuge. Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA fordert Schadenersatz. Hyundai will diesem Ansinnen nachkommen und zahlen. Womit wir beim angestammten Thema wären, weshalb der echte Verbrauch immer über dem angegebenen der Hersteller liegt. Oder ist das Ganze mehr eine kämpferische US-Attacke für die fehlende Marktliberalisierung in Korea?

Renault – Servicepower. Renault fiel auf der Seite 1 von "Bild" nicht nur mit seiner markanten Reifen-Werbung auf. Jetzt wird die Aktion mit einer Bremsenaktion fortgesetzt. Fünf Euro – vorne!

Renault-Bremsenaktion

Renault-Bremsenaktion

 

Spruch der Woche:

"Vertraue Allah, aber binde dein Kamel an!"

Mit meinen besten Grüßen

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS

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1 Kommentar
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Dieter Motiva
16.11.2012

Der Dauerbrenner Lancia sollte zum Rohrkrepierer des Jahres gekührt werden. Dem Handel zwei Drittel der Ware zu nehmen, Chrysler/Dodge, und durch eine praktisch nicht existierende Marke zu ersetzen ist wirklich ein Geniestreich. Dieses Experiment hat den Händlern hundertausende gekostet und die unverkäuflichen Kisten stehen immer noch auf dem Hof. Es soll Händler geben die 50 und mehr Lancias stehen haben. Wann stehen die Händler endlich auf und fahren die Kisten in die Hanauer Landtrasse. Dazu wird sich in Kürze eine Entwicklung abzeichnen die so von keinem gewollt war. Es werden sich gestandene Händler auch von Jeep trennen wenn der Lancia Vertragswang nicht aufgehoben wird. Es wird Fiat nicht möglich sein neue Händler zu finden wenn sie Jeep Verträge nur in Kombination mit Lancia Verträgen vergeben.Hoffentlich merkt das noch einer rechtzeitig in Turin. Seis drumm bisher hat Fiat jede Marke kaputt bekommen, einschließlich Fiat selbst wie man jetzt sieht und das hat nicht nur etwas mit der Mittelmeerkrise zu tun. Um Jeep (nächstes Opfer?) wäre es wirklich schade.

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