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Kommentare (3) 22. Februar 2013

HB ohne Filter vom 22. Februar 2013

Prof. Hannes Brachat

Heute: MB – Falsche Prioritäten in der Zielsetzung, Österreichisches Kraftfahrzeugsektor-Schutzgesetz (KraSchG), Werbeszenarien Februar, Dienstwagenprivileg für Lehrlinge, Automobilpolitischer Schwabendank.

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18. Februar – Montag

MB – Falsche Prioritäten in der Zielsetzung


2012: 114 Milliarden Euro Gesamtumsatz im Hause Daimler, 1,45 Millionen Pkw, 462.000 schwere Lastwagen, 32.000 Busse, eine starke Finanzsparte, 6,5 Milliarden Ergebnis, sprich sieben Prozent Rendite – und das als wirtschaftliche Gesamtleistung von 275.000 Mitarbeitern: Das alles spricht erst einmal für ein zufriedenstellendes Jahr. Dennoch, der Abstand von Daimler zu BMW und Audi wurde auch 2012 nicht kleiner. Die Zielsetzung aber steht: Bis zum Jahre 2020 will Daimler die Rivalen auch in der Menge überrundet haben. Die Größe liebenden Wolfsburger sehen aber 2020 Audi vor BMW auf dem ersten Platz! Wir sprechen bis dorthin für Daimler von einem jährlichen Produktionsausstoß von 2,6 Millionen Fahrzeugen. Dazu sollen 13 völlig neue Modelle auf den Markt kommen, die bislang keinen Vorgänger haben. In China ist man im Verbund mit BAIC dabei, eine Neuausrichtung zu schaffen, um künftig ganz besondere Wachstumsakzente zu setzen. Und nach Innen erfordert die Umsetzung der Modulstrategie immer noch mehr Zeit. Daimler hat nun mal ein zu massives Effizienzproblem, um auf zehn Prozent Rendite springen zu können. Die Brennstoffzellen-Einführung, sprich das Wasserstofffahrzeug B-Klasse F-Cell geplant für 2014, hat man verschoben und wird nun das Thema mit zwei Kooperationspartnern verspätet angehen. BMW musste in Sachen Wasserstofffahrzeug 2007 den Schwanz einziehen und lehnt sich nun Toyota an. Daimler versiebt auf dem Wasserstoffsektor die Innovationsspitze. Oder fehlen für die Umsetzung schlichtweg die monetären Mittel?

Man höre die Worte von Entwicklungs- und Forschungsvorstand Dr. Thomas Weber auf die Frage zur 7-jährigen Kia-Garantie an, die er in "Auto-Bild" gab: "Wer mit übergroßen Garantieversprechen kommt, macht vor allem Marketing und kaschiert schlechte Qualität und fehlendes Vertrauen." Derartige Interviews werden ja alle heute von der "Propaganda-Abteilung" der Hersteller zentral gesteuert und freigegeben. Die Manager dürfen ja ohne "Zensur" nichts mehr sagen, schon gar nichts Originelles, Mutiges, Eigenständiges. Wer aber von den "Oberzensoren" lässt die Weber-Äußerung durchgehen? Ich kenne Herrn Dr. Weber über Jahre als sehr soliden, sehr bodenständigen, sehr respektvollen Betrachter!

Daimler sollte sich statt auf den Volumenplatz Nr. 1 besser darauf konzentrieren, wieder die  beste, die wertvollste Marke zu werden. Daimler sollte sich darauf konzentrieren, die besten und innovativsten Autos zu bauen. Daimler sollte sich darauf konzentrieren, das beste Management im Einsatz zu haben. Sprich, die neue S-Klasse, die im August 2013 kommt, sollte das beste Auto auf dem Globus sein. Daimler sollte in Sachen Mobilitätskonzepten Vorreiter sein. Daimler sollte Innovationsführer beim autonomen, nachhaltigen Fahren sein. Daimler sollte dringlich seine Hausaufgaben in Effizienzsteigerung machen. Dazu gehört beispielsweise das Beschäftigtenmeer von 1.200 Mitarbeitern bei MBVD in Berlin. Wenn MB-Partner im Verkauf sieben Tage und länger auf einen Rückruf aus Berlin warten müssen, dann spricht das für wenig Kampfgeist oder gar Begeisterung im Alltagswirken. Das Prinzip Hoffnung, BMW und Audi im Volumen zu übertreffen, sollte nicht primäres Ziel sein. Aber bitte, Daimler-Chef Dieter Zetsche glaubt doch selber nicht ans Mengenwunder, wenn er sagt: "Ein Ziel setzen ist das eine, erreichen das andere." Bis 2020 ist Zetsche doch gar nicht mehr im Amt. Zetsche ist seit 2006 Vorstandsvorsitzender. Nach sieben Jahren Führungswirken hat er immer noch nicht die Aura des Gewinners. Wer eine schwäbische „Ikone“ führt, wird aber nun mal daran gemessen. "Das Beste oder nichts!", so lautet doch das Leitmotiv. Klasse ist gefragt. Das fängt beim Markenbotschafter Boris Becker an. Da wäre beispielsweise "nichts" wirklich das Beste! Wo sind aber die Kräfte, die da mal sauber von oben nach unten "durchkehren"? Helmut Werners Leitspruch lautete: "Konflikte sind die Mutter des Erfolges". Diese scheut der "Daimler-Harmonie-Manager-Zirkel". Im Übergangsjahr 2013 wären aber markante Weichenstellungen erforderlich, um wieder Messlatte für alle Wettbewerber zu werden.

 

19. Februar – Dienstag

Österreichisches Kraftfahrzeugsektor-Schutzgesetz (KraSchG)


Österreich fällt immer wieder über Besonderheiten auf. Dort gibt es beispielsweise das Investitionsschutzgesetz. Es räumt dem schuldlos gekündigten Automobilhändler das Recht ein, die vom Hersteller/Importeur veranlassten und durch das Vertragsende frustrierten Investitionen refundiert zu erhalten – so keine anderweitige Nutzung möglich ist. Aber immerhin!

Zum 1. Juni 2013 tritt nun eine weitere Spezies in Kraft: das Kraftfahrzeugsektor-Schutzgesetz (KraSchG). Die EU-Kommissarin Neelie Kroes war einst – auf wessen Geheiß auch immer – der Auffassung, dass diverse GVO-Regelungen ins nationale Wettbewerbsrecht übertragen gehörten. Der Branchenverband VÖK, der "österreichische ZDK", hat das in die Hand genommen und in dreijähriger Kleinarbeit jetzt sogar durchs Parlament gebracht. Und die Regelung erhält nun zeitgleich Wirkung mit dem Eintritt der neuen "Vertriebs-GVO". Endlich hat ZDK-Geschäftsführer und Jurist Dr. Axel Koblitz ein gutes Vorbild, um nun mal etwas Grundlegendes in seiner nunmehr zehnjährigen Amtszeit zu bewegen. Österreichische Regelungen: Unbefristete Händlerverträge können auch weiterhin nur mit einer Zweijahresfrist gekündigt werden. Bei einer schuldlosen Vertragsauflösung ist der Importeur verpflichtet, das Warenlager zu Nettoeinkaufspreisen zurück zu kaufen. Garantiearbeiten müssen gerecht – nach Aufwand – vergütet werden. Und ganz wichtig: Das Autohaus kann gemeinsam mit dem Händlervertrag – ganz oder auch teilweise – an jeden anderen Markenkollegen verkauft werden. Eine Zustimmung des Herstellers ist dafür nicht erforderlich. Trotz aller Fortschritte ist dennoch klar, dass das neue KraSchG den Wegfall der Kfz-GVO 2002 nicht vollständig ausgleicht.

 

20. Februar – Mittwoch

Werbeszenarien Februar


Das Jahr 2013 beschert den interessierten Automobilisten sage und schreibe 105 neue Modelle. Darunter sind 38 Hybridmodelle und 32 reine Elektromodelle. Der Anzeigenmarkt im Februar verweist nicht nur auf die Preiszeit, sondern auf zahlreiche neue Modelle. Das beginnt mit dem Skoda Octavia. Der neue Adam aus dem Hause Opel wird mit 119 Euro Finanzierungsrate offeriert. Der Corsa läuft mit einer 99 Euro-Rate, der Meriva mit 169 Euro. Der neue Ford Fiesta ist interessanterweise ebenso für 119 Euro im Angebot. Der neue Renault Clio wird mit Null-Prozent-Finanzierung und 89 Euro ins Rennen geschickt. Der Twingo trägt den originellen Preis von 7.777 Euro. Der kleine Freund stellt einen Preisvorteil von 3.300 Euro dar. Klar, auf den Renault-Händlerhöfen parken derzeit sage und schreibe 40.000 Neufahrzeuge bzw. taktische Zulassungen! Die "Drogenbombe" aus dem Vorjahr! Dacia stellt laut Werbung das günstigste Auto auf dem deutschen Markt dar, Modell Sandero, 6.990 Euro – siehe Abb. Fiat offeriert den 500 ab 9.990 Euro. Bei Honda wird der Civic mit einem Preisvorteil bis zu 5.560 Euro beworben. Und ein freier Händler ist gar mit dem VW Up mit 10.599 Euro im Boot. Der neue Seat Leon wird mit Null Zinsen, Null Anzahlung und für 159 Euro ins Rennen geschickt. Bei MB spart man sich bei diversen Modellen die 19 Prozent MWSt und erhält 2.000 Euro Eintauschprämie. Beim sonstigen Prämienprogramm von Daimler lassen wir Prof. Dudenhöffer den Vortritt, nachdem er neulich Herrn Zetsche an der "Rabatt-Uni" als Speaker zu Besuch hatte.

Anzeige Dacia

Anzeige Ford

 

21. Februar – Donnerstag

Dienstwagenprivileg für Lehrlinge


In Deutschland waren es pro Jahrgang immer um die 700.000 junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchten. 2012 waren es 170.000 weniger. Wer mit Autohändlern spricht, bekommt je nach Region unterschiedliches zu hören. Ein Daimler-Vertreter aus dem Süden: "Wir besetzen jedes Jahr 20 neue Ausbildungsplätze. Früher konnten wir unter 100 Bewerbungen auswählen, heute sind es noch 35 Bewerbungen. Von den 35 hätten wir nach unseren Kriterien früher fünf eingestellt. Und heute?" Die Auszubildenden werden vielfach von der Industrie bzw. Zulieferern aufgesogen.

In Marktheidenfeld hatte Olaf Schleich, Lackierereibetrieb, die Idee für einen Auszubildenden-Dienstwagen. Die Aktion: "Ein Auto für gute Noten". Wer als Azubi als Hauptschulabschluss einen Notendurchschnitt von 1,5 oder besser hat, fährt ein Jahr lang kostenfrei einen Kleinwagen. So kann man qualifizierte Bewerber auch auf sich aufmerksam machen. Die ersten kommen aus Spanien, haben Abitur und freuen sich auf den Kleinwageneinstieg.

Lehrlingsauto 

Anzeige vom Lackierbetrieb Olaf Schleich

 

22. Februar – Freitag

Automobilpolitischer Schwabendank


Sie erlauben mir, noch einen spezifischen Dankesgruß via Schwabenland nachzuschieben.  Am Aschermittwoch weilten zum "Gaudium Bavariae" in Abensberg 750 Automobilisten. Darunter waren gut ein Viertel Schwaben. Echte Schwaben. Auch bayerische Schwaben waren dabei, allen voran die Innungsgeschäftsführerin Petra Brandl aus Augsburg. Die echten Schwaben kamen mit einem Bus mit Heilbronner Kennzeichen. Obermeister Klaus Häberle, Chef der Kfz-Innung Heilbronn-Öhringen, ebenso die Kfz-Innung Hohenlohe- Franken mit dem Obermeister Rainer Biedermann belegten im Kuchlbauer die "Schwaben- Loge" auf dem "rechten Flügel" im ersten Stock – siehe Abb. Es war mir natürlich in der Bütt Balsam, eine derart starke Heimatfraktion um mich zu wissen. Es ist so, gemeinsame Wurzeln verbinden. Das lässt einen zusammenrücken. Das fördert die wichtigste Tugend der Schwaben: Lebensfreude! Also, verehrte Schwaben, bayerische Schwaben, ihr seid mir einmal mehr riesige Freude gewesen. Von Herzen Dank!

Automobiler Aschermittwoch 2013 

Die Obermeister unter sich: Klaus Häberle, Obermeister der Kfz-Innung Heilbronn-Öhringen, mit dem Obermeister der gastgebenden Kfz-Innung Oberpfalz und Kfz-Weltmeister, Rudolf Angerer, am "Stammtisch"

Automobiler Aschermittwoch 2013 

Ein Blick auf die "Schwaben-Loge" zu Abensberg

 

Spruch der Woche:

"Jetzt müsste auch noch der 'Auto-Papst' zurücktreten!" (Burkhard Weller über "Spezialfreund" Ferdinand Dudenhöffer)

Mit meinen besten Grüßen und Wünschen

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS

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3 Kommentare
1
Peter Beck
27.02.2013

Dienstwagenprivileg für Auszubildente.Recht so, wenn die Jugend immer mehr verweigert! Was will sie ihre Arbeitskraft einem gescheiterten System zur Verfügung stellen, welches nur noch auf Ausbeutung des Arbeitnehmers und der Bereicherung der Manager beruht.Da ist ein Dienstwagen doch noch gar nichts! Spannend wird es erst, wenn diese "Lustlosigkeit" so wie in Südeuropa schon geschehen, auch hier im Lande in Wut umschlägt.Das dauert vielleicht nicht mehr so lange wie es sich manche wünschen.

2
klaus häberle
23.02.2013

meín lieber hannes brachat, deine schwaben aus schwäbisch hall und heilbronn sind gerne gekommen, nicht umsonst schon das dritte mal.diese veranstaltung und diese atmosphäre sind einmalig. auch möchte ich meinen dank an die innung oberpfalz mit rudolf angerer und herrn brandl aussprechen. unsere mitreisende waren einhellig der meinung wir werden wiederkommen. gruß aus dem schwäbischen heilbronn klaus häberle

3
Karl-Heinz Scherer
23.02.2013

Dienstwagenprivileg für LehrlingeDas macht doch mehr als nachdenklich! Es fehlt an passenden Bildungsvoraussetzungen und an tatsächlich wirksamen Maßnahmen, um die Lustlosigkeit vieler junger Leute hier zu überwinden. Politik sollte sich endlich in die 'Basis' der Lebens- und Berufspraxis begeben.

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