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ServiceWelt: Unfaires Fahrverbot

Alexander Junk

Von Alexander Junk

Nun ist es geschehen: In Stuttgart dürfen ab 2018 bei Feinstaubalarm keine Dieselfahrzeuge der Euro-5-Norm mehr in die Stadt fahren. Als Grund wird die Feinstaubbelastung genannt, die durch die Selbstzünder entsteht. Das ist auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite eine Ohrfeige für alle, die sich in letzter Zeit ein Dieselfahrzeug geleistet haben, das noch die alte Norm erfüllt. Die Restwerte der Autos dürften nach dieser Ankündigung massiv in den Keller rutschen. Und die Diesel-Fahrer werden sich fragen, warum ihr Auto, das vor drei Jahren noch als vorbildlich sauber galt, nun als Dreckschleuder deklariert wird.

Bis heute glaubt die Autoindustrie an den Selbstzünder und hat zuletzt immer wieder betont, wie wichtig der Diesel für die Umsetzung der Klimaziele sei, da er weniger Kohlenstoffdioxid als ein Benziner produziert. Die Politik blies ebenfalls in dasselbe Horn und hat die Kaufentscheidung durch die niedrige Besteuerung beim Tanken gefördert. Der sparsame Verbrauch im Vergleich zum Benziner war das entscheidende Kaufargument für Vielfahrer und Geschäftsreisende, die fast ausnahmslos auf den Selbstzünder setzen.

Es ist absolut unverständlich, dass sie ihren Diesel ab 2018 nun vor den Toren Stuttgarts abstellen müssen. Ob das Feinstaub-Problem damit gelöst wird, sei dahingestellt. Auch neuere Diesel der Euro-6-Norm pusten die Partikel in die Luft, ebenso wie aufgeladene Benzinmotoren, die bislang nicht im Fokus standen. Darüber hinaus entsteht Feinstaub auch durch den Abrieb des Bremsbelages, der Reifen und der Straße. Das lässt sich nicht wirksam eindämmen, zumindest nicht durch ein Diesel-Verbot.

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