Freitag, 25.05.2012
09.11.2009
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Frage der Woche

Mercedes-Restwertmodell mit Signalwirkung?

Drastisch gesunkene Restwerte von Leasingrückläufern bedrohen derzeit zahlreiche Autohäuser. Mercedes-Benz hat jetzt zusammen mit seinen Vertriebspartnern einen Durchbruch erzielt: Der Hersteller übernimmt seit November das Restwertrisiko – das "integrierte Verkaufsmodell" gilt nicht nur für alle neuen Verträge, sondern ab Januar auch für alle Bestandsverträge. AUTOHAUS Online wollte in der vergangenen Woche von seinen Lesern wissen, ob die Mercedes-Lösung in der Branche Schule machen sollte. Die große Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer (79 Prozent) befürwortet ein entsprechendes Modell, wonach alle Hersteller künftig das Restwertrisiko übernehmen sollten. 17 Prozent sehen aber auch den Handel beim Leasinggeschäft in der Pflicht. Unschlüssig sind vier Prozent ("Weiß nicht"). Insgesamt wurden 2.356 Stimmen abgegeben. (AH) Müssen andere Autobauer mit ihren Partnerverbänden nachziehen und ihr Restwertabsicherungsprogramm – sofern vorhanden – anpassen? Oder reicht das bisherige Geschäftsmodell aus? Schreiben Sie uns einen Kommentar! Sie finden die Funktion wie immer unterhalb des Artikels.

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

10. November 2009 09:53
Gerd Schmid meint:
BMW Bank und BMW Händler haben dieses System bereits seit Jahren

Die generelle Rücknahmegarantie durch den Hersteller/Herstellerbank ist sehr wichtig für die zukünftige Existenz der Händler. Die BMW Händler haben hier sehr gute Erfahrungen in der Abwicklung sammeln können. Aber auch hier gibt es Schwachstellen und jeder wird irgendwann wieder versuchen, seinen eigenen Vorteil aus jedem System zu ziehen oder einen Streitpunkt zu finden. Generell muß jedoch der Hersteller für eine größtmögliche Grundabsicherung sorgen, denn er nimmt ja auch den größten Einfluß auf die produzierte Menge und die VKF, mit der die Menge auf den Markt gebracht wird. Ebenso die Politik im Bereich Mietwagen. Zum Schluß entscheidet heute leider halt bei den meisten Händlern aber auchimmer das verkaufte Auto und nicht die Servicequalität oder die Fairness im Umgang miteinander. Ganz wichtig ist bei jedem System jedoch, daß am Ende der LS Laufzeit nicht der Kunde für die Fehler der System bezahlen muß. Denn dann wird das Leasing wieder verteufelt und nicht mehr akzeptiert. Und dann würden wir die herabgefallenen Früchte des erfolgreichen Leasinggeschäftes der letzten Jahre einfach zertreten, weil wir vergessen haben, die Früchte rechtzeitig zu ernten.


10. November 2009 09:42
Hanns-Jörg Riehm-Peters meint:
Die ursprüngliche Aufgabe des Automobilhandels ist, wie der Name schon sagt, handeln. Leasing mit vom Hersteller vorgegebenen Restwerten zählt eindeutig in die Kategorie "Wahrsagen". Das kann nicht unsere Aufgabe sein. Wenn wir die Restwerte vorhersagen könnten, dann würden wir unser Geld sicher mit anderen Vorhersagen verdienen können.

Die entscheidende Frage ist doch, ob Leasing mit Kilomterabrechnung und Restwert in Größenordnungen von 30-50% überhaupt noch ein funktionierendes Absatzmodell ist. Denn auch der Hersteller ist doch auch nicht seriös in der Lage, Restwerte vorherzusagen. Eine grundsätzliche Abschaffung von KM-Leasing wäre richtig. Oder, ähnlich wie z. B. bei anderen Wirtschaftsgütern, eine Vollamortisation.

Dazu müssten aber einige Hersteller in ihrer Werbung von Dumpingangeboten weg kommen.

Alternative ist, dass der Handel in den Zeiten des Ratings immer mehr von denn Hausbanken unter Druck gerät. Die Bewertung der Leasingrücknahmen wird beim Rating in Zukunft noch schlechtere Noten bringen als bisher. Wo das hinführt, kann sich jeder selber ausmalen.


10. November 2009 08:51
.R.Richter meint:
Entgegen jeder kaufmännischen Vernunft haben Handel und Hersteller einiger Volumenmarken Verkaufszahlen über unrealistische Restwerte geschönt. Hierfür haben sie nun die Rechnung zu bezahlen. Ich bin selbst im Finanzservice des Automobilhandels seit 36 Jahren tätig und sehe die automobile Leasingform als hervorragendes Verkaufs- und Kundenbindungsinstrument. Aber unter Betrachtung vernünftiger Restwertkalkulationen! Hierzu gibt es Empfehlungen der Fahrzeug-bewerter/Kfz.-Sachverständigen. Und jeden Tag vielfach die Unternehmerentscheidung, ein Geschäft zu tätigen oder nicht. Dazu gehört auch die Entscheidung über zukünftige Restwertrisiken. Der Autohandel ist gut beraten, sich hier nicht in die Abhängigkeit der Hersteller zu begeben.

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