11.01.2012
Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche auf der Computermesse CES in Las Vegas: "Neue Generation von Fahrzeugen"
"Cloud"
Mercedes treibt Digitalisierung im Auto voran
Mit neuen Diensten aus der Internet-Wolke will Mercedes-Benz das Autofahren sicherer und bequemer machen. "Wir arbeiten an einer neuen Generation von Fahrzeugen, die als digitale Begleiter dienen", sagte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche am Dienstag auf der Computermesse CES in Las Vegas. Die Zunahme im Individualverkehr führe zu Problemen wie Staus und CO2-Emissionen, die mit intelligenten Lösungen bewältigt werden müssten.
"Wir führen die digitale und die automobile Welt zusammen", sagte Zetsche. "Die besten Tage des Automobils kommen erst noch." Auf der Messe stellten auch andere Automobilhersteller wie Ford und Kia Software-Lösungen für die Nutzung im Fahrzeug vor.
Der Daimler-Chef stellte eine neue Version der selbst entwickelten Software mbrace vor, die dem Autofahrer über Mobilfunk eine Vielzahl von Internet-Diensten bereitstellt. Dazu gehören neben der klassischen Navigation auch Info-Dienste, welche die Sicherheit erhöhen sollen und die Fahrzeugtechnik überwachen. Alle Dienste sind an die "Cloud", angeschlossen, also an verteilte Rechenzentren im Internet. "Wir starten das jetzt mit dem neuen SL, aber es wird zum Standard in allen neuen Mercedes-Modellen auf dem US-Markt", sagte Zetsche, der von der Automobilmesse in Detroit nach Las Vegas kam. Die mbrace-Apps können mit dem iPhone oder mit Android-Smartphones genutzt werden.
Spracherkennung und Sprachausgabe
Bei der Nutzung von digitalen Diensten im Auto setzt Mercedes auf Spracherkennung und Sprachausgabe. Die Ablenkung für den Fahrer müsse so gering wie möglich gehalten werden, sagte Zetsche. "Wir verfassen eine neue Erklärung der automobilen Unabhängigkeit", sagte Zetsche in seiner ersten "Keynote" (Leitvortrag) auf der am Dienstag begonnenen Consumer Electronics Show (CES). Wenn der digitale Lebensstil auch zu einem digitalen Fahrstil erweitert werde, "wird das Auto noch mehr Freiheit bringen". Dazu soll auch die Weiterentwicklung von Elektroautos in Verbindung mit Internet-Diensten gehören, die ständig die verbleibende Energie überprüfen und rechtzeitig die nächstgelegene Ladestation anzeigen.
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Carsharing als Verdienstchance begreifen
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(Foto: Daimler)
11. Januar 2012 12:28
E.K�hlwetter (wallibelli) meint:
Beängstigende Entwicklungen.
1. US-Behörden haben Zugriff alle Daten, die von US-Firmen und deren ausländische Tochterfirmen wo auch immer und für wen auch immer gespeichert werden, als auch auf Daten, die in einem Rechenzentrum in Europa liegen. Rechtssicherheit beim Cloud Computing gibt es nur bei Daten, die von europäischen Unternehmen auf dem Gebiet der Europäischen Union erhoben, verarbeitet und genutzt werden.
Zu beachten ist, dass es insoweit nicht nur um die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes geht, sondern auch um in der Cloud verarbeitete vertrauliche Daten und Betriebsgeheimnisse, wie Finanzdaten, technische Daten und Strategiepläne, die es zu schützen gilt, auf die aber auch von US-Behörden zugegriffen werden könnte, ohne dass der Cloud-Anwender zumindest über den Zugriff informiert wird bzw. davon Kenntnis erlangt. Man kann darüber spekulieren, ob solche Daten im Einzugsbereich der US-Behörden bleiben oder in weitere halbstaatliche oder sogar private Unternehmenskanäle gelangen könnten. Nach dem neuen Datenschutzgesetz (2009) müssen Unternehmen in Deutschland jederzeit über ihre Kundendaten Auskunft geben können und dies auch dokumentieren. Was gespeichert ist, wo sie gelagert sind und wer darauf Zugriff hat. Ich gehe jede Wette ein, viele Untenehmen, die sich jetzt schon der Cloud bedienen, wissen nicht, wer wo ihre Daten hostet wer darauf in welcher Form und Umfang Zugang hat, und somit auch keine Dokumentation vorliegen haben.
2. Die geplante ständige �berwachnung automobiler Funktionen und Betriebszustände über Internet/Navi entspricht eindeutig einer Erfassung von Bewegungsprofilen, die nach deutschen Datenschutzrecht verboten ist(s. Toll collect). Ich möchte nicht, dass andere wissen und aufzeichnen, wo ich mit meinem Auto wann hinfahre. Damit wäre auch die Blackbox durch die Hintertür eingeführt. Jeder Tempoverstoß ist bei Ausstattung mit Verkehrschilderkennung im Nachhinein nachweisbar.
3. Bei Carsharing hat Herr Zetsche absolut recht. Das eigene Auto im städtischen Bereich ist immer weniger bezahlbar. Die neuseste Vollkotsnrechnung kommt beim preiswertesten Modell z.Z. in D-Land (Fiat Panda Basis Benziner) auf einen Kilometerpreis von 0,30 Cent (15.000 km p.a.). Das sind 425,- € p. Monat plus Stadtstellplatz von ca. 50,-€ p. M. Bei 7.500 km fallen immer noch ca.360,- € p.M. an. Die billigste und einfachste A-Klasse aus Herrn Zetsches Fabrik kann man sich ab 650,- € im Monat leisten. Dafür gibt es reichlich Taxi-, Mietwagen oder Carsharing-Kilomter plus Bahncard 50. Die Widerstände sind groß, weil die Herrschaften Dienstwagen fahren und deshalb nicht wissen, welch hohe Vollkosten ihre Dienst - E-Klasse produziert. Es sind beim beliebten E 220 cdi Lim. Grundausstattung 70 Cent pro km bei 15.000 im Jahr, macht monatlich (inkl. Garage 50,-€) 975,- €.(Kostangaben Schwacke 12/2012).
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