Freitag, 25.05.2012
06.02.2012
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Niederlande

Mitsubishi stellt Produktion in Europa ein

Der japanische Autobauer Mitsubishi Motors baut ab kommendem Jahr an seinem einzigen Standort in Europa keine Autos mehr. Wie der Konzern am Montag bekanntgab, wird am Produktionsstandort in den Niederlanden ab Ende dieses Jahres kein neues Modell mehr in Produktion gegeben. Es ist das erste Mal, dass ein japanischer Autobauer die Fertigung in Europa beendet.

Hintergrund ist die schwache Nachfrage nach neuen Modellen angesichts der Schuldenkrise in Europa. Künftig will sich Mitsubishi Motors stärker auf Wachstumsmärkte wie Russland und China konzentrieren. Was aus dem Werk im niederländischen Born wird, sei noch nicht entschieden, hieß es.

Mitsubishis Tochterfirma Netherlands Car B.V., oder Nedcar, produziert in Born mit etwa 1.500 Beschäftigten den Kleinwagen Colt sowie das Geländemodell Outlander. Doch die Anlage schöpft ihre Kapazitäten bei weitem nicht mehr aus. In Spitzenzeiten lag sie bei rund 200.000, im vergangenen Geschäftsjahr waren es nur noch rund 50.000. Damit ist die Fabrik für Mitsubishi überflüssig geworden. Der Konzern wird Europa künftig von Japan und Thailand aus beliefern, da es ein wichtiger Markt bleibe, hieß es. Seit vier Jahren sinken jedoch Mitsubishis Neuwagenverkäufe auf dem europäischen Markt.

Gewerkschaft empört über Rückzug

Mit Bestürzung reagierten Beschäftigte und Gewerkschaftsvertreter auf den Rückzug von Mitsubishi. Die Entscheidung, am einzigen europäischen Standort in Born künftig keine Autos mehr zu bauen, sei ein "Horrorszenario", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft De Unie der Nachrichtenagentur ANP. "Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle 1.500 Beschäftigten in Born." Bereits seit längerem wurde daher darüber spekuliert, dass Mitsubishi Motors sein Werk in den Niederlanden schließen könnte.

Angesichts einer weiterhin erwarteten schwachen Nachfrage in Westeuropa verlagern Autobauer ihr Augenmerk mehr auf Osteuropa sowie andere Wachstumsmärkte. Laut japanischen Medien hofft Mitsubishi, einen Käufer für die Fabrik in den Niederlanden zu finden. Mitsubishi Motors startete die Produktion dort 1991, zunächst in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem schwedischen Volvo-Konzern. Nach zehn Jahren übernahmen die Japaner sämtliche Anteile an dem Joint-Venture. (dpa)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

07. Februar 2012 11:50
Lago meint:
Jeder Autobauer muss in diesen Zeiten auf die Marktsignale reagieren.
Mitsubishi Motors Deutschland hat auch nicht die Prokura selbstständig zu entscheiden. Alles wird von Japan aus gesteuert..leider.
Die Aussage von Herrn Hase ist grundsätzlich zu respektieren wird aber
nichts ändern. Siehe Nokia.
Wenn Mitsubishi etwas richtig anpackt siehe ASX und auch Outlander einstehen sehr gute Fahrzeuge zu akzeptabelen Preisen. Leider hackt nach wie vor die Werbung so das viele technische Errungenschaften wie der GDI Motor oder der erste Elektrowagen der in Serie gebaut wurde an Mitsubishi vorbei läuft.
Bleibt nur zu hoffen das sich grundsätzlich etwas ändert...nicht nur bei Mitsubishi.


06. Februar 2012 16:26
Hans Hase meint:
Konsequenz ? Keine Mitsubishi mehr kaufen, ganz einfach ...


06. Februar 2012 15:19
Helmut ahlert meint:
Der Absatz von Mitsubishi ist nach der misslungenen Fusion mit Daimler deutlich geschrumpft. Der einstige kleine Kooperationspartner Volvo hat sich dank gelungener Modellpalette trotz chinesischer Investoren bereits abgesetzt! Es würde mich nicht wundern, wenn der nächste Schritt in Richtung Komplettrückzug gehen würde. Daihatsu hat schon angefangen!

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